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authorFlorian Pelz <pelzflorian@pelzflorian.de>2017-06-21 19:35:40 +0200
committerFlorian Pelz <pelzflorian@pelzflorian.de>2017-06-21 19:35:40 +0200
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Add new post: Free software and the employment contract.
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-rw-r--r--posts/en/2017-06-21-free-software-and-the-employment-contract.sxml103
3 files changed, 216 insertions, 0 deletions
diff --git a/css/common.css b/css/common.css
index 2643947..722315f 100644
--- a/css/common.css
+++ b/css/common.css
@@ -48,6 +48,14 @@ h6 {
width : 100%;
}
+.low-max-width {
+ max-width : 80%;
+}
+
+.list-decimal {
+ list-style-type : decimal;
+}
+
#top-bar {
width : 100%;
min-height : 100px;
diff --git a/posts/de/2017-06-21-freie-software-und-der-arbeitsvertrag.sxml b/posts/de/2017-06-21-freie-software-und-der-arbeitsvertrag.sxml
new file mode 100644
index 0000000..77513ba
--- /dev/null
+++ b/posts/de/2017-06-21-freie-software-und-der-arbeitsvertrag.sxml
@@ -0,0 +1,105 @@
+(use-modules (srfi srfi-19)
+ (haunt utils))
+
+`((title . "Freie software und der arbeitsvertrag")
+ (date . ,(string->date* "2017-06-21 19:00"))
+ (tags "freie software" "arbeit")
+ (summary . "Meine erfahrungen, im öffentlichen dienst freie software
+entwickeln zu wollen.")
+ (content
+
+ ((h2 "Kein arbeitsvertrag")
+
+ (p "Viele befürworter freier software hoffen, einen arbeitgeber zu
+finden, der sie für die entwicklung freier software bezahlt. Ich hatte
+die hoffnung, bei einer hiwi-stelle an der uni freie software für ein
+EU-gefördertes project entwickeln zu können.")
+
+ (p "Nun gehen aber in Deutschland die „vermögensrechte“ an der im
+arbeitsverhältnis entwickelten software an den arbeitgeber über. Der
+eigentliche urheber verliert so das recht, über die weitergabe und
+licenzierung seiner software zu entscheiden. Um eine garantie zu
+haben, dass die software (zumindest unter anderem) als freie software
+veröffentlicht wird – siehe z.b. " (a (@ (href "#fusznote-1")) "[1]")
+" für eine erklärung der notwendigkeit der garantie –, verlangte ich,
+bevor ich den arbeitsvertrag unterschreiben würde, eine entsprechende
+vereinbarung zur „rücklicenzierung“, welche ich ungefähr wie folgt
+formuliert haben wollte:")
+
+ (p (@ (class "low-max-width"))
+ (ol (@ (class "list-arab-paren"))
+ (li "<Vertragspartner> verpflichtet sich hiermit, wenn eine
+im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses zwischen <Arbeitgeber> und
+<Arbeitnehmer> entstandene Software, zu deren Urhebern <Arbeitnehmer>
+gehört, an Dritte weitergegeben und/oder veröffentlicht wird,
+<Arbeitnehmer> eine Kopie unter den Bedingungen der GNU General Public
+License Version 3 weiterzugeben und <Arbeitnehmer> zu gestatten, diese
+Kopie auch unter jeder neueren Version der GNU General Public License
+beliebig weiterzuverbreiten und zu veröffentlichen. Besagte Lizenzen
+sollen dabei nicht nur das Recht zur Nutzung, sondern auch andere in
+der entsprechenden Version der GNU General Public License gewährte
+Rechte gewähren.")
+
+ (li "<Vertragspartner> verpflichtet sich zudem,
+<Arbeitnehmer> nicht wissentlich zur Arbeit an der Erstellung,
+Erweiterung, Änderung oder Verbesserung von Software zu verpflichten,
+die vom <Vertragspartner> nicht zu den Bedingungen der GNU General
+Public License Version 3 an <Arbeitnehmer> gemäß Abschnitt 1)
+lizensiert werden kann, ohne dass die Bedingungen der GNU General
+Public License Version 3 ihre Gültigkeit verlieren.")
+
+ (li "<Vertragspartner> und <Arbeitnehmer> können sich
+gemeinsam auf Ausnahmen von den in Abschnitt 1) und Abschnitt 2)
+beschriebenen Verpflichtungen einigen.")
+
+ (li "<Vertragspartner> und <Arbeitnehmer> einigen sich
+hiermit darauf, dass Schnittstellen zu Code des Omnet++-Projektes eine
+Ausnahme gemäß Abschnitt 3) darstellen."))
+
+ (p "Der <Vertragspartner> wäre hierbei die personalabteilung
+der universität gewesen. Hier ist außerdem der obligatorische hinweis
+angebracht, dass ich keine juristische ausbildung habe."))
+
+ (p "Nun ja. Die für licenzen zuständige „stabsstelle für recht im
+technologietransfer“ hat mir, zusammen mit dem leiter der
+personalabteilung, zwar nicht definitiv gesagt, aber überaus deutlich
+gemacht, dass, wenn ein formaler antrag auf eine solche vereinbarung
+einginge, dieser abgelehnt würde. Meine obigen formulierungen haben
+sie nicht einmal durchgelesen. Somit hat sich dieses arbeitsangebot
+für mich erledigt. (Ansonsten hatte niemand, mit dem ich geredet habe,
+ein problem damit, die software frei zu veröffentlichen, aber die
+meinung der für licenzrecht zuständigen ist maßgebend.)")
+
+ (h2 "Warum?")
+
+ (p "Ich denke, der grund für die quasi-ablehnung ist, dass es als
+absurd wahrgenommen wurde, dass die uni einen vorteil davon haben
+könnte, software freizugeben, wenn sie nicht muss. Ich bin zwar
+anderer meinung und denke, sie würde von cooperation mit anderen und
+von der existenz der software mehr profitieren. Das konnte aber nicht
+überzeugen und mir wurde vorgeworfen, ich wolle die uni erpressen…")
+
+ (p "Ich halte das für die falsche entscheidung. Ebenso wie das
+anbieten von nicht direct profitabler lehre insgesamt gewinnbringend
+ist, wäre auch die entwicklung freier software gewinnbringend für die
+uni und vor allem für die bevölkerung gewesen.")
+
+ (p "Ein anderer grund könnte sein, dass kein freies
+veröffentlichen die vorsichtigere entscheidung ist. Niemand wird die
+verwaltung der uni beschuldigen, wenn sie die veröffentlichung
+verweigert, aber wenn jemand hinterher denkt, man hätte an etwas frei
+veröffentlichtem auch die exclusiven rechte verkaufen können, dann
+könnte er auf die idee kommen, der verwaltung die schuld zu geben.")
+
+ (p "Dieser fall macht meiner meinung nach deutlich, dass unsere
+deutschen unis commercielle einrichtungen sind und nicht
+nicht-commerciell, wie so viele behaupten: Auch wenn der profit der
+staatlichen uni zu gute kommen soll, ist das ziel doch maximaler
+profit – nicht kostendeckung – für die uni und nicht für die
+allgemeinheit.")
+
+ (p (@ (id "fusznote-1")) "[1] "
+ ,(let
+ ((url
+ "https://www.gnu.org/licenses/gpl-faq.html#WhatIfSchool"))
+ `(a (@ (href ,url)) ,url))))))
diff --git a/posts/en/2017-06-21-free-software-and-the-employment-contract.sxml b/posts/en/2017-06-21-free-software-and-the-employment-contract.sxml
new file mode 100644
index 0000000..65749da
--- /dev/null
+++ b/posts/en/2017-06-21-free-software-and-the-employment-contract.sxml
@@ -0,0 +1,103 @@
+(use-modules (srfi srfi-19)
+ (haunt utils))
+
+`((title . "Free software and the employment contract")
+ (date . ,(string->date* "2017-06-21 19:00"))
+ (tags "free software" "jobs")
+ (summary . "My experiences with wanting to develop free software in the German civil service.")
+ (content
+
+ ((h2 "No employment contract")
+
+ (p "Many free software advocates are hoping to find an employer
+that pays them for developing free software. I was hoping to get
+employed to develop free software for an EU-funded project as a
+research assistant.")
+
+ (p "Note that in Germany, “property rights” of software developed
+as part of an employment relationship are automatically transferred
+from the employee to the employer. The actual author loses the right
+to decide redistribution and licensing of their software. I wanted a
+guarantee that the software will be released in a libre manner (at
+least as one among other licenses, see for instance " (a (@ (href
+"#footnote-1")) "[1]") " for an explanation of why a guarantee is
+necessary). So I demanded an agreement for “backlicensing” the
+software to me that should look somewhat like this:")
+
+ (p (@ (class "low-max-width"))
+ (ol (@ (class "list-arab-paren"))
+ (li "<Other Party> hereby agrees that, whenever software
+created as part of an employment relationship between <Employer> and
+<Employee> of which <Employee> is one of the authors is distributed to
+third parties and/or published, <Other Party> will give <Employee> a
+copy of that software under the terms of the GNU General Public
+License Version 3 and <Other Party> agrees to allow <Employee> to
+further redistribute to anyone and/or publish that copy under the
+terms of any newer version of the GNU General Public License. The
+license of any such copy shall not only convey the right to use the
+software but shall also convey any other rights granted in the
+respective version of the GNU General Public License.")
+
+ (li "<Other Party> additionally agrees not to knowingly
+obligate <Employee> to work on creating, extending, changing or
+improving software which cannot be licensed by <Other Party> to
+<Employee> under the terms of the GNU General Public License Version 3
+in accord with section 1) without invalidating requirements of the GNU
+General Public License Version 3.")
+
+ (li "<Other Party> and <Employee> may together agree on
+exceptions to the obligations described in section 1) and in section
+2).")
+
+ (li "<Other Party> and <Employee> hereby agree that
+interfaces to code of the Omnet++ project constitute an exception in
+accord with section 3)."))
+
+ (p "The <Other Party> here would have been the human resources
+department of the university. Of course the obligatory remark that I
+have no legal education is appropriate here."))
+
+ (p "Well… The staff member responsible for “law in technology
+transfer”, who is responsible for licensing, together with the chief
+of the human resources department, did not make any definitive
+statements, but did make very clear to me that, if such an agreement
+were formally requested, it would be denied. They did not even read my
+above text. This settled this employment opportunity for me. (Nobody
+else whom I talked to was against releasing the software as free
+software, but the opinion of the responsible staff is what matters.)")
+
+ (h2 "Why?")
+
+ (p "I believe the reason for the quasi-denial is a perception that
+it were absurd to believe the university could have an advantage from
+releasing something as free software when the university does not have
+to. I disagree: I believe the university profits more from cooperating
+with others and also that the university profits more from the
+software existing at all. This did not convince them however and they
+claimed I were trying to blackmail the university.")
+
+ (p "I consider this to be the wrong decision. Just like teaching
+is not directly profitable but leads to gains in the long term,
+developing free software would have led to gains for the university
+and above all for the public.")
+
+ (p "Another possible reason for their decision could be that not
+publishing as free software is the safer decision: Nobody will
+complain to the administration after it denied the publication, but if
+someone later concluded that free software that has been published
+could instead have been licensed exclusively, they may blame the
+administration for doing what they believe to less profitable and thus
+not in the university’s interest.")
+
+ (p "In my opinion, this case shows clearly that our German
+universities are driven by a commercial interest and are not, as many
+people claim, non-commercial institutions. Even if the profit is
+intended to help the state-funded university, the goal is maximum
+profit and not just covering costs, for the university and not for the
+public.")
+
+ (p (@ (id "footnote-1")) "[1] "
+ ,(let
+ ((url
+ "https://www.gnu.org/licenses/gpl-faq.html#WhatIfSchool"))
+ `(a (@ (href ,url)) ,url))))))