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authorFlorian Pelz <pelzflorian@pelzflorian.de>2018-01-18 09:16:15 +0100
committerFlorian Pelz <pelzflorian@pelzflorian.de>2018-01-18 09:16:15 +0100
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@@ -0,0 +1,3259 @@
+% Kompilieren mit `latexmk -xelatex schulstuecke.tex`.
+%
+% Text © 19??–2018 Elfriede Pelz
+% © 1992 Weihnachtslied von Franz Pelz
+% Code © 2018 Florian Pelz
+%
+% Der gesamte Inhalt dieser Datei ist wie im Vorwort beschrieben
+% verfügbar zu den Bedingungen der CC-BY-SA-4.0-Lizenz mitsamt allem
+% Code insofern für diesen überhaupt das Urheberrecht greift.
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+\documentclass[12pt]{book}
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+\providecommand{\titleformatpicture}{\titleformat{\section}[display]{\normalfont\Large\bfseries}{\vspace{1em}\arabic{section}.\ Bild:\ }{1em}{\Large\bfseries}}
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+\newcommand\dialog[2]{\vspace{1em}\begin{minipage}{0.9\textwidth}\begin{center}\bfseries\itshape{#1}\end{center}\par #2\end{minipage}\vspace{1ex}\par}
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+\usepackage{metalogo} % zum Ausgeben des Namens von XeLaTeX
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+\title{Theater für Kappler Grund"|schul"|kinder}
+\author{E.\ Pelz}
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+\begin{document}
+\frontmatter
+\thispagestyle{empty}
+\begin{center}
+~\\[10em]
+{
+\LARGE
+Theater für Kappler Grund"|schul"|kinder
+}
+\\[2em]
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+\Large
+Elfriede Pelz
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+\begin{tabular}{l l}
+Copy"|right © & 19??--2018 Elfriede Pelz \\
+ & 1992 Franz Pelz
+\end{tabular}
+
+\setcounter{tocdepth}{0}
+\tableofcontents
+
+\chapter{Vor"|wort}
+\thispagestyle{empty}
+\label{vorwort}
+
+Dies ist eine Sammlung von einigen Theater"|stücken, die meine Groß"|mutter Elfriede Pelz ge"|schrieben hat. Sie war Grund"|schul"|lehrerin an der Schau"|ins"|land"|schule in Kappel in Frei"|burg im Breis"|gau und hat dort bei ihren Schülern nicht nur Wert auf das Lesen"|lernen, sondern auch auf eine deut"|liche Aus"|sprache ge"|legt. So konnte sie mit ihren Schülern selbst"|ge"|schriebene Stücke auf"|führen. Sie sind, meiner Meinung nach, qualitativ hoch"|wertig, und meine Groß"|mutter hat, sagt sie, immer dar"|auf ge"|achtet, dass nie"|mand eine Rolle spielen musste, die ihm un"|an"|ge"|nehm war, und doch jeder eine Rolle be"|kam. Den Schülern und ihrer An"|zahl ent"|sprechend wurden die Stücke ge"|schrieben und an"|ge"|passt.
+
+Mit Er"|laub"|nis meiner Groß"|mutter Elfriede habe ich die noch auf"|find"|baren Stücke in \XeLaTeX\, ge"|setzt und wir stellen sie hier zu den Be"|dingungen der Namensnennung-Share Alike 4.0 International Public License ("`CC-BY-SA 4.0"') der Öffent"|lich"|keit zur Ver"|fügung. Den Voll"|text der Lizenz finden Sie im \hyperref[ccbysa-text]{An"|hang} oder im Web unter \url{https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode.de}. Die"|jenigen Stücke, die auf Rafik Schamis "`War"|um Momo sich in J.R.\ ver"|liebte"' oder Pearl Bucks "`Drachen"|fisch"' auf"|bauen, kann ich aus Ur"|heber"|rechts"|gründen hier aller"|dings nicht wieder"|geben.
+
+Sie finden dieses Buch auch on"|line unter \\\url{https://pelzflorian.de/theater/}.
+
+\begin{flushright}
+Ihr Enkel,
+Florian Pelz
+\end{flushright}
+
+\mainmatter
+
+\play{Kasperle"|spiel zum Schul"|an"|fang~1989}
+\titleformatscene
+
+\section{Groß"|mutter und Seppel}
+
+\dialog{Kasper"|le (un"|sicht"|bar)}{hu, hu, hu\ldots}
+
+\dialog{Seppel}{Schlimberdibitz, Groß"|mutter, hörst du das auch? Da muss sich je"|mand schreck"|lich weh"|ge"|tan haben!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Ach du lieb's Mai"|glöck"|le von Kappel"|pappel, ich glaub' gar, das ist der Kasper. Seppel, Seppel, lauf schnell und schau, was der Lause"|bengel wieder mal an"|ge"|stellt hat!}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Hu, hu, hu\ldots}
+
+\dialog{Seppel}{Ach, Groß"|mutter, mir wird's ja ganz schlecht. Ich glaub', der Kasper ist tot, sicher ist er mause"|tot; hörst du nicht, wie schreck"|lich er weint!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Un"|sinn, Seppel. Wenn der Kasper"|le mause"|tot wär', könnte er doch nicht mehr so schreien! Ich glaube eher, der Lause"|junge will uns an der Nase her"|um"|führen.}
+
+\stage{Kasper"|le erscheint.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Hu, hu, Groß"|mutter, hu, hu\ldots}
+
+\dialog{Seppel}{Schlimberdibitz, da bist du ja, Kasper"|le; ich dachte schon, du wärst mause"|tot. War"|um weinst du denn so ent"|setz"|lich? Bist du viel"|leicht auf den Hintern ge"|fallen?}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Hast du dir weh ge"|tan, Kasper"|le? Hör doch end"|lich auf zu weinen und er"|zähl uns, was passiert ist!}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Hu, hu, heute haben alle Kinder Ge"|burts"|tag -- nur ich nicht! Hu, hu, das ist so un"|ge"|recht! Ich hab' nie Ge"|burts"|tag! Ich bin immer gleich alt, ich werd' über"|haupt nie älter. Dar"|um hab' ich nie Ge"|burts"|tag. Aber alle Kinder, denen ich heut' be"|gegnet bin, die haben Ge"|burts"|tag, die haben heute Ge"|burts"|tag!}
+
+\dialog{Seppel}{Hu, hu, Groß"|mutter, das ist wirk"|lich un"|ge"|recht. Ich hab' näm"|lich auch keinen Ge"|burts"|tag, hu, hu, alle Kinder haben heut' Ge"|burts"|tag, nur wir haben keinen.}
+
+\dialog{Beide}{Hu, hu\ldots}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Jetzt reicht mir's aber, ihr beiden Lause"|bengel! Hört so"|fort mit eurem Ge"|schrei auf, sonst platzt mir ja noch das Trommel"|fell. Kasper"|le, was redest du nur wieder für einen Un"|fug zu"|sammen. Alle Kinder können heute un"|mög"|lich Ge"|burts"|tag haben. Die Ge"|burts"|tage der Kinder sind näm"|lich ganz hübsch über das Jahr ver"|teilt.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Ha, Groß"|mutter, das be"|hauptest du nur, um uns den Mund zu stopfen. Aber ich hab's wirk"|lich mit meinen eigenen Augen ge"|sehen, dass heute ganz viele, dass alle Kinder Ge"|burts"|tag haben!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Viel"|leicht feiert \emph{ein} Kind seinen Ge"|burts"|tag und hat die anderen Kinder da"|zu ein"|ge"|laden. Da feiern sie eben eine große Ge"|burts"|tags"|party. Aber des"|halb wirst du doch nicht et"|wa eifer"|süchtig sein, Kasper"|le.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Hu, hu, nein, Groß"|mutter. Sie haben alle Ge"|burts"|tag. Ich hab's wirk"|lich ge"|sehen. Jedes Kind hat eine ganz, ganz große super"|schöne Ge"|burts"|tags"|tüte ge"|schenkt be"|kommen. Hu, hu, nur ich nicht.}
+
+\dialog{Seppel}{Hu, hu, Groß"|mutter, das ist so ge"|mein, nur wir haben keine Ge"|burts"|tags"|tüte ge"|kriegt.}
+
+\dialog{Beide}{Hu, hu\ldots}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Wenn ihr nicht so"|fort mucks"|mäus"|chen"|still seid, gibt's heute keinen Him"|beer"|pudding zum Nach"|tisch. Ihr hetzt mir ja noch den Polizisten Dimpfel"|moser auf den Hals. Außer"|dem, Kasper"|le, du hast dich ge"|irrt. Die Kinder feiern heute keinen Ge"|burts"|tag; sie haben keine Ge"|burts"|tags"|tüten, sie haben eine Schul"|tüte be"|kommen. Sie dürfen näm"|lich heut' zum ersten Mal in die Schule gehen.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Ich will auch eine Schul"|tüte haben!}
+
+\dialog{Seppel}{Ich will auch eine Schul"|tüte haben!}
+
+\dialog{Beide}{Wir wollen auch eine Schul"|tüte haben! War"|um hast du uns nicht auch eine Schul"|tüte ge"|schenkt, Groß"|mutter?}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Na, da kocht ja gleich die Milch über, ihr beiden Schlingel! Eine Schul"|tüte wollt ihr haben? Ja, sagt nur, ihr wollt auch in die Schule gehen? Ach, Kinder, das wäre schön. Da würdet ihr ja end"|lich lesen und schreiben lernen und nicht mehr den ganzen Tag nur Un"|sinn machen. Wisst ihr was? Ich be"|sorge euch gleich eine Schul"|tüte und bringe euch so"|gar persön"|lich in die Schule.}
+
+\section{Polizist, Groß"|mutter, Kasper"|le, Seppel}
+
+\dialog{Polizist}{Guten Tag, Groß"|mutter! Guten Tag, Kasper"|le! Guten Tag, Seppel!}
+
+\dialog{Alle}{Guten Tag, Herr Dimpfel"|moser!}
+
+\dialog{Polizist}{Sagen Sie mal, Groß"|mutter, haben Sie vor"|hin auch je"|manden so schreck"|lich weinen hören? Ist Ihnen be"|kannt, ob in der Nähe ein Un"|fall passiert ist?}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Nein, be"|ruhigen Sie sich, Herr Dimpfel"|moser. Es ist nichts passiert.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Nein, wirk"|lich, Sie können ganz be"|ruhigt sein, es ist nichts passiert. Und bei uns hat nie"|mand nicht ge"|schrien, da müssen Sie sich ver"|hört haben.}
+
+\dialog{Seppel}{Ja, wirk"|lich, da müssen Sie sich ver"|hört haben. Wir zum Bei"|spiel waren die ganze Zeit über mucks"|mäus"|chen"|still.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Ja"|wohl, wir waren mucks"|mäus"|chen"|still. Es gibt näm"|lich bei uns heute Him"|beer"|pudding, stimmt's, Groß"|mutter?}
+
+\dialog{Polizist}{Tja, da muss ich mich wohl wirk"|lich ver"|hört haben. Ach, Groß"|mutter, wie ich sehe, wollen Sie ge"|rade in die Stadt zum Ein"|kaufen? Da kann ich Sie ja gleich in meinem Polizei"|auto mit"|nehmen.}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Ja, wissen Sie, Herr Wacht"|meister, ich muss ganz schnell in die Stadt und für den Kasper und den Seppel Schul"|tüten be"|sorgen. Stellen Sie sich vor, Herr Wacht"|meister, die beiden haben be"|schlossen, brav zu werden und in die Schule zu gehen.}
+
+\dialog{Polizist}{Ja, sagen Sie mal, Groß"|mutter, sind die beiden denn schon schul"|reif?}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Ha, schul"|reif? Dass mich das Mäus"|lein beiß! Ist die Schule denn ein Apfel oder eine Birne?}
+
+\dialog{Seppel}{Hi, hi, oder eine Zwetschge oder eine Kirsche?}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Ja"|wohl, Äpfel und Birnen können reif werden, aber dass die Schule auch reif werden kann, das habe ich nicht ge"|wusst. Seppel, weißt du, wie eine reife Schule aus"|sieht?}
+
+\dialog{Polizist}{Aber Kasper"|le, schul"|reif ist doch et"|was ganz anderes. Wenn ein Kind schul"|reif ist, kann es mindestens bis~3 zählen! Und still"|sitzen kann es! Und schon all"|ein über die Straße gehen, ohne unter ein Auto zu laufen!}
+
+\dialog{Seppel}{Ha, auf drei zählen, das kann ich schon lange!}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Und wie lange ich schon auf drei zählen kann. Kinder, könnt ihr denn auch schon auf drei zählen?~--- Wirk"|lich -- dann zählt mal ganz laut auf drei!}
+
+\dialog{Seppel}{Schlimberdibitz, Herr Ober"|wacht"|meister, haben Sie ge"|hört, die Kinder, die wollen schul"|reif sein und alle haben eine Schul"|tüte ge"|kriegt, da"|bei können sie nur so kurz auf drei zählen. Ich kann schon viel länger auf drei zählen: eins, neun, acht, hundert, fünf"|zig, drei!}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Das soll lang sein? Ich, ich kann noch viel, viel besser auf drei zählen: 5 -- 9 -- 8 -- 6 -- 90 -- 8 -- 7 -- drei! Was sagen Sie nun, Herr Ober"|wacht"|meister? Sind wir nicht die reifsten Kinder, die je in die aller"|reifste Schule ge"|kommen sind?}
+
+\dialog{Seppel}{Groß"|mutter, jetzt weißt du's, wir sind so reif, dass wir schon bald platzen. Des"|halb muss unsere Schul"|tüte mindestens doppelt so groß sein wie eine normale Schul"|tüte.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Und, Groß"|mutter, es muss mindestens doppelt so viel d'r"|in sein wie in einer normalen Schul"|tüte. Haben wir nicht recht, Herr Ober"|wacht"|meister?}
+
+\dialog{Polizist}{Tja, Kasper"|le, ich will euch ja nicht be"|leidigen, aber mit dem Zählen hapert's noch ein biss"|chen. Aber wissen Sie was, Groß"|mutter, kaufen Sie den beiden halt trotz"|dem eine Schul"|tüte und bringen Sie sie nach Kappel zum Lehrer Hauert, der wird ihnen das Zählen schon noch bei"|bringen. Vor"|sichtig über die Straße gehen, das können sie ja schon, und Still"|sitzen, das ist ja nicht so schwer. Aber be"|eilen Sie sich, Groß"|mutter! Ich muss in zehn Minuten wieder in der Stadt sein.}
+
+\section{Polizist, Groß"|mutter, Kasper"|le, Seppel}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Hier, Kasper"|le, hier, Seppel! Habe ich euch nicht schöne Schul"|tüten be"|sorgt?}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Ha, jetzt esse ich gleich alles auf, was in der Tüte d'r"|in ist.}
+
+\dialog{Seppel}{Au fein, Kasper"|le, jetzt essen wir gleich alles auf, dann können wir ja auch ein anderes Mal in die Schule gehen.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Ach ja, still"|sitzen können wir auch ein anderes Mal, Groß"|mutter, wir gehen ein"|fach erst vor"|gestern in die Schule. Die Haupt"|sache ist, dass wir eine Schul"|tüte haben.}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Nein, so haben wir nicht ge"|wettet! Marsch, ihr beiden, her mit der Schul"|tüte. Ich sehe schon, ich habe mich zu früh ge"|freut. Ihr seid wirk"|lich noch nicht schul"|reif! Herr Ober"|wacht"|meister, nehmen Sie doch bitte die Schul"|tüten wieder mit und heben Sie sie auf bis zum nächsten Jahr. Viel"|leicht sind die beiden Lause"|bengel bis da"|hin et"|was ver"|nünftiger ge"|worden.}
+
+\dialog{Kasper"|le und Seppel}{Hu, hu, wir wollen unsere Schul"|tüte wieder haben! Hu, hu, wir wollen unsere Schul"|tüte wieder haben\ldots}
+
+\section{Seppel}
+
+\dialog{Seppel}{Hui, schlimberdibitz, Kinder, Kinder, wer kommt denn da her"|ein"|spaziert? Das wird doch nicht et"|wa ein Zi-- Za-- Zauberer sein. O"|je, o"|je, mit dem bösen Zauberer will ich nichts zu tun haben. Da ver"|steck' ich mich lieber ganz schnell hinter dem Vor"|hang. Bitte ver"|ratet ihm ja nicht, dass ich mich hinter dem Vor"|hang ver"|steckt habe.}
+
+\dialog{Zauberer}{Hi-- ha-- Hexen"|schuss, Ratten"|schwanz und Schweine"|kringel, kennt ihr mich noch, Kinder? Ich bin der große und be"|rühmte Zauberer Drachen"|fels von Drachen"|zahn vom Kyb"|felsen. Aber ich habe eine Wut im Bauch, so eine Wut habe ich, dass ich am liebsten an die Decke springen würde. Und wisst ihr, war"|um ich so wütend bin? Da mach' ich doch ganz ge"|müt"|lich mein Morgen"|schläf"|chen, und wer schreit mich dann wach, wer macht dann so ein Ge"|schrei, dass so"|gar die Häuser wackeln? Natür"|lich wieder mal der Kasper"|le und der Seppel. Wenn ich die beiden Schrei"|hälse er"|wische, mache ich Hack"|fleisch aus ihnen. Ha, wer spricht denn von Hack"|fleisch! Wenn ich die beiden er"|wische, dann nehme ich meinen Zauber"|stab und ver"|zaubere sie in zwei Stachel"|schweine oder in zwei Elefanten. Ha, denen werd' ich's zeigen! Die werden nicht noch ein"|mal einen Zauberer aus dem schönsten Morgen"|schlaf auf"|wecken!}
+
+\dialog{Seppel}{Uih, uih, schlimberdibitz, Kinder, der Zauberer ist ja wirk"|lich bös'. Der will mich in einen Elefanten ver"|zaubern. Und wer sollte denn dann heute mittag Groß"|mutters Him"|beer"|pudding auf"|essen. Kinder, Kinder, ich muss mich schnell da"|von"|schleichen und den Kasper"|le warnen. Nicht, dass er noch aus Ver"|sehen dem schreck"|lichen Zi-- Za-- Zauberer über den Weg läuft!}
+
+\dialog{Zauberer}{Schnecken"|fraß und Schweine"|kringel! So eine Un"|ver"|schämt"|heit! Mich aus meinem Morgen"|schlaf auf"|wecken! Dem Kasper"|le und dem Seppel, denen werd' ich's noch zeigen! Sie haben ja zum Stein"|er"|weichen ge"|brüllt! Ja, sie haben zum Stein"|er"|weichen ge"|brüllt; die Steine wurden so weich, dass ich sie mir wie Butter auf's Ohr schmieren konnte. Ha, Frösche"|schwanz und Spinnen"|schnitzel, war"|um ist mir das nicht früher ein"|ge"|fallen: Ich nehm' ein"|fach einen butter"|weichen Stein, stopf' ihn mir wie Watte ins Ohr, dann können mich die beiden nicht mehr stören und ich kann noch ein Stünd"|chen in Ruhe schlafen. Den Kasper"|le und den Seppel, die beiden Schrei"|hälse er"|wisch' ich immer noch früh ge"|nug. Huch, bin ich müde. Ch, ch, ch. Kinder, weckt mich ja auf, wenn ihr den Kasper oder den Seppel kommen hört.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Pst, pst, Kinder, bitte, bitte ver"|ratet dem Zauberer nicht, dass wir kommen. Hallo, Seppel, du brauchst keine Angst zu haben, der Zauberer schläft ganz fest. Wenn wir ganz leise sind, wacht er be"|stimmt nicht auf.}
+
+\dialog{Seppel}{Uih, Kasper"|le, guck mal, was da liegt!}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Ha, das ist ja ein Zauber"|stab. Weißt du was, wir klauen dem Zauberer seinen Zauber"|stab und suchen sein Zauber"|buch, und dann zaubern wir uns ganz tolle Sachen.}
+
+\dialog{Seppel}{Au ja, dann zaubern wir uns zu"|aller"|erst eine Schul"|tüte so groß wie der Münster"|turm. Mensch, guck mal, da liegt ja sein Zauber"|buch. Ha, ha, der Zauberer wird aber ganz schön dumm gucken, wenn er auf"|wacht und nicht mehr zaubern kann. Nichts wie ab hier, ehe er uns noch er"|wischt.}
+
+\section{Kasper"|le und Seppel}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Seppel, das find' ich aber ganz ge"|mein von dir, dass du nie in der Schule warst und nicht lesen kannst. Was nützt uns das schönste Zauber"|buch, wenn wir es nicht lesen können?!}
+
+\dialog{Seppel}{Aber Kasper"|le, du kannst ja auch nicht lesen. War"|um bist denn du nie in die Schule ge"|gangen?}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Das ist ja wirk"|lich dumm, dass wir einen Zauber"|stab haben und ein Zauber"|buch und nicht lesen können. Da hilft nichts, wir müssen zur Groß"|mutter und uns von ihr das Buch vor"|lesen lassen.}
+
+\dialog{Seppel}{O je"|mineh, wenn die Groß"|mutter er"|fährt, dass das ein Zauber"|buch ist und wir es dem Zauberer ge"|klaut haben, dann wirft sie es be"|stimmt ins Feuer und wir können uns die Zauberei an den Hut stecken.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Weißt du was, sie soll uns das Buch ein"|fach von hinten nach vorn vor"|lesen, dann merkt sie nicht, dass es ein Zauber"|buch ist.}
+
+\dialog{Seppel}{Groß"|mutter, Groß"|mutter!}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Groß"|mutter, Groß"|mutter!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Wo brennt's denn, Kasper"|le? So schwer"|hörig bin ich auch wieder nicht, dass ihr so schreien müsst.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Groß"|mutter, Groß"|mutter, bitte, bitte, lies uns eine Ge"|schichte vor. Wir haben dir auch ein ganz schönes Buch mit"|ge"|bracht, aber es heißt "`Ver"|kehrt"|'r"|um"', das be"|deutet, du musst es uns von hinten nach vorn vor"|lesen.}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Na, das ist aber ein merk"|würdiges Buch. Wo habt ihr das denn auf"|ge"|stöbert?}
+
+\dialog{Seppel}{Das Buch, je nun, das haben wir auf der Straße ge"|funden. Gell, Kasper"|le, auf ein"|mal lag es da. Bitte, Groß"|mutter, lies uns doch et"|was dar"|aus vor. Dann sind wir so brav. Dann sind wir da"|für so leise, dass du meinst, wir wären über"|haupt nicht mehr da.}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Na, wenn ihr so lieb seid, da kann ich nicht nein sagen. Wartet, ich muss mir noch die Brille zu"|recht"|rücken. Al"|so, da steht: \par Aber wehe, wehe, wehe Laus"|buben finden und miss"|brauchen dieses Buch: Einen Zauber"|spruch können sie wagen, doch ist dieser schlecht, geht's ihnen an den Kragen. In der tiefsten Hölle sollen sie dann schmoren, wachsen werden ihnen Esels"|ohren. --- Al"|so das ist ein merk"|würdiges Buch. Nein, Kasper"|le, das ist keine Ge"|schichte zum Vor"|lesen, soll ich euch nicht lieber ein Mär"|chen er"|zählen?}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Ach bitte, bitte, Groß"|mutter, lies doch wenigstens die eine Seite bis zum Ende.}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Komisch, was da steht: Der Zauber"|spruch lautet: \par Abra, kadabra, drei"|mal schwarzer Kater, Teufels"|katz' und Höllen"|stein, was ich ge"|wünscht, nun gleich er"|schein. \par Pfui, Kasper"|le, pfui, Seppel, ihr werdet mir doch nicht et"|wa ein Zauber"|buch ins Haus ge"|schleppt haben. Mit solchem Teufels"|zeug will ich nichts zu tun haben. Marsch, in die Grüne Tonne mit dem Buch!}
+
+\section{Kasper"|le und Seppel}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Das ist ja ganz schön blöd. Nur ein"|mal können wir zaubern. Und dann soll es auch noch et"|was Gutes sein! Was meinst du, Seppel, eine Schul"|tüte, so groß wie der Münster"|turm, das ist doch ganz be"|stimmt et"|was Gutes.}
+
+\dialog{Seppel}{Tja, al"|so ich weiß nicht so recht, Kasper"|le. Die Groß"|mutter schenkt uns eigent"|lich immer alles, was für uns gut ist, aber die Schul"|tüten hat sie uns wieder weg"|ge"|nommen. Hu, hu, ich will nicht in der tiefsten Hölle braten! Sei vor"|sichtig, Kasper"|le, sei lieber vor"|sichtig.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Aber Seppel, ein"|mal im Leben et"|was zaubern können, das wäre doch so toll. Ich wollte so gern allen Leuten rote Nasen an"|zaubern oder Esels"|ohren oder dem Wacht"|meister Dimpfel"|moser einen blauen Schnurr"|bart.}
+
+\dialog{Seppel}{Schlimberdibitz, Kasper"|le, du bringst uns ja wirk"|lich noch in Teufels Küche. Fällt dir denn nichts Besseres ein?}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Hurra, Seppel, ich hab' eine prima Idee. Zaubern wir doch ein"|fach den Kindern, die heute zum ersten Mal in die Schule gehen, et"|was ganz, ganz Tolles. Da kann uns doch der Zauber"|spruch nicht schaden. Im Gegen"|teil: Wir haben unseren Spaß und die Kinder eine Freud'.}
+
+\dialog{Seppel}{Mensch, Kasper"|le, das ist wirk"|lich eine prima Idee. Wollen wir den Zauber"|spruch nicht gleich aus"|probieren?}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Al"|so los. Aber zu"|erst spucken wir vor"|sichts"|halber erst drei"|mal gegen den Wind:}
+
+\dialog{Beide}{Abra kadabra, drei"|mal schwarzer Kater, Teufels"|katz' und Höllen"|stein, was ich ge"|wünscht, jetzt hier er"|schein.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Juch"|hu, guck mal, lauter Brezel"|ketten, so viel' Bretzel"|ketten, da werden sich die Kinder aber be"|stimmt freuen.}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Kasper"|le, Seppel! Kasper"|le, Seppel, wo steckt ihr denn? Der Him"|beer"|pudding ist fertig!}
+
+\dialog{Seppel}{Schlimberdibitz, das Wasser läuft mir im Mund zu"|sammen. Der Him"|beer"|pudding ist fertig.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Mm, Him"|beer"|pudding. Kinder, Kinder, wir müssen euch leider so"|fort ver"|lassen. Denn stellt euch vor, die Groß"|mutter müsste den Him"|beer"|pudding ohne uns auf"|essen?}
+
+\dialog{Seppel}{O jeh, was für Bauch"|weh würde sie dann kriegen.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Ja, da könnte ihr viel"|leicht so"|gar der Bauch platzen.}
+
+\dialog{Seppel}{Und dann hätten wir keine Groß"|mutter mehr.}
+
+\dialog{Beide}{Groß"|mutter, warte, warte, wir kommen schon.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Al"|so tschüss, Kinder, ade, auf Wieder"|seh'n.}
+
+\dialog{Seppel}{Und stolpert nicht auf dem Heim"|weg.}
+
+\dialog{Beide}{Ade, ade, auf Wieder"|seh'n.}
+
+\begin{center}Euer Kasper"|le und Euer Seppel\end{center}
+
+\play{Kasper"|le und der Zauberer vom Kyb"|felsen}
+\titleformatscene
+
+\section{}
+
+\dialog{Seppel}{Tra"|la"|la, tra"|la"|la, hopsa -- hopsa -- heisasa. Sagt mal, Kinder, wo steckt denn der Kasper"|le? Wir kommen ja noch zu spät zur Schule! Kasper"|le, Kasper"|le! Hallo, los, be"|eil dich!}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Mensch, Seppel, du schreist ja, dass die Häuser wackeln! Wo brennt's denn?}
+
+\dialog{Seppel}{Du hast Nerven, Kasper"|le! In fünf Minuten be"|ginnt der Unter"|richt. Was wird wohl unser Herr Hau"|ruck sagen, wenn wir schon wieder zu spät kommen! Ja, wo hast du denn deine Schul"|mappe?}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Ach die, die hab' ich da"|heim ge"|lassen!}
+
+\dialog{Seppel}{Sag mal, hast du nicht mehr alle Tassen im Schrank? Wir haben jetzt doch Schule.}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Peh, Schule! Ver"|flixt und auf"|ge"|schlitzt. Die Schule kann mir doch den Buckel 'r"|unter"|rutschen! Unsere Lehrerin ist so ein Dipfele"|schisser! Alles soll man wissen! Dabei weiß sie nicht mal, was es bei uns zum Mittag"|essen gibt; und das ist doch viel wichtiger, als dass 2 plus 3\ sieben ist!}
+
+\dialog{Seppel}{Schlimberdibitz, eigent"|lich hast du wirk"|lich recht, Kasper"|le!}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Siehst du, Seppel, und des"|halb -- ver"|flixt und auf"|ge"|schlitzt -- geh' ich heut' mal ein"|fach nicht in die Schule!}
+
+\dialog{Seppel}{Schlimberdibitz, ein"|fach so die Schule schwänzen? Was wird da wohl die Groß"|mutter da"|zu sagen. Wenn ich nur dar"|an denke, tut mir schon der Hosen"|boden weh!}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Och, die Groß"|mutter! Auf die pfeif' ich! Wenn du zu feig' bist, dann schwänz' ich halt all"|ein.}
+
+\dialog{Seppel}{Nein, nein, Kasper"|le, so war's doch nicht ge"|meint! Natür"|lich lass' ich dich nicht im Stich!}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Mensch Seppel, ich hab' doch ge"|wusst, dass man mit dir Kirschen klauen kann!}
+
+\dialog{Seppel}{Los, lauf, dass uns nie"|mand sieht!}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Wir rennen ein"|fach die Schüler"|dubel"|straße
+\footnote{ab"|sicht"|liche Ver"|fremdung des Kappler Straßen"|namens "`Im Schuler"|dobel"' vom Nach"|namen "`Schuler"' (vom Bauern eines Bauern"|hofs dort) und der Be"|zeichnung "`Dobel"' (vgl.\ den Eintrag da"|zu im Deutschen Wörterbuch)}
+hin"|auf und schon sind wir im Wald. Juch"|hu, das wird toll!}
+
+\dialog{Beide}{Heißa, heißa, hopsasa, die Schul' ist nur für Dumme da! Heißa, heißa, hopsasa, d'r"|um schwänzen wir sie ja!}
+
+\section{Wald beim Kyb"|felsen}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Oh Seppel, schau nur, wie schön es hier ist! Bin ich froh, dass wir nicht im heißen Schul"|zimmer hocken.}
+
+\dialog{Seppel}{Juch"|hu, ist's hier schön! Komm, Kasper"|le, wir spielen Ver"|stecken. Ich zähl' ab: Ene dene Maus und du bist d'r"|aus!}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Mensch, Seppel, du hast's gut, du darfst dich ver"|stecken!}
+
+\dialog{Seppel}{Au prima, ich ver"|steck mich so gut, dass du blau wirst beim Suchen! Stell dich hinter den Baum und zähl bis~20. Aber nicht mogeln!}
+
+\dialog{Kasper"|le}{
+20 -- 20 -- Ich komme! Ha, den Seppel, den hab' ich doch gleich! Ver"|flixt und auf"|ge"|schlitzt, wo steckt der Bursche denn bloß? Wisst ihr was, ich hab' eine prima Idee! Ich klettere ein"|fach auf diesen Baum, denn von da oben seh' ich ihn be"|stimmt.
+
+Sapper"|lot, wer kommt denn da? Der Kerl sieht grus'lig aus. Das kann doch nicht der Seppel sein. Hu, hu, das wird doch nicht et"|wa ein Zi-- Za-- Zauberer sein? Kinder, Kinder, mir klappern ja auf ein"|mal alle Zehen und Finger"|nägel vor Schreck. Die Haare stehen mir zu Tal! Bitte, bitte, seid ja mucks"|mäus"|chen"|still und ver"|ratet nicht, dass ich da oben auf dem Baum sitze!
+}
+
+\dialog{Zauberer}{Hi--, Ha--, Hexen"|schuss, Frösche"|schwanz und Ratten"|schenkel! Kennt ihr mich, Kinder? Ich bin der große und be"|rühmte Zauberer Backen"|fels von Drachen"|zahn vom Kib"|felsen. Ich bin kein ge"|wöhn"|licher Zauberer, sondern ein ganz be"|sonderer. Hi--, Ha--, Hexen"|schuss! Ich habe näm"|lich einen ganz be"|sonderen Zauber"|stab. Wenn gute Kinder in der Nähe sind, dann zaubert er gute Sachen. Aber wenn ein böses Kind kommt, juch"|hu, dann zaubert er ganz ver"|rückte Sachen. Er ver"|zaubert das böse Kind zum Bei"|spiel in ein himmel"|blaues Meer"|schwein"|chen oder in einen rosa"|roten Heu"|hupfer. Schnecken"|fraß und Schweine"|kringel, wer spaziert mir denn da über den Weg?}
+
+\dialog{Kasper"|le}{Ui Kinder, das Herz fällt mir ins Hemd. Rennt doch der blöde Seppel dem schreck"|lichen Zauberer direkt vor die Füße. O"|je, o"|je, guckt mal, was ich für eine Gänse"|haut kriege! Hu, hu, ich hab' so eine Elefanten"|angst!}
+
+\dialog{Seppel}{Ha, ha, das hab' ich gut ge"|macht! Der Kasper findet mich be"|stimmt nie. Der wird mich schön suchen! Hi, hi! -- Na"|nu, schlimberdibitz, grüß Gott, wer sind denn Sie?}
+
+\dialog{Zauberer}{Wer wagt es, mich zu fragen: "`Wer sind denn Sie!"' Du elender Wicht, du! Hast du denn keine Augen im Kopf? Ich, ich bin doch der große und ge"|waltige Zauberer Backen"|fels von Drachen"|zahn vom Kib"|felsen!}
+
+\dialog{Seppel}{Schlimberdibitz! Ja, wo gibt's denn so"|was? Sie sind ein Zauberer? Ein richtiger, lebendiger Zauberer? Ja können Sie denn dann auch richtig zaubern?}
+
+\dialog{Zauberer}{Ob ich richtig zaubern kann? So eine dumme Frage! Natür"|lich kann ich zaubern. Ha, du Laub"|frosch, sag nur du bist blind! Siehst du denn nicht meinen Zauber"|stab?}
+
+\dialog{Seppel}{Der ist aber mal komisch! Auf der einen Seite ganz rot und auf der anderen ganz blau.}
+
+\dialog{Zauberer}{Ho, ho! Das ist ja auch ein ganz be"|sonderer Zauber"|stab! Bei braven Kindern zeigt das blaue Ende nach oben, bei bösen das rote. Ha, was sehe ich denn da? Wie ist das Ende, das nach oben zeigt? Knall"|rot, ziegel"|rot, ochsen"|rot! Ach, du lieber Schreck!}
+
+\dialog{Seppel}{Aber Ochsen sind doch nicht rot, Herr Zauberer!}
+
+\dialog{Zauberer}{Papper"|la"|papp, das bleibt sich gleich. Kinder, welche Farbe hat der Stock? Ihr müsst doch alle zu"|geben, er zeigt das röteste Rot, das meine Zauber"|brille je ge"|sehen hat!}
+
+\dialog{Seppel}{Aber bei meiner nie zer"|rissenen Hose, Herr Zauberer. Das kann nicht stimmen. Ich bin doch\ldots}
+
+\dialog{Zauberer}{
+Was bist du? Du bist der größte Laus"|bub, der lausigste Lause"|bengel, der mir je unter meinen Zauber"|stab ge"|kommen ist.
+
+\begin{center}Abra kadabra, ex"|kandinabra!\end{center}
+}
+
+\dialog{Seppel}{Dass mich das Mäus"|lein beiß! War"|um sprechen Sie denn auf ein"|mal Chinesisch, Herr Zauberer?}
+
+\dialog{Zauberer}{
+Jetzt unter"|bricht mich der Bengel auch noch. Na, warte, du Bürsch"|chen!
+
+Abra kadabra, drei"|mal schwarzer Kater,\\
+Teufels"|katz' und Höllen"|stein.\\
+Du sollst jetzt ver"|zaubert sein!
+
+Na, so"|was, ein Stein, ein ganz ge"|wöhn"|licher Stein. Ich wollte den Seppel doch eigent"|lich in ein him"|beer"|rotes Krokodil ver"|zaubern! Spinne"|bart und Würmer"|schnitzel! Sehr ihr, das kommt da"|von, wenn man Zauberer beim Zaubern unter"|bricht.
+}
+
+\dialog{Alle}{
+Seppel klein, ging all"|ein\\
+in den Kappler Wald hin"|ein.\\
+Ach, du Schreck,\\
+da war er weg.\\
+Ein Stein liegt nun im Dreck!\\
+Da hilft kein Doktor Hampel"|mann.\\
+Nun muss der Kasper selber d'r"|an.\\
+Tra"|la"|la, hopsasa, er schafft's be"|stimmt, hurra!
+}
+
+\section{Wohn"|zimmer der Groß"|mutter}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Wo treibt sich nun der Kasper"|le wieder her"|um? Die Schule muss doch längst aus sein! Na warte, du Bürsch"|chen! Du kannst was er"|leben, wenn du heim"|kommst!}
+
+\dialog{Kasper}{Groß"|mutter, Groß"|mutter, ach, mir ist sooo schlecht! Bitte, bitte, schimpf nicht, weil ich so spät heim komme. Hu, hu, mir ist's ja soo schlecht!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Ach, du lieb's Mai"|glöck"|le von Kappel"|pappel, du siehst ja aus wie's Kätz"|le am Bauch! Ich glaub' gar, dir ist's wirk"|lich schlecht! Wo hast du dich denn nur wieder her"|um"|ge"|trieben?~\hspace{1ex} Pfui, was für einen schmutzigen Stein schleppst du denn da mit dir her"|um?}
+
+\dialog{Kasper}{Was, der Stein ist schmutzig? Das sieht dem Seppel wieder mal ähn"|lich. Be"|stimmt hat er sich heute morgen wieder mal nicht den Hals und die Ohren waschen lassen!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Red keinen Blöd"|sinn, Kasper, und wirf den Stein so"|fort weg!}
+
+\dialog{Kasper}{Aber Groß"|mutter! Das darf doch nicht dein Ernst sein: "`Wirf den Stein so"|fort weg!"' Ja, wie stellst du dir das eigent"|lich vor? Wenn ich den Stein in die Sonne lege, kriegt der Seppel einen Sonnen"|stich; werf' ich ihn aber in den Schatten, kriegt er wo"|mög"|lich Schnupfen am großen Zeh. Nein, da leg' ich ihn doch lieber vor"|erst in mein Bett.}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Ach du lieb's Mai"|glöck"|le von Kappel"|pappel, der Kasper ist wirk"|lich krank! Er phantasiert ja schon. Ach herr"|je"|mineh, herr"|je"|mineh, das arme Kasper"|le! Ich muss ihn gleich ins Bett stecken und ihm einen Flieder"|tee kochen!}
+
+\dialog{Kasper}{Hu, hu, Groß"|mutter, was wär' dir lieber? Ein Stein oder ein him"|beer"|rotes Krokodil? Wenn der Seppel ein him"|beer"|rotes Krokodil wäre, dann könnten wir wenigstens zu"|sammen ins Schwimm"|bad! Au Backe, das wär' gut, da hätten wir be"|stimmt das ganze Becken für uns all"|ein!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{O"|je, o"|je, ich muss so"|fort dem Doktor tele"|fonieren! Bist du viel"|leicht auf den Kopf ge"|fallen, Kasper?}
+
+\dialog{Kasper}{Aber Groß"|mutter, was du immer gleich denkst! Ich bin doch dem schreck"|lichen Zi-- Za-- Zauberer be"|gegnet!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Red doch keinen Un"|sinn, Kasper"|le! Zauberer gibt es doch gar nicht.}
+
+\dialog{Kasper}{Da seht ihr's, wieder! Die großen Leute glauben immer, sie wären so ge"|scheit; aber dass es Zauberer gibt, das wissen sie nicht!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Marsch, ins Bett, Kasper"|le! Ach du vor"|witziges Ziege"|böck"|le vom Klein"|tal, was hat man doch für Sorgen mit dem Bengel!}
+
+\dialog{Kasper}{Groß"|mutter, Groß"|mutter! Jetzt hab' ich's!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Um Himmels willen, was hast du, Kasper"|le?}
+
+\dialog{Kasper}{Jetzt weiß ich, wie ich den Seppel wieder er"|lösen kann! Ich bin ein"|fach drei Tage lang ganz brav! Welche Farbe hat dann der Zauber"|stab? Juch"|hu! Tinten-, Meer-, Veil"|chen"|blau! Und was muss dann der Zauber"|stab zaubern? Er muss 'was Gutes zaubern! Ver"|flixt und auf"|ge"|schlitzt! Bei meiner Kasper"|le-Mütz', ich bin drei Tage lang so brav, dass ich mich selber nicht mehr kenn'!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Was sagt der Kasper? Er will drei Tage lang brav sein? Ach Gott, ach Gott, wie krank muss das arme Kind sein! Oh du hinter"|zwerchiges Frösch"|le vom Schlamm"|weiher, der Flieder"|tee kocht ja über! Ach nein, ach nein, drei Tage lang will das arme Kind brav sein! Ich glaube, so krank war der arme Kasper noch nie!}
+
+\dialog{Alle}{
+Kaspers Oma saust zum Doktor\\
+ohne Bremse, ohne Licht.\\
+Ach, der Kasper, lieber Doktor,\\
+der ist krank ganz fürchter"|lich.
+
+Lisas Papa kommt ge"|flitzet\footnote{Ur"|sprüng"|lich hieß es "`Und der Doktor kommt ge"|flitzet"' -- so steht es noch durch"|ge"|strichen im Original"|text --, das wurde aber ab"|ge"|ändert.}\\
+mit der Spritze in der Hand.\\
+Was fehlt denn dem Lause"|bengel?\\
+Nur Faul"|fieber, Gott sei Dank!
+}
+
+\section{}
+
+\dialog{Kasper}{Grüß Gott, Kinder! Das freut mich, dass ihr noch alle da seid! Al"|so, eins könnt ihr mir glauben: Ich hätte nie ge"|dacht, dass lieb sein so an"|strengend ist. Bin ich froh, wenn der Seppel nicht mehr ein Stein, sondern wieder der Seppel ist! Ihr wisst ja, Hexen und Zauberern soll man nie trauen und Vor"|sicht ist die Mutter der Porzellan"|kiste. Des"|halb spucke ich jetzt erst mal tüchtig in alle vier Himmels"|richtungen und dann ruf' ich ganz laut: Alle guten Geister essen gern' Kartoffel"|brei!}
+
+\dialog{Zauberer}{Hi-- Ha-- Hexen"|schuss, hab' ich recht ge"|hört? Alle guten Geister essen gern' Kartoffel"|brei! Mm, Kartoffel"|brei, ge"|grillte Regen"|würmer und Spinn"|huddel"|salat; das Wasser läuft mir im Mund zu"|sammen!}
+
+\dialog{Kasper}{Na so was, diese Zu"|sammen"|stellung kennt meine Groß"|mutter noch gar nicht! Pflegen Sie die Regen"|würmer elektrisch oder auf Holz"|kohle zu grillen?}
+
+\dialog{Zauberer}{Schnick"|schnack, Zauberer grillen nur über ge"|trocknetem Pferde"|mist! Habt ihr das in der Schule noch nicht ge"|lernt? Aber sag mal, wer bist du eigent"|lich?}
+
+\dialog{Kasper}{Ich bin doch der Kasper! Das sieht man doch an meiner Zipfel"|mütze!}
+
+\dialog{Zauberer}{Tat"|säch"|lich, du bist der Kasper"|le! Aber wes"|halb treibst du dich dann so all"|ein im Kappler Wald her"|um?}
+
+\dialog{Kasper}{Ihr seid doch auch all"|ein, Herr Zauberer! Da wollt' ich Euch ein wenig Ge"|sell"|schaft leisten und zur Unter"|haltung könnt Ihr mir 'was Schönes vor"|zaubern!}
+
+\dialog{Zauberer}{Potz Donner"|wetter und Hagel"|schlag, das könnt' ich natür"|lich! Aber zu"|erst muss ich mal sehen, welche Farbe mein Zauber"|stab zeigt.}
+
+\dialog{Kasper}{Ha, jede Wette, der ist blau wie ein Veil"|chen!}
+
+\dialog{Zauberer}{Ho, ho, ich fürchte, der ist rot wie eine Zitrone!}
+
+\dialog{Kasper}{Hu, was seh' ich?!}
+
+\dialog{Zauberer}{Hi--, Ha--, Hexen"|schuss! Na, so was! Das ist mir doch noch nie vor"|ge"|kommen! Der Stab ist ja rot-blau, blau-rot, wie ein be"|trunkenes Kängeruh! Muss ich nun 'was Gutes zaubern oder soll ich 'was Schlechtes zaubern? Kinder, Kinder, was meint ihr da"|zu?-- Kreuz"|spinnen"|haxen und Ameisen"|flocken, ich bin ja ganz wirr im Kopf!}
+
+\dialog{Kasper}{Ho, ho, Herr Zauberer, das sagen Sie jetzt nur, weil Sie über"|haupt nicht zaubern können!}
+
+\dialog{Zauberer}{Na, warte nur, Kasper"|le, gleich ver"|zaubere ich dich in ein gras"|grün"|gelbes Beutel"|tier!}
+
+\dialog{Kasper}{Das ist doch keine Kunst! Aber diesen Stein hier in den Seppel zu ver"|zaubern, das könnte natür"|lich nur der zaubrigste Zauberer der Welt!}
+
+\dialog{Zauberer}{Der zaubrigste Zauberer der Welt? Das bin ja ich! Das wäre doch ge"|lacht, wenn ich das nicht könnte:\\
+Abra kadabra, ex"|kandinabra, 3-mal schwarzer Kater! Teufels"|katz' und Höllen"|stein, der Stein soll wieder der Seppel sein!}
+
+\dialog{Seppel}{Schlimberdibitz, das ist mal komisch! Jetzt hab' ich mir doch einen Moment ein"|ge"|bildet, der Zauberer hätte mich in einen Stein ver"|zaubert. Huch, da ist ja der Kasper"|le, hat mich der Bursche doch ge"|funden!}
+
+\dialog{Kasper}{Mensch Seppel, quatsch jetzt nicht so viel, der Herr Zauberer ist doch g'rad' mitten im schönsten Zaubern!}
+
+\dialog{Zauberer}{Hi--, Ha--, Hexen"|schuss, Schnecken"|fraß und Schweine"|kringel, jetzt richte ich meinen Zauber"|stab mal ein"|fach auf die Kappler Schule -- auf das Klassen"|zimmer der ersten Klasse, mal sehen, was da"|bei her"|aus"|kommt:\\
+Abra, kadabra, ex"|kandinabra, Teufels"|katz und Höllen"|stein,\\
+Gold, viel Gold, jetzt hier er"|schein!}
+
+\dialog{Seppel}{Juch"|hu, was seh' ich? Gold, Gold, schlimberdibitz, nichts als Gold!}
+
+\dialog{Kasper}{Huch, was seh' ich? Ver"|flixt und auf"|ge"|schlitzt! Weiße Mäuse, nichts als weiße Mäuse!\footnote{Ge"|meint ist mäuse"|förmige Schaum"|zucker"|ware für die Schul"|kinder.}}
+
+\dialog{Zauberer}{Na, so was! Da hab' ich nicht nur Gold ge"|zaubert, da hab' ich die Erst"|klässler doch aus Ver"|sehen glatt in weiße Mäuse ver"|zaubert. Das ist mir aber pein"|lich!}
+
+\dialog{Seppel}{Schlimberdibitz, da gibt es keine Hilfe! Wir müssen das Kasper"|le"|spiel so"|fort ab"|brechen.}
+
+\dialog{Zauberer}{Hi--, Ha--, Hexen"|schuss, ja"|wohl, das müssen wir! Rennt schnell heim ihr Leut', und holt alle Mause"|fallen, die ihr in Kappel auf"|treiben könnt! Und so"|bald ihr 20~Mäuse ge"|fangen habt, bringt sie mir. Es ist mir dann ein Leichtes, die Erst"|klässler in 20~Span"|ferkel oder in 20~Spatzen oder in 20~Ziegen"|böck"|chen zu"|rück"|zu"|ver"|wandeln.}
+
+\dialog{Kasper}{Al"|so, tschüss ihr Leut', denkt an die Mause"|fallen!}
+
+\dialog{Seppel}{Auf Wieder"|sehen! Übrigens: Auch mit Speck fängt man Mäuse!}
+
+\dialog{Kasper}{Und nicht ver"|gessen! Wir sehen uns wieder am 31.~Februar!}
+
+\dialog{Zauberer}{Punkt Voll"|mond in diesem Theater!}
+
+\play{Dorn"|rös"|chen}
+\titleformatpicture
+
+\begin{center}Schatten"|spiel für das 2.~Schul"|jahr~1988\end{center}
+
+Zum Empfang von Kindern unserer französischen Partner"|schafts"|schule.
+\footnote{Alle Texte wurden nach der deutschen Fassung auch von zwei Französisch sprechenden Müttern in französischer Über"|setzung vor"|ge"|lesen.}
+
+\section{Dorne und Rose}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Wir zeigen euch nun das Mär"|chen von Dorn -- Rös"|chen.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Alle deutschen Mär"|chen fangen so an: Es war ein"|mal.}
+
+\stage{Melodie: Dorn"|rös"|chen war ein schönes Kind}
+
+\section{}
+
+\dialog{Er"|zähler mit Buch}{
+Es waren ein"|mal ein König und eine Königin. \\
+Sie hatten fast alles, was man sich nur wünschen kann: \\
+ein schönes Schloss, \\
+gute, treue Diener \\
+und ein Volk, das seinen König und die Königin liebte. \\
+Sie waren reich und an"|ge"|sehen. \\
+und trotz"|dem waren sie traurig. \\
+Ja, mit jedem Tag wurden sie noch mehr traurig.
+}
+
+\section{Königin und Frosch}
+
+\dialog{Königin}{Ach Gott, wie bin ich so traurig.}
+
+\dialog{Frosch}{Quak, quak, liebe Königin, war"|um bist du denn so traurig?}
+
+\dialog{Königin}{Ja, guck mal, lieber Frosch, alle Leute im König"|reich haben Kinder. Nur der König und ich, wir haben keine! Hu, hu, ist das nicht schreck"|lich traurig?}
+
+\dialog{Frosch}{Quak, quak, liebe Königin, weine doch nicht! Ich ver"|rate dir ein Ge"|heim"|nis. Noch ehe das Jahr zu Ende geht, wirst auch du ein Kind kriegen. Eine ganz wunder"|hübsche Tochter. Jetzt staunst du aber!}
+
+\dialog{Königin}{Oh, da muss ich ganz schnell zum König gehen und ihm die Neuig"|keit er"|zählen. Der wird Augen machen, wenn er er"|fährt, dass er bald eine kleine Tochter kriegt.}
+
+\section{Wiege, König und Königin}
+
+\dialog{König}{Juch"|hu, ich könnte Purzel"|bäume schlagen vor Freude. Wir haben ein Kind, wir haben eine ganz süße kleine Tochter.}
+
+\dialog{Königin}{Wir wollen sie Dorn"|rös"|chen taufen.}
+
+\dialog{König}{Und zur Taufe laden wir alle Freunde und Ver"|wandten und die guten Feen unseres Reiches ein.}
+
+\dialog{Königin}{Aber lieber König, wir haben doch nur zwölf goldene Teller -- aber drei"|zehn Feen wohnen in unserem Reich. Was sollen wir da bloß machen?}
+
+\dialog{König}{Liebe Königin, das ist doch ganz ein"|fach. Wir laden halt nur zwölf Feen ein. Die drei"|zehnte, die böse Fee Male"|fizia, auf die können wir so"|wie"|so ver"|zichten. Die soll ruhig zu Hause bleiben.}
+
+\dialog{Königin}{O"|je, o"|je, hoffent"|lich er"|fährt sie nicht, dass wir sie nicht ein"|ge"|laden haben. Die würde dann bitter"|böse auf uns.}
+
+\dialog{König}{Weißt du was, ich ver"|biete ein"|fach den Leuten, ihr zu er"|zählen, dass wir eine kleine Tochter ge"|kriegt haben. Und wenn sie es doch er"|fährt, stelle ich ein"|fach Wachen vor's Schloss, die sie nicht her"|ein"|lassen. Dann kann sie sich meinet"|wegen d'r"|außen grün und blau ärgern.}
+
+\dialog{13.\ Fee}{Ho, ho, ho, das werdet ihr mir büßen! Das werdet ihr mir büßen! Ho, ho, ho, ho!}
+
+\dialog{Flöte}{
+\settowidth{\versewidth}{Dorn"|rös"|chen, nimm dich ja in Acht,}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Dorn"|rös"|chen war ein schönes Kind,\footnote{Den Lied"|text hat Oma nur in Teilen auf"|ge"|schrieben, des"|halb habe ich die zu ihrer Fassung passende Variante aus Wikipedia über"|nommen oder von \\\url{http://www.labbe.de/liederbaum/index.asp?themaid=48&titelid=239}.} \\
+schönes Kind, schönes Kind, \\
+Dorn"|rös"|chen war ein schönes Kind, \\
+schönes Kind. \\!
+
+Dorn"|rös"|chen, nimm dich ja in Acht, \\
+ja in Acht, ja in Acht, \\
+Dorn"|rös"|chen, nimm dich ja in Acht, \\
+vor einer bösen Fee. \\!
+\end{verse}
+}
+
+\section{}
+
+\stage{Die Feen kommen.}
+
+\dialog{1.}{Liebes Dorn"|rös"|chen, ich wünsche dir, dass du sanft wirst wie ein Lämm"|chen.}
+
+\dialog{2.}{Und ich wünsche dir, dass du fröh"|lich wirst wie eine Lerche.}
+
+\dialog{3.}{Werde klug wie eine Eule, liebes Dorn"|rös"|chen.}
+
+\dialog{4.}{Und schön wie eine Rose! Liebes Dorn"|rös"|chen, werde schön wie eine Rose im Morgen"|tau.}
+
+\dialog{5.}{Liebes Dorn"|rös"|chen, du sollst munter werden wie ein Fisch im Wasser.}
+
+\dialog{6.}{Werde so fleißig wie die sieben Zwerge, liebes Dorn"|rös"|chen.}
+
+\dialog{7.}{Und schlank sollst du werden wie eine Gazelle.}
+
+\dialog{8.}{Ich wünsche, dass du lieb"|lich wirst wie ein Schmetter"|ling.}
+
+\dialog{9.}{Liebes Dorn"|rös"|chen, werde fröh"|lich wie eine Lach"|taube.}
+
+\dialog{10.}{Ich wünsche dir, dass alle dich lieb"|haben, so"|gar die Sonne!}
+
+\dialog{11.}{Ich wünsche dir, dass du zart wirst wie die Moren"|röte.}
+
+\dialog{Orff-Musik}{
+\settowidth{\versewidth}{Da kam die böse Fee her"|ein,}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Da kam die böse Fee her"|ein, \\
+Fee her"|ein, Fee her"|ein, \\
+da kam die böse Fee her"|ein \\
+und sprach zu ihr. \\!
+\end{verse}
+}
+
+\dialog{13.}{Ha, ha, ha, schlank, lieb"|lich, fleißig, ha, ha, ha, dass ich nicht lache. Ich wünsche dir, ich, Dorn"|rös"|chen, wünsche dir, dass du sterben musst. An deinem fünf"|zehnten Jahr sollst du dich an einer Spindel stechen und tot hin"|fallen.}
+
+\dialog{12.}{Oh du böse Fee! Wie gut, dass du nicht dar"|an ge"|dacht hast, dass ich, die zwölfte Fee, auch noch einen Wunsch frei habe. Frei"|lich, ganz auf"|heben kann ich den bösen Wunsch nicht. Aber ich kann ihn mildern. Liebes Dorn"|rös"|chen, du sollst an deinem fünf"|zehnten Ge"|burts"|tag nicht sterben, du sollst nur in einen hundert"|jährigen tiefen Schlaf ver"|fallen.}
+
+\section{}
+
+\dialog{Hahn im Burg"|tor}{Ii-ii! Kräht der Hahn der Hahn früh am Tag, \\ kräht er laut, kräht er leis', \\ guten Morgen Dorn"|rös"|chen, \\ dein Ge"|burts"|tag ist heut'!}
+
+\stage{Alle singen "`Zum Ge"|burts"|tag viel Glück"'.}
+
+\section{Böse Fee und Dorn"|rös"|chen}
+
+\dialog{Dorn"|rös"|chen}{Guten Tag, Mütter"|chen, was machst du da?}
+
+\dialog{13.\ Fee}{Das siehst du doch, ich spinne!}
+
+\dialog{Dorn"|rös"|chen}{Das sieht aber lustig aus. Darf ich auch mal probieren?}
+
+\dialog{13.\ Fee}{Aber selbst"|ver"|ständ"|lich, mein Täub"|chen, selbst"|ver"|ständ"|lich, hi, hi, hi.}
+
+\dialog{Klavier"|spiel}{
+\settowidth{\versewidth}{Dorn"|rös"|chen, schlafe hundert Jahr',}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Dorn"|rös"|chen, schlafe hundert Jahr', \\
+hundert Jahr', hundert Jahr', \\
+Dorn"|rös"|chen, schlafe hundert Jahr', \\
+und alle mit! \\!
+\end{verse}
+}
+
+\section{Königin und König}
+
+\dialog{Königin}{Wo steckt denn unser Ge"|burts"|tags"|kind?}
+
+\dialog{König}{Sie spielt mit ihren Freundinnen im Schloss Ver"|stecken. Sicher sucht sie sich ge"|rade ein gutes Ver"|steck.}
+
+\dialog{Königin}{Ich habe immer Angst, wenn Dorn"|rös"|chen ohne uns im Schloss her"|um"|tollt. Hoffent"|lich passiert ihr nichts.}
+
+\dialog{König}{Aber liebe Königin, was soll ihr denn passieren. Die böse Fee Male"|fizia, die kann unserem Dorn"|rös"|chen nichts Böses mehr tun. Das war doch eine gute Idee, dass wir ein"|fach alle Spindeln im ganzen König"|reich haben ver"|brennen lassen. Komm, liebe Königin, wir gehen ein biss"|chen spazieren, es ist ja richtiges Ge"|burts"|tags"|wetter.}
+
+\dialog{Königin}{Du hast recht, lieber König, wir wollen ein biss"|chen spazieren gehen.}
+
+\section{Koch, Küchen"|junge}
+
+\dialog{Koch}{He, Küchen"|junge, dalli, dalli, heute wird nicht ge"|faulenzt. Unser Dorn"|rös"|chen hat Ge"|burts"|tag! Den fünf"|zehnten Ge"|burts"|tag! Heute gibt es keinen ge"|wöhn"|lichen Ge"|burts"|tags"|kuchen. Heute backen wir ein richtiges Kunst"|werk! Los, los, be"|eil dich! Wo bleibt das Mehl? Her mit den Eiern!}
+
+\dialog{Küchen"|junge}{Ich komme schon, ich komme schon! O je"|mineh, o je"|mineh.}
+
+\dialog{Koch}{Du Tölpel, kannst du denn nicht besser auf"|passen. Aus"|ge"|rechnet die Eier musst du fallen lassen. Na warte Bürsch"|chen, gleich setzt's eine Ohr"|feige.}
+
+\section{}
+
+\stage{König und Königin, Koch und Küchen"|junge, Hahn, Zwerge: Zeigen, um"|fallen lassen, schnarchen.}
+
+\section{}
+
+\stage{Ein Schüler hält das Schloss, andere lassen die Hecke wachsen.}
+
+\dialog{Lied}{
+\settowidth{\versewidth}{Und eine Hecke riesen"|groß,}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Da wuchs die Hecke riesen"|groß, \\
+riesen"|groß, riesen"|groß. \\
+Da wuchs die Hecke riesen"|groß \\
+um das Schloss. \\!
+\end{verse}
+}
+
+\section{Königs"|sohn und Be"|gleiter}
+
+\dialog{Königs"|sohn}{Das ist eine mächtige Dornen"|hecke. Was steckt da wohl da"|hinter?}
+
+\dialog{Be"|gleiter}{Oh, mein Vater hat mir er"|zählt, dass hinter der Dornen"|hecke ein Schloss steht. Und in dem Schloss soll eine wunder"|schöne Prinzessin wohnen. Dorn"|rös"|chen heißt sie. Seit hundert Jahren schläft sie und nie"|mand kann sie auf"|wecken.}
+
+\dialog{Königs"|sohn}{Das soll wohl ein Witz sein! Ich nehme ein"|fach mein Schwert und schlage die Dornen"|hecke ent"|zwei. Und die Prinzessin, die werde ich schon wach kriegen, das ver"|spreche ich dir.}
+
+\dialog{Be"|gleiter}{Oh, bitte, bitte, bleib weg von der bösen Dornen"|hecke. Du weißt ja gar nicht, wie ge"|fähr"|lich sie ist. Alle Königs"|söhne, die ver"|sucht haben durch die Dornen"|hecke zu dringen, sind dar"|in hängen"|ge"|blieben und schreck"|lich um"|ge"|kommen.}
+
+\dialog{Königs"|sohn}{Ich probier's trotz"|dem. Hüa, lieber Schimmel, hüa! Öffne dich, Dornen"|hecke, öffne dich! Ich muss die schlafende Prinzessin finden. Ich will das Dorn"|rös"|chen sehen!}
+
+\section{Prinz und Prinzessin}
+
+\dialog{Königs"|sohn}{Oh, die ist aber schön.}
+
+\dialog{Flöte}{
+\settowidth{\versewidth}{Dorn"|rös"|chen, holdes Mägde"|lein,}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Da kam ein junger Königs"|sohn, \\
+Königs"|sohn, Königs"|sohn. \\
+Da kam ein junger Königs"|sohn \\
+und sprach zu ihr: \\!
+
+Dorn"|rös"|chen, holdes Mägde"|lein, \\
+Mägde"|lein, Mägde"|lein, \\
+Dorn"|rös"|chen, holdes Mägde"|lein, \\
+nun wache auf! \\!
+\end{verse}
+}
+
+\dialog{Königs"|sohn}{Ich muss ihr einen Kuss geben.}
+
+\moredialog{
+\settowidth{\versewidth}{Dorn"|rös"|chen wachte wieder auf,}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Dorn"|rös"|chen wachte wieder auf, \\
+wieder auf, wieder auf. \\
+Der ganze Hof"|staat wachte auf, \\
+wachte auf. \\!
+\end{verse}
+}
+
+\section{König und Königin}
+
+\dialog{König}{Hoppla, ich glaube, ich habe ein Nicker"|chen ge"|macht.}
+
+\dialog{Königin}{Wollten wir nicht ge"|rade spazieren gehen, lieber König?}
+
+\dialog{König}{Ja, natür"|lich, komm, liebe Königin, wir gehen spazieren.}
+
+\section{Koch und Küchen"|junge}
+
+\dialog{Koch}{Steh nicht so doof da, als hättest du eben noch ge"|schlafen. Peng, da hast du deine Ohr"|feige!}
+
+\stage{Hahn, Schäf"|chen, Taube: Tier"|ge"|räusche.}
+
+\section{}
+
+\dialog{Orff-Musik}{
+\settowidth{\versewidth}{Da feiern sie ein großes Fest,}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Da feiern sie ein großes Fest, \\
+großes Fest, großes Fest. \\
+Da feiern sie ein großes Fest, \\
+ein Hoch"|zeits"|fest. \\!
+\end{verse}
+}
+
+\stage{Koch und Küchen"|junge zeigen.}
+
+\stage{Prinz und Prinzessin zeigen.}
+
+\dialog{Alle}{Und wenn sie nicht ge"|storben sind, dann leben sie heute noch.}
+
+\play{Mond"|fahrt in ge"|heimer Mission}
+\titleformatscene
+
+\begin{center}Hin"|weise zur Auf"|führung\end{center}
+
+Personen:
+
+\begin{itemize}
+\item Mond"|mann
+\item Mond"|fee
+\item 2~Mond"|mäd"|chen
+\item Zauberer
+\item Mond"|prinzessin
+\item An"|sager
+\item Re"|porter
+\item Lehrer
+\item Raum"|schiff"|kapitän
+\item Be"|liebig viele Schüler
+\end{itemize}
+\clearpage
+
+\section{}
+
+\vspace{-0.9cm}
+\poemtitle*{Der Mann im Mond\\{\small Johann Peter Hebel}}
+\settowidth{\versewidth}{He, siehsch nit, ass er Welle macht?}
+\begin{verse}[\versewidth]
+\flagverse{1.} "`Lueg, Müetter"|li, was isch im Mo'?"' \\
+\flagverse{2.} He, siehsch's denn nit, e Ma! \\
+\flagverse{1.} "`Jo weger"|li, i sieh en scho. \\
+Er het e Tschöp"|li a. \\!
+
+Was tribt er denn die ganzi Nacht, \\
+er rüehret jo kei Glied?"' \\
+\flagverse{2.} He, siehsch nit, ass er Welle macht? \\ % Ich schreibe „ass“ statt „aß“ wegen Heysescher s-Schreibung.
+\flagverse{1.} "`Jo, ebe dreiht er d'Wied. \\!
+
+Was het er bosget, Müetter"|li? \\
+Wer het en bannt dört"|hi?"' \\
+\flagverse{2.} Me het em g"|seit der Dieter"|li, \\
+e Nütz"|nutz isch er g"|si. \\!
+
+Ne mol, es isch e Sunn"|tig g"|si, \\
+so stoht er uf vor Tag, \\
+und nimmt e Beil, und tummlet si, \\
+und lauft in Lieler Schlag. \\!
+
+Er haut die schönste Büech"|li um, \\
+macht Bohne"|stecke dr"|us, \\
+und treit sie furt, und luegt nit um, \\
+und isch scho fast am Hus. \\!
+
+Und ebe goht er uf em Steg, \\
+se ruuscht em öbb"|is für: \\
+"`Jez Dieter, goht's en andere Weg! \\
+Jez Dieter, chumm mit mir!"' \\!
+
+Und uf und furt, und sieder isch \\
+kei Dieter wit und breit. \\
+Dört obe stoht er im Ge"|büsch \\
+und in der Ein"|sam"|keit. \\!
+
+So goht's dem arme Dieter"|li \\
+er isch e g"|strofte Ma! \\
+\flagverse{1.} "`Oh b"|hüetis Gott, lib Müetter"|li, \\
+i möcht's nit mitt"|em ha!"' \\!
+
+\flagverse{2.} Se hüet di vor"|em böse Ding, \\
+'s bringt nu"|mme Weh und Ach! \\
+Wenn's Sunn"|tig isch, se bet und sing. \\
+Am Werch"|tig schaff di Sach. \\!
+\end{verse}
+
+\dialog{3.}{Was war denn das für ein Kauder"|welsch?}
+
+\dialog{1.}{Na hör mal, das war doch Ale"|mannisch!}
+
+\dialog{4.}{Ale"|mannisch? Mir kam's ganz spanisch vor!}
+
+\dialog{3.}{Wetten, dass ihr das Ge"|dicht, das ihr eben vor"|ge"|tragen habt, selbst nicht ver"|steht!}
+
+\dialog{2.}{Ihr wollt uns wohl be"|leidigen! Was soll's? Schwätze mer ebe dütsch -- schließlich sollen uns diese Grün"|schnäbel ja auch ver"|stehen.}
+
+\poemtitle*{Der Mann im Mond}
+\settowidth{\versewidth}{Seit wann wohnt er dort auf dem Mond?"'}
+\begin{verse}[\versewidth]
+\flagverse{1.} Mama, ein Schatten"|bild im Mond! \\
+Wohnt oben denn ein Mann? \\
+\flagverse{2.} Frei"|lich Peter, siehst du's nicht? \\
+Er hat einen Kittel an! \\!
+
+\flagverse{1.} Mama, war bös' er und ge"|mein? \\
+Was hat er an"|ge"|stellt, \\
+dass ihn schreck"|liche Ein"|sam"|keit \\
+des Mondes heute quält? \\!
+
+\flagverse{2.} Oh Peter"|le, er hat's ver"|dient; \\
+ein Nichts"|nutz war der Mann -- \\
+ein Dieb, am Sonn"|tag schlich er sich \\
+heim"|lich in Lieler Tann. \\!
+
+Er haut die schönsten Buchen um. \\
+Er schlägt sie kurz und klein. \\
+Er bindet Weiden"|gerten d'r"|um \\
+und schleicht sich wieder heim. \\!
+
+Doch plötz"|lich -- nah am Waldes"|rand -- \\
+sein Haus ist fast er"|reicht -- \\
+da blitzt's und donnert's über ihm. \\
+Der Mann wird fahl und bleich. \\!
+
+So wurd' er auf den Mond ver"|bannt! \\
+Siehst du ihn oben steh'n? \\
+\flagverse{1.} "`Ich seh' die Axt in seiner Hand! \\
+Ich kann sie deut"|lich seh'n! \\
+
+Seit wann wohnt er dort auf dem Mond?"' \\
+\flagverse{2.} Oh, eine lange Zeit. \\
+Es sind viel' tausend Jahre schon, \\
+dass ihn die Bos"|heit reut. \\
+
+D'r"|um hüt dich vor dem bösen Ding. \\
+S'bringt dir nur Weh und Ach! \\
+Wenn Sonn"|tag ist, dann bet und sing; \\
+am Werk"|tag schaff dein' Sach'. \\!
+\end{verse}
+
+\dialog{3.}{Das ist ja schreck"|lich! Der arme Mann im Mond!}
+
+\dialog{4.}{Was heißt hier: "`Der arme Mann im Mond!"' Du wirst doch nicht et"|wa Mit"|leid mit ihm haben. Ich finde, er hat seine Strafe ver"|dient.}
+
+\dialog{3.}{Strafe nennst du das! Für tausende von Jahren auf den Mond ver"|bannt zu werden. Irgend"|wann muss es doch auch für ihn ein"|mal Ver"|zeihung geben.}
+
+\dialog{4.}{Ja, so ge"|sehen hast du gar nicht so un"|recht. Wer weiß, viel"|leicht hat er längst be"|reut und ist ein"|fach oben auf dem Mond ver"|gessen worden.}
+
+\dialog{1.}{Ja seid ihr denn über"|ge"|schnappt. Ihr redet ja plötz"|lich, als ob es den Mann im Mond wirk"|lich gäbe.}
+
+\dialog{2.}{War"|um eigent"|lich nicht? Kannst du ihnen viel"|leicht das Gegen"|teil be"|weisen?}
+
+\dialog{1.}{Ich glaube, ihr spinnt!}
+
+\dialog{3.}{Was du glaubst, ist im Moment ganz un"|wichtig. Wichtiger ist, dass wir uns über"|legen, wie wir den Mann im Mond end"|lich er"|lösen können.}
+
+\dialog{4.}{Ich habe eine Idee. Wir über"|reden unseren Lehrer zu einem Klassen"|aus"|flug auf den Mond. Sind wir erst ein"|mal oben, wird sich alles Weitere schon finden.}
+
+\dialog{2.}{Wenn ihr aber ver"|ratet, was wir in Wirk"|lich"|keit vor"|haben, wird der Flug doch nie"|mals ge"|nehmigt.}
+
+\dialog{3.}{Kein Sterbens"|wört"|chen ver"|raten wir da"|von. Wir fliegen zum Mond in ge"|heimer Mission.}
+
+\dialog{Alle}{Großes Ehren"|wort! Wir werden den Mann im Mond er"|lösen. Wir fliegen zum Mond in ge"|heimer Mission.}
+
+\section{}
+
+\dialog{1.\ Mond"|mäd"|chen}{Mond"|mann! Hallo, Mond"|mann!}
+
+\dialog{2.\ Mond"|mäd"|chen}{Mond"|mann, hörst du uns?}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Potz Meteorit und Raketen"|knall! Seit wann schreit ihr so in der Gegend her"|um, ihr Irr"|wische? Kann man nicht ein"|mal mehr auf dem Mond in Ruhe arbeiten?}
+
+\dialog{1.\ Mond"|mäd"|chen}{End"|lich haben wir dich ge"|funden!}
+
+\dialog{2.\ Mond"|mäd"|chen}{Es war aber auch höchste Zeit; die Mond"|fee ist immer so schlecht ge"|launt, wenn eine Ver"|ab"|redung nicht klappt.}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Was geht mich das an? Ich bin ja schließ"|lich nicht mit ihr ver"|ab"|redet.}
+
+\dialog{1.\ Mond"|mäd"|chen}{Natür"|lich bist du mit ihr ver"|ab"|redet. Des"|halb sind wir ja hier.}
+
+\dialog{2.\ Mond"|mäd"|chen}{Lies doch selbst: Eine feier"|liche Ein"|ladung an dich, den Mann im Mond -- höchst"|persön"|lich!}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Ja, was bildet sich dieses Frauen"|zimmer eigent"|lich ein? Vor tausenden von Jahren ver"|bannt sie mich von der Erde hier"|her auf den Mond. Und war"|um? Nur weil ich ein"|mal am Sonn"|tag Holz ge"|hackt habe, an"|statt, wie es sich an"|geb"|lich ge"|hört, den Sonn"|tag zu heiligen. -- Vor tausenden von Jahren ver"|bannt sie mich hier"|her in die schaurigste Ein"|sam"|keit und lässt seit"|dem nie mehr auch nur ein Sterbens"|wört"|chen von sich hören.
+
+Und nun plötz"|lich: eine feier"|liche Ein"|ladung! -- Ha, dass ich nicht lache -- Und schlecht ge"|launt ist sie, wenn ich nicht pünkt"|lich bin! -- Ja, seid ihr denn von allen guten Mond"|geistern ver"|lassen, dass ihr euch ein"|bildet, ich würde dieser Ein"|ladung je Folge leisten?}
+
+\dialog{1.\ Mond"|mäd"|chen}{War"|um bist du denn immer gleich so borstig, Mond"|mann? Wor"|über ärgerst du dich eigent"|lich? Nur weil du ein paar Jahre Holz ge"|hackt hast? Ein paar tausend Jahre mehr oder weniger, was ist das schon?!}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Potz Meteorit und saure Mond"|milch! Ein paar tausend Jahre mehr oder weniger, was ist das schon? Natür"|lich, die paar tausend Jahre, die hätte ich ja noch zur Not ver"|kraftet. Aber seht doch selbst! Wie viel Holz habe ich während dieser Zeit ge"|hackt: einen Ster! Nicht mehr und nicht weniger! Ge"|rade so viel wie ich an jenem Sonn"|tag"|morgen in einer Stunde ge"|schafft habe. Immer, wenn ich die ver"|dammten Buchen"|stecken zu einem Ster Klein"|holz ver"|arbeitet habe, ver"|wandeln sie sich stracks wieder zurück in Buchen"|stecken. Nein, meine Lieben, so lass' ich nicht mit mir spaßen. Richtet eurer Mond"|fee einen schönen Gruß aus. Sie kann sich ihre Ein"|ladung an den Hut stecken -- falls sie einen hat, natür"|lich!}
+
+\dialog{1.\ Mond"|mäd"|chen}{Nun aber zur Sache, Mond"|mann. Hast du nicht am eigenen Leib er"|fahren, dass die Mond"|fee nicht mit sich spaßen lässt. Bei Voll"|erde punkt Mittag er"|wartet sie dich. Da hilft keine Wider"|rede!}
+
+\dialog{2.\ Mond"|mäd"|chen}{Sei ja pünkt"|lich!}
+
+\section{}
+
+\dialog{Mond"|fee}{Nimm Platz, lieber Mond"|mann. Darf ich dir ein paar Mond"|kringel und Milch"|straßen"|kaffee an"|bieten?}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Was sein muss, muss sein. Aber bei meiner Seel', ein ordent"|liches Speck"|brot und ein Schwarz"|wälder Kirsch wären mir lieber.}
+
+\dialog{Mond"|fee}{Sicher wunderst du dich, war"|um ich dich heute zu mir ge"|laden habe. Was soll ich lange hin- und her"|reden, lieber Mond"|mann. Deine Zeit auf dem Mond neigt sich ihrem Ende zu. Du hast deine Strafe ver"|büßt, und außer"|dem bist du hier oben über"|flüssig ge"|worden.}
+
+\dialog{1.\ Mond"|mäd"|chen}{Jetzt bist du sprach"|los, Mond"|mann!}
+
+\dialog{2.\ Mond"|mäd"|chen}{Sprach"|los vor Freude!}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Ja Potz Meteorit und Mond"|lawine! Da soll's einem nicht die Sprache ver"|schlagen; seit tausenden von Jahren sehne ich diesen Augen"|blick meiner Er"|lösung her"|bei. Aber so habe ich ihn mir nicht vor"|ge"|stellt. Ich bin hier über"|flüssig ge"|worden, sagst du. Du willst mich ja gar nicht er"|lösen -- los"|werden willst du mich, ganz ein"|fach los"|werden. Nein, meine Liebe, so haben wir nicht ge"|wettet. Da"|für habe ich mich nicht jahr"|tausend"|ein, jahr"|tausend"|aus mit Holz"|hacken ab"|ge"|plagt, dass ich jetzt ganz sang- und klang"|los ver"|ab"|schiedet werde.
+
+Über"|flüssig bin ich ge"|worden? Ha, den Be"|weis musst du mir erst an"|treten. So ein"|fach lasse ich mich nicht vom Mond ver"|jagen.}
+
+\dialog{Mond"|fee}{Mein lieber Mond"|mann, so leid es mir tut, du bist hier wirk"|lich über"|flüssig ge"|worden. Ich habe dich hier"|her ver"|bannt, als ab"|schreckendes Bei"|spiel für alle Menschen, die auf der Erde die Sonn"|tags"|ruhe nicht ein"|halten. Aber so hinter dem Mond lebe selbst ich nicht, dass ich mir nicht ein"|ge"|stehen muss, dass auf der Erde ein neues Zeit"|alter an"|ge"|brochen ist. Kein Mensch auf dieser kleinen blauen Kugel glaubt mehr an dich. Du kannst dich ab"|mühen, wie du willst, die Menschen sehen dich ein"|fach nicht mehr, wenn sie zum Mond auf"|blicken.}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Sag mal, hast du mich zu dir be"|stellt, nur um mich am laufenden Band zu be"|leidigen? Natür"|lich sehen mich die Menschen. Jeder Mensch er"|kennt mich ganz deut"|lich, wenn er nachts seine Augen zum Mond schweifen lässt. Mein Schatten"|bild im Voll"|mond ist nicht zu über"|sehen.}
+
+\dialog{Mond"|fee}{Du irrst dich, Mond"|mann. Dein Schatten"|bild? Die Menschen träumen nicht mehr von unserem Planeten. Sie haben ihn er"|forscht. Dein Schatten"|bild ging längst ver"|loren da"|bei.}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Das ist ja furcht"|bar, Mond"|fee. Tausende von Jahren sehnte ich meine Er"|lösung her"|bei, und nun er"|kenne ich, dass du micht erst in diesem Augen"|blich wirk"|lich ver"|bannt hast. Keiner kennt mich mehr. Du hast mich ver"|flucht zu ewiger Ein"|sam"|keit. Aber weißt du was, Mond"|fee? In jedem Mär"|chen auf der Erde hat man einen Wunsch frei, wenn man drei mutige Taten voll"|bringt. Stelle mir drei schwere Auf"|gaben, und lass' mich weiter auf dem Mond leben, wenn ich sie lösen kann.}
+
+\dialog{Mond"|fee}{Mein lieber Mond"|mann! So ein"|fach ist das nicht. Du bist doch keine Mär"|chen"|figur. -- Aber des"|halb brauchst du auch wieder nicht ein gar so trauriges Ge"|sicht machen.
+
+Wie ich ge"|hört habe, wird in den nächsten Tagen wieder ein"|mal ein Raum"|schiff der Erde unseren Mond be"|suchen. Die Be"|satzung wird dich für einen ver"|irrten Astro"|nauten halten. Im selben Augen"|blick, in dem du ihr Raum"|schiff be"|trittst, wirst auch du ver"|gessen haben, dass du je"|mals als Mann im Mond hier ge"|lebt hast. Du wirst wieder ein ganz ge"|wöhn"|licher Mensch unter Menschen sein. Du siehst, so schlimm ist deine Er"|lösung doch gar nicht.}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Das ver"|stehst du nicht, Mond"|fee. Du meinst, ich hätte meine Straf"|zeit ver"|büßt, aber die Straf"|zeit war zu lang für einen Menschen. Sie war so lang, dass ich auf dem Mond Wurzeln ge"|schlagen habe. Auf der Erde weiß man, dass man einen alten Baum nicht mehr ver"|pflanzen kann. Ich aber bin nicht alt, ich bin ur"|alt, Mond"|fee.}
+
+\dialog{Mond"|fee}{Oh Mond"|mann, Mond"|mann! Was seid ihr Menschen doch für Ge"|schöpfe. Wie soll ich dir nur helfen? Am Ende bleibt mir wirk"|lich nichts anderes übrig, als dir eine Auf"|gabe zu stellen. Aber du bist kein Mär"|chen"|prinz. Du brauchst keine mutigen Taten voll"|bringen. Da ich mit"|schuldig bin an deinem Un"|glück, stelle ich dir eine leichte Auf"|gabe. Sag mir das eine Wort, das die Schön"|heit und Eigen"|artig"|keit eurer Erde in sich birgt. Sag mir dieses Wort, und du darfst hier bleiben.}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Aber Mond"|fee, du weißt doch ganz ge"|nau, dass die Schön"|heit und Eigen"|artig"|keit unserer Erde nicht in tausend Worten zu schildern ist. Ein einziges Wort soll ihre Schön"|heit bergen; nein, Mond"|fee, dieses Wort, das gibt es nicht.}
+
+\dialog{Mond"|fee}{Kommt Zeit, kommt Rat. Leb"|wohl, lieber Mond"|mann. Wer weiß, viel"|leicht sehen wir uns doch ein"|mal wieder.}
+
+\section{}
+
+\dialog{1.\ An"|sager}{Meine Damen und Herrn!}
+
+\dialog{2.\ An"|sager}{Am 12.\ April~1961 flog der sowjetische Kosmo"|naut Juri Gagarin im Raum"|schiff Wostok~I als erster Mann in den Welt"|raum.}
+
+\dialog{1.\ An"|sager}{Vom 21.\ bis 27.\ Dezember~1968 um"|kreisten die amerikanischen Astro"|nauten Bor"|man, Lovel und Anders erst"|mals den Mond!
+
+Und dann ge"|schah, was wir alle nur im Traum für mög"|lich ge"|halten haben.}
+
+\dialog{2.\ An"|sager}{Am 21.\ Juli~1969 setzte der Kom"|mandant des amerikanischen Raum"|schiffs \glq{}Apollo~11\grq{} be"|hut"|sam seinen Fuß auf die Ober"|fläche des Mondes.}
+
+\dialog{1.\ An"|sager}{Neil Arm"|strong war der erste Mann auf dem Mond!}
+
+\dialog{Mond"|mann}{So eine Frech"|heit! Ich war der erste Mann auf dem Mond!}
+
+\dialog{1.\ An"|sager}{Heute, meine Damen und Herrn, haben wir Ihnen eine weitere Sensation in der Welt"|raum"|fahrt an"|zu"|bieten. Wir schalten um ins Sonder"|studio der Schau"|ins"|land"|schule.}
+
+\begin{center}\large\textsc{(Euro"|visions"|zeichen)}\end{center}
+
+\dialog{Re"|porter}{Liebe Zu"|schauer! Ja, ihr hockt schlaf"|trunken vor eurer Matt"|scheibe und wollt euch ge"|müt"|lich be"|rieseln lassen. Wir aber hier im Sonder"|studio der Schau"|ins"|land"|schule sind hell"|wach! Die Spannung wird un"|er"|träg"|licher mit jeder Minute. Un"|auf"|halt"|sam naht der Augen"|blick, auf den Millionen von Vätern und Müttern, von Lehrern und be"|sonders von Schülern ge"|wartet haben. Vom Mond"|start- und Rat"|haus"|platz Frei"|burg aus startet in wenigen Sekunden die erste Schul"|klasse der Welt zur ersten Klassen"|mond"|fahrt. Er"|leben Sie diese moderne Form des Schul"|wander"|tages mit. Hier haben wir schon Herrn Birmele vor der Kamera.-- Guten Abend, Herr Birmele!}
+
+\dialog{Lehrer}{Guten Abend, Herr Saibot!}
+
+\dialog{Re"|porter}{Herr Birmele! Sie sind der mutige Klassen"|lehrer dieser Klasse der Schau"|ins"|land"|schule! Wie fühlen Sie sich?}
+
+\dialog{Lehrer}{Och wissen Sie, Herr Saibot, nach"|dem ich den letzten Auf"|satz der Klasse korrigiert habe, fühle ich mich nun ganz er"|leichtert.}
+
+\dialog{Re"|porter}{Aber Herr Birmele, was hat Sie denn da"|zu be"|wogen, Ihre Klasse per Rakete zum Mond schießen zu lassen?}
+
+\dialog{Lehrer}{Na hören Sie mal! Haben Sie denn keine Ahnung da"|von, wie an"|strengend ein Schul"|aus"|flug auf der Erde ist? Denken Sie doch nur mal dar"|an, wie gern' die Buben auf die Bäume klettern und sich da"|bei die Hosen zer"|reißen. Da dachte ich: Dieses Mal mach' ich's mir mal ge"|müt"|licher!}
+
+\dialog{Re"|porter}{Das ist ja äußerst inter"|essant! Sie halten al"|so eine Klassen"|fahrt zum Mond für weniger ge"|fähr"|lich als einen Aus"|flug zum Feld"|berg.}
+
+\dialog{Lehrer}{Aber selbst"|ver"|ständ"|lich, Herr Saibot. Im Raum"|schiff werden die Schüler an"|ge"|schnallt, und auf dem Mond gibt es be"|kannt"|lich keine Bäume.}
+
+\dialog{Schüler}{Ha, ich freu' mich so dar"|auf, auf den Mond"|felsen her"|um"|zu"|kraxeln.}
+
+\dialog{Re"|porter}{So"|eben ge"|lingt es uns, einen der mutigen Schüler vor die Kamera zu be"|kommen. Wie heißt du denn, mein Junge?}
+
+\dialog{Schüler}{Ich bin der Markus.}
+
+\dialog{Re"|porter}{Hast du denn keine Angst vor der Mond"|fahrt?}
+
+\dialog{Schüler}{Wie kommen Sie denn dar"|auf? Eine Mond"|fahrt ist doch keine Mathe"|arbeit.}
+
+\dialog{Re"|porter}{Stimmt es eigent"|lich, dass ihr euch nach der ge"|lungenen Mond"|fahrt ins Guinness-Buch der Rekorde ein"|tragen lassen wollt?}
+
+\dialog{Schüler}{Na klar! Wir müssen da"|zu nur zwei kinder"|leichte Be"|dingungen er"|füllen. Wir müssen auf dem Mond als erste Klasse der Welt die Flagge unserer Re"|publik hissen und unsere Namen hinter"|legen.}
+
+\dialog{Re"|porter}{Mit anderen Worten: Ihr müsst auf dem Mond Be"|weise hinter"|lassen, dass ihr ihn als erste Schul"|klasse der Welt be"|treten habt.}
+
+\dialog{Lehrer}{Dalli, dalli Kinder -- Ent"|schuldigung, Herr Re"|porter, dass ich Sie unter"|brechen muss, aber unser Mond"|schiff ist start"|be"|reit. Los, los, be"|eilt euch ge"|fälligst.}
+
+\dialog{Kapitän}{Liebe Schüler! Ich bin der Kapitän des Raum"|schiffs Flieg"|ins"|all der Raum"|fahrt"|be"|hörde Frei"|burg~Germany. In wenigen Sekunden starten wir zur ersten Welt"|raum"|klassen"|fahrt auf den Mond. Habt ihr euch auch alle schön an"|ge"|schnallt? Um Gottes willen, sag mal, was für einen schweren Ruck"|sack schleppst du mir denn da in mein Raum"|schiff?}
+
+\dialog{Schüler}{Ha, da ist doch nur der Mond"|pro"|viant d'r"|in! Alles sechs"|fach natür"|lich, weil auf dem Mond doch alles sechs"|mal so leicht ist. Oder meinen Sie, ich will ver"|hungern?}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Huch, mir wird's schon ganz schlecht. Ich will lieber wieder aus"|steigen.}
+
+\dialog{Lehrer}{Das könnte dir so passen. Marsch, hier"|ge"|blieben! Schnell, Kinder, schlotzt Anti"|schlecht"|werd"|medizin.}
+
+\begin{center}\large (Ge"|räusch: Raketen"|start)\end{center}
+
+Alle singen nach der Melodie \glq{}Im Früh"|tau zu Berge\grq{}:
+
+\settowidth{\versewidth}{Tief unter uns das Schul"|haus und der Schau"|ins"|land, hurra,}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Im Welt"|all zum Monde wir sausen, fallera, \\
+Tief unter uns das Schul"|haus und der Schau"|ins"|land, hurra, \\
+Wir fliegen ohne Sorgen und singen in den Morgen \\
+Noch eh auf der Erde die Sonn' auf"|geht. \\!
+
+Ihr alten und hoch"|weisen Leut', fallera, \\
+Ihr meint wohl, wir wären nicht ge"|scheit, fallera, \\
+Wer sollte da nicht singen, wenn wir den Mond er"|klimmen, \\
+Um ein"|mal die Erde als Edel"|stein zu seh'n. \\!
+\end{verse}
+
+\dialog{An"|sager}{So"|eben ist das Mond"|schiff Flieg"|ins"|all weich und sicher auf dem Mond ge"|landet. Die Mütter unserer tapferen Welt"|raum"|schüler haben Tränen in den Augen, die Väter schneuzen sich ge"|rührt die Nase.
+
+"`Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein ge"|waltiger Sprung für die Mensch"|heit!"' Dies waren die Worte des ersten amerikanischen Astro"|nauten auf dem Mond. -- Alle Eltern halten ge"|spannt den Atem an. Welche historische Bot"|schaft werden ihre Spröss"|linge uns über"|mitteln? So"|eben öffnet sich die Aus"|stiegs"|luke.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Scheiße, du Depp, kannst du nicht besser auf"|passen?!}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Selber Depp, du!}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Herr Birmele, Herr Birmele, der Mi"|cha"|el hat mich die Raum"|schiff"|treppe hin"|unter"|ge"|schuckt!}
+
+\dialog{Lehrer}{Jetzt schlägt's aber~13! Ja, seid ihr denn von allen guten Geistern ver"|lassen?! Glaubt ihr denn, ich flieg' mit euch \SI{380000}{km} weit auf den Mond, nur da"|mit ihr euch hier oben ge"|müt"|lich weiter"|streitet, so als wärt ihr noch im Klassen"|zimmer?}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Ich hab' den Alex"|ander doch nur aus Ver"|sehen ge"|schuckt. Ich bin ja noch ganz wackelig auf den Beinen. Das kommt sicher da"|von, weil wir fast 70~Stunden un"|unter"|brochen im Raum"|schiff ge"|sessen sind.}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Al"|so da muss ich dem Mi"|cha"|el recht geben, Herr Birmele. Wenn da"|heim einer auf der Auto"|bahn mit 160~Stunden"|kilo"|metern an uns vor"|bei"|flitzt, schimpft meine Mutter und ruft: Der Spinner hat's aber auch eilig auf den Fried"|hof zu kommen. Aber stellen Sie sich vor: Wir haben's auf unserer 70-stündigen Fahrt ein"|mal so"|gar auf eine Stunden"|ge"|schwindig"|keit von \SI{40000}{km} ge"|bracht. Und da"|bei soll man nicht das Knie"|zittern kriegen!}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Glauben Sie mir jetzt, Herr Birmele, dass ich den Alex"|ander nur aus Ver"|sehen ge"|schuckt habe?}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Ha, das ist ja nur eine ganz sau"|dumme Aus"|rede von dir.}
+
+\dialog{Lehrer}{Ent"|weder hört ihr jetzt so"|fort auf zu streiten oder ihr bleibt im Raum"|schiff, während die anderen auf dem Mond spazieren gehen.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Komm, lass gut sein, ver"|tragen wir uns halt wieder.}
+
+\dialog{An"|sager}{Die bange Frage, die alle Eltern hier im Studio be"|wegt: Werden ihre Kinder auf dem Mond über"|haupt noch an sie denken? Ge"|spannt er"|warten wir des"|halb den ersten Brief unserer Schüler aus dem Welt"|raum. Da es auf dem Mond be"|kannt"|lich keinen Brief"|kasten gibt, wird er per Funk an uns über"|mittelt.}
+
+\clearpage
+
+\begin{center}\large Der erste Brief\end{center}
+
+Hallo Mama, hallo Papa!
+
+Be"|reits vor fünf Stunden sind wir glück"|lich auf dem Mond ge"|landet. Das Gehen auf dem Mond ist für uns so un"|ge"|wohnt, dass wir an"|fangs alle durch"|ein"|ander"|purzelten; denn da hier nur ein Sechstel der Schwer"|kraft herrscht, wie wir es von der Erde her ge"|wohnt sind, kann man ganz toll Känguru-Fangis spielen. Sandy ist da"|bei auf den Hintern ge"|flogen und rums war seine Funk"|antenne im Eimer. Er fing schreck"|lich an zu weinen.
+
+Liebe Eltern! Das Schaurigste hier oben auf dem Mond ist näm"|lich die Toten"|stille rings"|um. Wir wussten ja gar nicht, wie schön es ist, dass es auf unserer Erde so viele Ge"|räusche gibt!
+
+So still ist es hier, dass wir an"|fingen uns zu fürchten. Da tröstete uns unser Lehrer. Er sagt: Ihr müsst nur in euch hin"|ein"|lauschen, dann be"|kommt auch die laut"|loseste Laut"|losig"|keit eine Stimme, die an"|fängt die abenteuer"|lichsten Ge"|schichten zu er"|zählen.
+
+Da haben wir uns ganz still hin"|ge"|setzt. -- Und auf ein"|mal ver"|nahmen wir in der Ferne ein Ge"|räusch, ein Ge"|räusch, wie wenn einer Holz hacken würde -- ganz gleich"|mäßig und ein"|tönig.
+
+So traurig klingt es, dass wir uns noch mehr fürchten.
+
+\begin{flushright}
+Bitte, liebe Eltern, ver"|gesst uns nicht!
+
+Liebe Grüße vom Mond,\\
+Eure Kinder
+\end{flushright}
+
+\vfill
+
+\begin{center}
+\textsc{Ein"|lage: \emph{Ballett} der \emph{Mond"|geister}}
+\end{center}
+
+\clearpage
+
+\section{}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Iris, Iris, komm schnell! Da unten im Krater"|loch kauert ein Mensch mit einem Regen"|schirm unter dem Arm.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{So ein"|fach könnt ihr mich nicht ver"|kohlen. Ein Mensch -- mit einem Regen"|schirm? Hier oben auf dem Mond? Da gackern ja die Hühner!}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Du, es stimmt wirk"|lich. Ganz tief da unten kauert er! Ent"|weder schläft er oder er ist tot!}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Tat"|säch"|lich! Das darf doch nicht wahr sein! Mitten im Mond"|krater ein Mensch mit einem Regen"|schirm unter dem Arm.}
+
+\dialog{Zauberer}{He, ihr da oben, was quasselt ihr so hin und her? Kann man nicht ein"|mal mehr auf dem Mond in Ruhe leben?}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Ha, der ist ja richtig lebendig! Ich hau' lieber ab!}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Ab"|hauen? Wo's doch ge"|rade erst richtig inter"|essant wird! Das könnte dir so passen!}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Viel"|leicht ist es ein Astro"|naut, der sich auf dem Mond ver"|irrt hat!}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Quatsch, das kann nicht sein. Den hätte man doch auf der Erde längst ver"|misst.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Aber wer soll es denn sonst sein? Viel"|leicht ist er gar nicht lebendig, viel"|leicht ist es ein Mond"|geist.}
+
+\dialog{Zauberer}{Ha, ha, meint ihr wohl, ich wäre mein eigener Geist. Natür"|lich bin ich lebendig. Aber habe ich euch nicht aus"|drück"|lich ge"|sagt, dass ihr ge"|fälligst den Mund halten sollt. Da soll einer in Ruhe rechnen können.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Mich laust der Affe. Der sitzt da unten im Krater und rechnet.}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Ich kann mir gar nicht vor"|stellen, was es auf dem Mond zu rechnen gibt. -- Ent"|schuldigung, Herr Regen"|schirm"|mann, wir wollten Sie be"|stimmt nicht stören. Wir haben näm"|lich gar nicht ge"|wusst, dass es auf dem Mond außer uns noch Menschen gibt.}
+
+\dialog{Zauberer}{Na hört mal, das wäre ja ganz schön lang"|weilig, wenn man über alles auf dem Mond so ge"|nau Be"|scheid wüsste. Aber was hindert mich eigent"|lich dar"|an, ein biss"|chen mit euch zu plaudern. Wartet, ich komme gleich 'r"|auf zu euch. ---
+
+So, da wäre ich. Nun er"|zählt mir mal, wo"|her ihr kommt.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Wir kommen aus Frei"|burg. Wir sind Schüler der Schau"|ins"|land"|schule.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Wir sind die erste Klasse, die je"|mals einen Aus"|flug auf den Mond unter"|nommen hat. Aber wie sind denn Sie hier her"|auf ge"|kommen?}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Und wo"|zu brauchen Sie denn einen Regen"|schirm? Einen Regen"|schirm -- hier oben auf dem Mond!}
+
+\dialog{Zauberer}{Lari"|fari, wer redet denn da von einem Regen"|schirm? Das ist doch mein Meteoriten"|schirm. Glaubt ihr wohl, ich will, dass mir alle paar Jahre ein Meteoriten"|krater auf dem Kopf ent"|steht? Da würdet ihr ja auf meinem Kopf Mini"|golf spielen können. -- Und wie ich eigent"|lich hier her"|auf ge"|kommen bin, wollt ihr wissen? Tja, das ist mir ja selbst ganz schleier"|haft. Da muss ich doch glatt den falschen Zauber"|spruch er"|wischt haben.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Was, Sie sind ein Zauberer? Ein richtiger, lebendiger Zauberer?}
+
+\dialog{Zauberer}{Aber selbst"|ver"|ständ"|lich! Ich bin der große und ge"|waltige Zauberer Simsalabim. Habt ihr denn noch nie et"|was von mir ge"|hört? Aber wie könntet ihr auch! Vor 1999 Jahren habe ich mich näm"|lich selbst aus Ver"|sehen auf den Mond ge"|zaubert. -- Da"|mals wart ihr ja noch gar nicht auf der Welt.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Aber wie kamen Sie denn da"|zu, sich selber auf den Mond zu zaubern?}
+
+\dialog{Zauberer}{Tja, wisst ihr, das war so: An einem heißen Juli"|tag vor nun ge"|nau 1999~Jahren be"|suchte ich meinen Vetter, den Zauberer Hokus"|pokus, an der Nord"|see. Ich hatte mich so auf's Schwimmen ge"|freut, aber will's der Kuckuck, ge"|rade als wir ans Meer kamen, war Ge"|zeiten"|wechsel, und keiner von uns ge"|traute sich in die Wellen.
+
+Dar"|an ist nur der Mond schuld, schimpfte ich. Tja, und dann wollte ich ein"|fach Flut und Ebbe weg"|zaubern. Ich wollte eigent"|lich nur das ganze Welt"|meer spiegel"|glatt zaubern.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Er"|laube mal, du spinnst ja. Flut und Ebbe weg"|zaubern? Da bräuchte das Meer ja Herz"|tropfen. Sein ganzer Puls"|schlag würde aus"|setzen.}
+
+\dialog{Zauberer}{Hinter"|her kann jeder klug reden. Auf alle Fälle hatte ich da"|mals eine ganz schöne Wut im Bauch. Ich schlug mein Zauber"|buch auf und rief: Ver"|hext will ich sein, wenn ich keinen Zauber"|spruch finde, der die Flut zum Still"|stand bringt.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{O jeh, stell dir nur mal das Durch"|ein"|ander vor, das du da"|mit auf den Welt"|meeren an"|ge"|richtet hättest.}
+
+\dialog{Zauberer}{Papper"|la"|papp, auf jeden Fall -- ich zauberte und bis"|her ist es mir selber rätsel"|haft, was an dem Zauber"|spruch falsch war. Plötz"|lich saß ich mir nichts, dir nichts da oben in einem Krater"|loch und be"|mühe mich seit 1999 Jahren ver"|gebens, den Gegen"|zauber zu finden, der mich wieder auf die Erde zu"|rück"|be"|fördert.}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Hast du ein Glück, dass wir dich ge"|funden haben. Wir nehmen dich ein"|fach in unserem Mond"|schiff auf die Erde zu"|rück.}
+
+\dialog{Zauberer}{Ratten"|schwanz und Schweine"|kringel! Mond"|kälber seid ihr! Und was wäre dann mit meiner Zauberer"|ehre? Nicht ein"|mal die dümmste Hexe hätte noch Re"|spekt vor mir. Nein, meine Lieben, ich bin nun mal von all"|ein her"|auf ge"|kommen, also muss ich auch wieder all"|ein zu"|rück"|finden.
+
+Außer"|dem -- wenn ich schon ein"|mal auf dem Mond ge"|landet bin, war"|um soll ich ihn dann nicht noch eine Weile in Ruhe ge"|nießen dürfen?}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Aber ist das nicht schreck"|lich gruselig, so all"|ein hier oben zu sitzen?}
+
+\dialog{Zauberer}{Ha, ihr Mond"|gäns"|chen, wer be"|hauptet denn, dass ich ganz all"|ein bin? Hier wimmelt's doch nur von Mond"|geistern! Aber glaubt ihr, sie hätten sich je ein"|mal vor mir blicken lassen? Sie ver"|wechseln mich mit einem Astro"|nauten! Für Astro"|nauten, müsst ihr wissen, bleiben sie un"|sicht"|bar. Außer"|dem höre ich immer in der Ferne je"|manden Holz hacken.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Klar, das ist der Mann im Mond! Sein Schatten"|bild kann man von der Erde aus gut er"|kennen.}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Dir, Herr Zauberer, können wir's ja ver"|raten: Als ge"|heime Mission haben wir uns vor"|ge"|nommen, ihn zu er"|lösen.}
+
+\dialog{Zauberer}{Ja glaubt ihr denn, ihr ein"|ge"|bildeten Kröten, ihr würdet ihn je"|mals zu Ge"|sicht kriegen? Wenn er sich nicht ein"|mal mir je"|mals ge"|zeigt hat!}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Das wäre doch ge"|lacht, wenn wir ihn nicht aus"|findig machen könnten.}
+
+\dialog{Zauberer}{Na, dann mal viel Glück!}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Aber eine Frage noch, Herr Zauberer. Vor"|hin hast du ge"|schimpft, weil wir dich beim Rechnen ge"|stört haben. Was gibt's denn auf dem Mond zu rechnen?}
+
+\dialog{Zauberer}{Pech, Zement, Stock"|schwere"|not, ja glaubt ihr denn, ich will auf dem Mond hinter dem Mond leben? Immer, wenn der Mond ein"|mal die Erde um"|rundet hat, mache ich einen Strich. Ich würde ja sonst eines Tages gar nicht mehr wissen, wie viel Zeit ver"|gangen ist, seit ich mich auf den Mond ge"|zaubert habe.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Ach so ist das; immer nach 27~Tagen, 7~Stunden und 43~Minuten machst du einen Strich in dein Notiz"|buch!}
+
+\dialog{Zauberer}{Beim Besen meiner Groß"|mutter! Was hast du ge"|sagt? 27~Tage, 7~Stunden und 43~Minuten braucht der Mond, um ein"|mal die Erde zu um"|runden? Lass dich um"|armen. Sicher hat meine Muhme, die Hexe Rumpumpel, dich mir zu Hilfe ge"|schickt.
+
+\begin{center}
+Hokus pokus fidibus,\\
+27~Ratten"|schenkel,\\
+7~ge"|kochte Mäuse"|ripple,\\
+43~Krater"|fürz"|le,\\
+Hokus"|pokus fidibus,\\
+Macht Platz, weil ich ver"|schwinden muss!
+\end{center}
+}
+
+\dialog{Schüler}{Herr Zauberer, Herr Zauberer, wo sind Sie denn plötz"|lich?}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Ich fress einen Besen"|stiel, wenn der Zauberer nicht durch dich den Gegen"|zauber ge"|funden hat. Wenn wir das unserem Lehrer er"|zählen, glaubt er es am Ende gar nicht.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Wisst ihr was? Großes Zauberer"|ehren"|wort, das bleibt unser Mond"|ge"|heim"|nis!}
+
+\clearpage
+
+\begin{center}\large Der zweite Brief\end{center}
+
+Liebe Eltern!
+
+Wir wären so froh, wenn es außer uns hier oben noch irgend"|et"|was Lebendiges geben würde. Wenn es auch nur ein klitze"|kleiner Käfer wäre!
+
+Wir sind näm"|lich das einzig Lustige auf dem Mond.
+
+Wir hätten nie ge"|glaubt, dass der Mond so trost"|los, dunkel und farb"|los ist. Wie ein Haufen aus Asche, Schlacke und Kohle sieht er aus. So"|gar die Mond"|ge"|birge sehen aus, als hätte man wahl"|los un"|ge"|heuer viele Ziegel"|steine auf"|ein"|ander"|ge"|schüttet. Denkt euch nur, die höchsten Gipfel sind bis \SI{11000}{m} hoch!
+
+Nun denkt ihr wohl, zur Ab"|wechslung hätten wir einen schönen blauen Sternen"|himmel über uns. Nein, der Himmel über uns ist so pech"|schwarz, wie wir es uns auf der Erde nicht in der dunkelsten Nacht vor"|stellen können. Das kommt da"|her, weil der Mond keine Luft"|hülle hat. Des"|halb trifft ihn die Sonnen"|flut wie Licht aus einer un"|ge"|heueren Schein"|werfer"|lampe. Unsere Augen werden da"|von so ge"|blendet, dass wir alles außer"|halb dieser harten Hellig"|keit nur tinten"|schwarz sehen.
+
+Wir können uns fast nicht mehr vor"|stellen, wie viel schöne, weiche Farben es auf unserer Erde gibt.
+
+Be"|vor wir zum Meer der Heiter"|keit hüpfen, wollen wir noch eine ge"|heime Mission er"|füllen. Macht euch keine Sorgen um uns, es wird schon nichts schief gehen.
+
+\begin{flushright}
+Liebe Grüße vom Mond,\\
+Eure Kinder
+\end{flushright}
+
+\vfill
+
+\begin{center}
+\textsc{Ein"|lage: Schlager: \emph{Haben Sie schon mal den Mann im Mond ge"|seh'n\ldots}}
+\end{center}
+
+\clearpage
+
+\section{}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Hallo, Mann im Mond!}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Huhu, Herr Mond"|mann, wo steckst du denn?}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Was gibt's denn jetzt schon wieder, Mond"|mäd"|chen! Könnt ihr Irr"|wische denn nie"|mals Ruhe geben?}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{End"|lich haben wir dich ge"|funden, Mann im Mond!}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Da bist du ja! Wir haben auch lange ge"|nug nach dir ge"|sucht!}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Potz Meteoriten"|krater und saure Mond"|milch. Ihr seid ja gar keine Mond"|mäd"|chen. Ihr seid ja Kinder.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Natür"|lich sind wir Kinder. Wir sind die erste Schul"|klasse der Welt, die den Mond be"|sucht. Sind wir froh, dass wir dich end"|lich ge"|funden haben!}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Was sagt ihr? Ihr habt nach mir ge"|sucht? Ihr habt nach mir, dem Mann im Mond, ge"|sucht?}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Na klar! Wir haben von der Erde aus schon so oft dein Schatten"|bild im Mond be"|wundert, dass wir dich end"|lich ein"|mal per"|sön"|lich kennen"|lernen wollten.}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Ha, das wird der Mond"|fee glatt die Sprache ver"|schlagen. Da be"|hauptet doch dieses Frauen"|zimmer, ich sei auf dem Mond über"|flüssig ge"|worden, weil ich für die Menschen gar nicht mehr existieren würde. Sicher haben euch die Er"|wachsenen von mir er"|zählt.}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Ich bitte dich, Mond"|mann, die Er"|wachsenen, die glauben doch längst nicht mehr dar"|an, dass es dich gibt. Sie haben den Mond ver"|messen und photo"|graphiert und keine Spur von dir ent"|deckt!}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Weißt du, die Er"|wachsenen haben doch längst keine Ahnung mehr vom Ver"|steck"|spielen. Wir wussten, dass du dich nicht wie ein Ver"|suchs"|kaninchen zur Schau stellen würdest.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Oh ja, wir wissen noch viel mehr. Wir wissen, warum dich die Mond"|fee hier"|her auf den Mond ver"|bannt hat. Ein Nichts"|nutz warst du! Ein Sonn"|tags"|schänder! Ein Tage"|dieb! Am Sonn"|tag hast du im Wald Holz ge"|stohlen!}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Potz Meteorit! Was zu weit geht, geht zu weit! Nichts wisst ihr, gar nichts! Ein Nichts"|nutz! Ein Sonn"|tags"|schänder! Ja, glaubt ihr denn, ich habe aus Ver"|gnügen sonn"|tags Holz ge"|schlagen? Arm war ich wie eine Kirchen"|maus; ge"|froren habe ich wie eine Wasser"|ratte; Durst hatte ich schlimmer als mein eigener Ur"|groß"|vater --}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Halt ein, Mond"|mann! Wir wollten dich doch nicht be"|leidigen! Im Gegen"|teil; wir sind zu dir ge"|kommen, um dich zu be"|freien. Wir werden dich in unser Mond"|schiff schmuggeln und zur Erde zu"|rück"|bringen.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Ha, mit dieser Be"|freiungs"|aktion werden wir in die Ge"|schichte der Mensch"|heit ein"|gehen!}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Heiliger Stroh"|sack, da könnte einen ja vor lauter Rührung das heulende Elend über"|fallen. Eigent"|lich hatte ich ja be"|schlossen auf dem Mond zu bleiben. Aber jetzt werde ich doch schwach. Wie viele Jahr"|tausende habe ich mich auf die Erde zu"|rück"|ge"|sehnt. Wenn ich nur wüsste, ob die Erde wirk"|lich so schön ist, wie ich sie in Er"|innerung habe.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Willst du mal durch unser Fern"|rohr auf sie 'r"|unter"|gucken? Wenn du es scharf ein"|stellst, er"|kennst du so"|gar Kirch"|zarten.}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Donner"|wetter und Hagel"|schlag! Auf der Erde muss ja zur Zeit eine schreck"|liche Mai"|käfer"|plage herrschen.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Wie kommst du denn dar"|auf? -- Ach so, das ist doch nur der Wochen"|end"|ver"|kehr auf den Auto"|bahnen. Das sind doch Autos, keine Mai"|käfer.}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Was heißt hier Autos? Solchen Firle"|fanz gab's zu meiner Zeit noch nicht. Hoffent"|lich fressen sie euch nicht alle Wälder kahl!}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Autos fressen doch Benzin, keine Wälder!}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Mm, alle Lügen sind auch nicht wahr! Ich muss schon sagen, eure Autos, das ist die komischste Käfer"|art, die mir je vor Augen ge"|kommen ist.}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Autos sind doch keine Käfer. In einem Auto kann man spazieren fahren!}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Vor"|letzten Sonn"|tag sind wir zum Bei"|spiel an einem Tag von Kirch"|zarten zum Boden"|see und wieder zu"|rück ge"|fahren!}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Ha, wenn das nicht ge"|logen ist, dann muss es doch ganz schön an"|strengend ge"|wesen sein.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Und ob! Mein Vater war abends ganz schön ge"|schafft, weil wir in einen Stau hin"|ein"|ge"|raten sind.}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Beim Jupiter und Mars! Wenn das nicht eine himmel"|schreiende Un"|ge"|rechtig"|keit ist! Ich werde auf den Mond ver"|bannt, weil ich am Sonn"|tag Holz ge"|hackt habe. Und ihr plagt euch sonn"|tags zu Tausenden auf den Straßen her"|um und was passiert? Nichts!}
+
+\dialog{1.\ Mond"|mäd"|chen}{Mond"|mann -- pst -- wenn das die Mond"|fee hört!}
+
+\dialog{2.\ Mond"|mäd"|chen}{Was meinst du, wenn sie uns alle Sonn"|tags"|fahrer hier her"|auf ver"|bannen würde.}
+
+\dialog{1.\ Mond"|mäd"|chen}{Der Mond würde ja aus allen Nähten platzen!}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Meteorit und Raketen"|knall! Recht habt ihr, ihr Mond"|mäd"|chen. Aber un"|ge"|recht ist es doch, und da soll man sich nicht ein"|mal dar"|über ärgern dürfen! -- Aber sagt mal, Kinder, habt ihr mir wenigstens et"|was Ordentliches zum Essen mit"|ge"|bracht?}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Was, du hast Hunger? Schau, in der Dose ist ein prima Fertig"|ge"|richt!}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Und hier, die Vitamin"|pillen, die sind richtig fein!}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Ja, da ver"|schlägt's einem doch die Spucke! Seit wann frisst man auf der Erde Büchsen und Pillen? Jahr"|tausende sehne ich mich nach einem ordent"|lichen Stück Speck und einem Maß Bier, und da kommt ihr mir mit Büchsen und Pillen!
+
+Himmel! Jetzt geht mir ein Licht auf! Jetzt weiß ich, welcher Meteorit mich neu"|lich fast ein Loch in den Schädel ge"|schlagen hätte! Eine Büchse war das, eine Blech"|büchse!
+
+Ja, sind denn auf der Erde die Müll"|berge schon so an"|ge"|wachsen, dass ihr euren Müll so"|gar in den Welt"|raum ver"|schleudert?
+
+Ihr werdet euch doch nicht et"|wa ein"|bilden, es wäre für mich eine Er"|lösung auf solch eine Erde zu"|rück"|zu"|kehren. Lieber hacke ich da oben noch ein paar Jahr"|tausende weiter Holz und warte, bis sich die Zeiten bei euch unten wieder ge"|ändert haben!}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Das ist aber schade, dass du dich von uns nicht er"|lösen lassen willst. Wir hatten uns deine Be"|freiungs"|aktion so schön vor"|ge"|stellt.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Au, du hast ja einen Ver"|band um den Finger! Ist dir die Axt aus"|ge"|rutscht?}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Ja"|wohl, die Axt ist mir aus"|ge"|rutscht! Eine Affen"|schande für einen wie mich, der schon seit Jahr"|tausenden Holz hackt. Aber dar"|an ist nur die Mond"|fee schuld. Seit ich bei ihr war, kann ich mich gar nicht mehr auf meine Arbeit kon"|zentrieren und muss dauernd nach"|denken.
+
+Ach, da fällt mir ein, wenn ihr mich schon un"|be"|dingt er"|lösen wollt, kann ich ja eure Hilfe in An"|spruch nehmen!}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Ganz klar! Wir haben es dir doch an"|ge"|boten. Wir schmuggeln dich ein"|fach in unser Raum"|schiff.}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Sachte, sachte, ge"|rade das Gegen"|teil will ich er"|reichen! Nein, unsere Erde von hier oben aus be"|trachtet, so ein"|ladend ist sie zur Zeit wirk"|lich nicht. Kinder, ich will doch gar nicht 'r"|unter auf die Erde. Ich will hier oben bleiben. Aber, ihr müsst wissen, meine Zeit auf dem Mond ist ab"|ge"|laufen. Es würde von euch weder Mut noch List er"|fordern, mich in euer Mond"|schiff zu ver"|frachten. Nur unter einer Be"|dingung darf ich hier bleiben. Ich muss der Mond"|fee das Wort finden, das die ganze Eigen"|art und Schön"|heit der Erde in sich birgt. Mit einem einzigen Wort soll ich ihr die Eigen"|artig"|keit und Schön"|heit unserer Erde schildern. So ein ver"|flixtes Frauen"|zimmer, eine ge"|scheitere Auf"|gabe ist ihr wohl nicht ein"|ge"|fallen.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Mein lieber Mann, da hat sie dir ja wirk"|lich eine schwere Nuss zu knacken ge"|geben. Wetten, dass es dieses Wort über"|haupt nicht gibt!}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Aber Mond"|mann, mach doch des"|halb nicht ein Ge"|sicht wie drei Tage Regen"|wetter! So schnell darfst du die Flinte nicht ins Korn werfen. Wir haben uns nun mal vor"|ge"|nommen, dich zu er"|lösen -- so oder so. Kommt Zeit, kommt Rat. Ein Tag auf dem Mond ist noch lang, und es wäre doch ge"|lacht, wenn wir der Mond"|fee im Laufe des Tags nicht be"|weisen könnten, dass sie dir eine ganz un"|sinnige Auf"|gabe ge"|stellt hat.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Nur Mut, lieber Mond"|mann! Wir lassen wieder von uns hören. Unser Lehrer ruft nach uns, und ein Brief an unsere Eltern ist fällig.}
+
+\clearpage
+
+\begin{center}\large Der dritte Brief\end{center}
+
+Liebe Eltern!
+
+Glaubt nur nicht, das Meer der Heiter"|keit wäre ein richtiges Meer. Es ist nur eine große ebene Krater"|fläche.
+
+Krater gibt es hier in allen Größen und un"|end"|lich viele! Kleine, wie Kaffee"|tassen oder wie Brat"|pfannen groß! Andere, so groß, dass man eine Groß"|stadt hin"|ein"|bauen könnte!
+
+Gäbe es hier wirk"|lich Wasser, würde es ja kochen! Tags"|über ist es näm"|lich 100~Grad heiß und nachts herrschen Temperaturen von minus 100~Grad Celsius.
+
+Ob"|wohl wir schon über 300~Stunden auf dem Mond sind, ist es noch längst nicht Abend. Ein Tag auf dem Mond ist näm"|lich 14-ein"|halb Erd"|tage lang. Wie end"|los muss uns da erst eine Mond"|nacht vor"|kommen.
+
+Liebe Eltern! Es ist doch besser, wenn wir vor An"|bruch der Nacht wieder zu euch zu"|rück"|fliegen. Sonst kriegt ihr Heim"|weh nach uns!
+
+Wir wollen nur noch rasch ein paar Mond"|steine ein"|sammeln, da"|mit wir ein Mit"|bringsel für euch haben.
+\begin{flushright}
+Liebe Grüße vom Mond,\\
+Eure Kinder
+\end{flushright}
+
+\clearpage
+
+\section{}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Guckt mal, was für einen schönen Mond"|stein ich ge"|funden habe. Er sieht wie eine kleine Glas"|kugel aus.}
+
+\dialog{Prinzessin}{Oh, solche winzig kleinen Glas"|kügel"|chen gibt's viele auf dem Mond. Soll ich euch ein paar da"|von schenken?}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Wo kommst du denn auf ein"|mal her? Wer bist du denn?}
+
+\dialog{Prinzessin}{Aber habt ihr denn noch nie von mir ge"|hört? Ich bin die Mond"|prinzessin. Wenn der Mond von der Erde aus wie eine Sichel er"|scheint, dann be"|nutze ich ihn als Schaukel und lass' mich von ihm im Welt"|all hin- und her"|wiegen.}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Al"|so so"|was, du sitzt ein"|fach ganz all"|ein da oben auf dem Mond 'r"|um und schaukelst.}
+
+\dialog{Prinzessin}{Na klar! Und wenn ich nicht schaukle, dann warte ich.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Ja, auf wen wartest du denn?}
+
+\dialog{Prinzessin}{Na hört mal, auf wen wartet eine Prinzessin wohl? Natür"|lich auf den Prinzen, der sie mal er"|lösen wird. Sagt mal, ist viel"|leicht unter euch einer ein Prinz?}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Da müssen wir dich leider ent"|täuschen, Prinzessin. Wir sind nur ganz ge"|wöhn"|liche Schüler aus Frei"|burg.}
+
+\dialog{Prinzessin}{Das hätte ich mir denken können.}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{So, das hättest du dir denken können? Al"|so so prinzen"|un"|ähn"|lich sehen wir ja auch wieder nicht aus.}
+
+\dialog{Prinzessin}{Ich wollte euch doch nicht be"|leidigen! Aber ihr müsst wissen: Der Prinz, der mich ein"|mal vom Mond 'r"|unter holt, der muss zu"|erst eine Auf"|gabe lösen. Er muss eine goldene Leiter knüpfen, die so lang ist, dass sie Erde und Mond mit"|ein"|ander ver"|bindet.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Mensch, du stellst aber An"|sprüche. Die Leiter müsste ja \SI{380000}{km} lang werden.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Weißt du was, wir schmuggeln dich ein"|fach in unser Raum"|schiff, das ist viel ein"|facher.}
+
+\dialog{Prinzessin}{Nein, es tut mir leid. Ihr könnt doch nicht er"|warten, dass ich als Mond"|prinzessin in ein ge"|wöhn"|liches Mond"|schiff ein"|steige. Da muss schon eine goldene Leiter her.}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Ha, wenn wir dir nicht gut ge"|nug sind, dann musst du halt weiter auf dem Mond sitzen bleiben und auf deinen Traum"|prinzen warten.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Aber ich fürchte, da kannst du noch lange warten.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Und was machst du, wenn es dir vom Warten lang"|weilig und vom Schaukeln schwindlig wird?}
+
+\dialog{Prinzessin}{Dann träum' ich mich hin"|unter auf eure Erde. Das Schönste, was es hier oben auf dem Mond über"|haupt gibt, ist der An"|blick eures Heimat"|planeten.}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Da hast du recht! Unsere Erde ist von hier oben aus das Aller"|schönste. Sie hängt ja auch fast vier"|mal so groß wie der Mond am Himmel.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Und durch ihre Luft"|hülle glitzert sie wie ein tief"|blauer riesiger Edel"|stein.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Aber trotz"|all"|dem -- immer"|zu nur auf die Erde gucken und end"|los auf einen Prinzen warten, ist das nicht doch ein biss"|chen doof? Da hätte ich einen viel besseren Vor"|schlag: Heirate doch ein"|fach den Mann im Mond!}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Oh weia, jetzt bist du ins Fett"|näpf"|chen ge"|treten. Die Prinzessin macht ja ein Ge"|sicht wie eine saure Gurke.}
+
+\dialog{Prinzessin}{Kein Wort mehr vom Mann im Mond. Er hat mich schreck"|lich be"|leidigt. Er hat ge"|sagt, ich wäre eine dumme Kröte.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Das ist wirk"|lich die Höhe!}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Musst du noch un"|be"|dingt Öl ins Feuer gießen?! -- Ach, Prinzessin, das hat er doch gar nicht so ge"|meint. Du hast das miss"|ver"|standen. Er wollte da"|mit nur aus"|drücken, dass du eine herzige Krott\footnote{Süd"|deutsches Wort für eine Kröte.} bist.}
+
+\dialog{Prinzessin}{Glaubst du wirk"|lich?}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Ehren"|wort! Herzige Krott, das ist bei uns auf der Erde ein Kose"|name.}
+
+\dialog{Prinzessin}{Oh, da bin ich aber froh. Im Ver"|trauen: Der Mann im Mond ist mir längst schon lieber als jeder un"|bekannte Traum"|prinz, auf den ich viel"|leicht eine Ewig"|keit lang warten muss. Aber er ärgert sich, weil ich mir so sehr eine goldene Leiter ge"|wünscht habe. Außer"|dem will er kein Wort mehr mit mir reden, ehe ich ihm nicht das eine Wort ver"|rate, das die Schön"|heit und Ein"|malig"|keit eurer Erde in sich birgt. Wie soll ich dieses Wort kennen? Ich war doch noch nie auf eurer Erde. Ich weiß doch nicht ein"|mal, wie schön sie in Wirk"|lich"|keit ist. Ich kenne nur ihre Hülle.}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Tja, da kannst du dich bei deiner Mutter, der Mond"|fee be"|danken. Sie hatte diese Schnaps"|idee. Sie will den Mann im Mond vom Mond ver"|bannen, wenn er ihr dieses Wort nicht findet. Aber so viel wir auch dar"|über nach"|ge"|dacht haben, dieses Wort gibt es gar nicht. Wir kennen die Erde, wir müssen es wissen.}
+
+\dialog{Prinzessin}{Oh bitte, ihr müsst uns helfen. Noch nie hat meine Mutter eine Auf"|gabe grund"|los ge"|stellt. Dieses Wort muss es geben.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Tja, Prinzessin, es tut uns schreck"|lich leid. Aber wir können euch nicht helfen. Unser Lehrer ruft. Das Raum"|schiff ist start"|be"|reit.}
+
+\section{}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Mond"|mann, hallo, Mond"|mann!}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Mond"|mann, wo steckst du denn?}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Potz Meteorit und Raketen"|knall! Wollt ihr mit eurem Ge"|schrei ein Mond"|beben ver"|ur"|sachen? Ich komm' ja schon!}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Wir wollen uns nur rasch von dir ver"|ab"|schieden. Unser Lehrer wartet. Das Mond"|schiff ist start"|be"|reit.}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Was heißt hier "`ver"|ab"|schieden"'?! Seht ihr nicht, dass ich mein Bündel be"|reits ge"|schnürt habe? Für mich heißt's jetzt Ab"|schied nehmen. Keiner konnte mir helfen. Ich werde vom Mond ver"|bannt.}
+
+\dialog{4.\ Schüler}{Bitte, Mond"|mann, sie nicht so traurig. So schön ist der Mond auch wieder nicht, dass der Ab"|schied von ihm einer Ver"|bannung gleicht.}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Was ver"|steht ihr denn da"|von? Ich habe zu lange hier ge"|lebt. Ich habe Wurzeln ge"|schlagen. Ich fühle, dass mein Da"|sein nutz"|los er"|lischt, wenn ich mit euch zur Erde zu"|rück"|kehre\ldots}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Aber Mond"|mann -- wirk"|lich -- ich glaube, du hast ver"|gessen, wie schön unsere Erde ist -- trotz allem, was du an ihr aus"|zu"|setzen hast.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Er"|innerst du dich nicht mehr: Wiesen mit Blumen in allen Farben, bunte Schmetter"|linge und Käfer.}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Bäche und Flüsse und herr"|liche Meere\ldots}
+
+\dialog{4.\ Schüler}{Und unseren Schul"|hof, auf dem man so schön spielen kann.}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Oh ja, aber ich er"|innere mich an mehr: Striche, die die Menschen über ihre kleine Kugel ge"|zogen haben, kreuz und quer: Ab"|grenzungen, Grenzen, Hass und Streit, Hunger und Schufterei. Nein, ihr seid Kinder. Eure Erde ist nicht meine Erde.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Nein, Mond"|mann, wir lassen uns von dir unsere Erde nicht ver"|miesen. Wenn wir wieder auf der Erde sind, werden wir den anderen schon klar machen, wie kost"|bar und ein"|malig, aber auch wie klein unsere Erde von hier oben aus ist. Wenn wir ein"|mal groß sind, wollen wir nicht auf ihr streiten, das ver"|sprechen wir dir.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Nein, von dir lassen wir uns die Erde nicht ver"|miesen. Der Haupt"|grund, war"|um du hier oben bleiben willst, ist doch in Wirk"|lich"|keit deine Mond"|prinzessin. Gib's ruhig zu!}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Ha, ihr Grün"|schnäbel, was wisst ihr denn von der Mond"|prinzessin? Einen Schmarren geht sie euch an, einen Schmarren.}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Aber Mond"|mann, sei doch nicht immer gleich so borstig. Du ver"|graulst dir noch die besten Freunde.}
+
+\dialog{4.\ Schüler}{Jeden"|falls wissen wir, dass die Mond"|prinzessin schreck"|lich in dich ver"|knallt ist.}
+
+\dialog{Mond"|mann}{Ha, die bildet sich doch nur ein, ein Mond"|prinz müsste kommen. Eine goldene Leiter müsste her. Eine goldene Leiter, dass ich nicht lache! Was zum Teufel braucht sie eine goldene Leiter, wenn sie mich hat?!}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Prinzessinnen haben nun mal ihren Tick. Denk nur mal an die mit der Erbse. Aber da"|für sind sie eben auch et"|was Be"|sonderes.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Mensch, ich hab's! War"|um muss es ge"|rade eine goldene Leiter sein. Er"|zähl ihr doch ein"|fach, du seist über einen Regen"|bogen von der Erde zum Mond auf"|ge"|stiegen!}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Na klar, er"|zähl ihr vom Regen"|bogen!}
+
+\dialog{4.\ Schüler}{Denk nur, was be"|deutet schon alles Gold der Welt gegen"|über den Farben des Regen"|bogens?}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Alle Farben der Erde kannst du der Prinzessin aus seinen Farben mixen.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Du kannst ihr er"|zählen, wie schön es ist, dass wir auf unserer Erde atmen können, dass es regnet und die Sonne durch die Wolken bricht und unsere Erde er"|wärmt, nicht ver"|brennt!}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Du mussst ihr er"|zählen, wie sich der Regen"|bogen von Horizont zu Horizont wie eine Brücke schwingt. Du musst\ldots
+
+Mond"|mann, Mond"|mann! Wo bist du denn? Du hörst uns ja gar nicht mehr zu!}
+
+\dialog{4.\ Schüler}{Er ist ab"|ge"|hauen, ganz ein"|fach ab"|ge"|hauen!}
+
+\dialog{Schüler}{Mann im Mond! Mann im Mond! Komm zu"|rück! Unser Mond"|schiff ist start"|be"|reit!}
+
+\dialog{Mond"|fee}{Er kommt nicht mehr zu"|rück. Er bleibt auf dem Mond! Ich soll euch seine Ab"|schieds"|grüße über"|bringen.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Ja, wer bist du denn schon wieder?}
+
+\dialog{Mond"|fee}{Er"|kennt ihr mich nicht? Ich bin die Mond"|fee.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Herr"|je, das ist doch dieses ver"|flixte Frauen"|zimmer, das dem Mond"|mann eine so un"|sinnige Auf"|gabe ge"|stellt hat!
+
+Sicher, liebe Mond"|fee, hast du in"|zwischen ein"|ge"|sehen, dass die Schön"|heit und das Ein"|malige unserer Erde nicht mit einem Wort aus"|zu"|drücken ist. Da wird der Mond"|mann aber froh sein, dass du das ein"|ge"|sehen hast!}
+
+\dialog{Mond"|fee}{Aber im Gegen"|teil! Der Mond"|mann hat durch euch das Wort ge"|funden. Da"|für soll ich euch danken. Ihr habt den Mond"|mann er"|löst.}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Na so was, wir haben den Mond"|mann er"|löst?}
+
+\dialog{4.\ Schüler}{Da bleibt mir doch die Spucke weg!}
+
+\dialog{Mond"|fee}{Aber Kinder, denkt doch mal scharf nach!}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Oh, jetzt geht mir ein Licht auf. Natür"|lich! Sie hat recht! Wir haben das Wort ge"|funden. Regen"|bogen, Regen"|bogen, das ist das Wort.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Mensch klar, dass wir da nicht schon früher dar"|auf ge"|kommen sind. Natür"|lich stimmt es. Regen"|bogen -- das ist das Wort. Über"|legt doch mal. Wie ent"|steht ein Regen"|bogen? Wenn die Sonne eine Regen"|wand be"|scheint! Ohne unsere Atmo"|sphäre gäbe es keinen Regen"|bogen, ohne Sonne und Regen, ohne Atem"|luft kein Leben auf unserer Erde. Das ist das Ein"|malige.}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Aber was wäre unsere Erde ohne die vielen schönen Farben? Alle Farben der Erde sind im Regen"|bogen ent"|halten. So birgt er ihre ganze Schön"|heit in sich.}
+
+\dialog{4.\ Schüler}{Da ist der Mond"|mann aber be"|stimmt sehr froh, dass er durch uns das Wort ge"|funden hat, dass er durch uns er"|löst worden ist.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Aber eine Frage haben wir noch, liebe Mond"|fee. Heiratet die Prinzessin nun den Mond"|mann oder heiratet sie ihn nicht?}
+
+\dialog{Mond"|fee}{Wer weiß? Auf der Erde wäre das so. Die Prinzessin heiratet ihren Prinzen. Punkt. Schluss! Aber hier oben auf dem Mond, da wäre man ver"|dammt, wenn man nicht et"|was zum Träumen hätte.}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Und du meinst, wir haben dem Mond"|mann et"|was zum Träumen ge"|schenkt?}
+
+\dialog{Mond"|fee}{Ihr habt ihm den Traum vom Regen"|bogen ge"|schenkt!}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Du meinst, er träumt jetzt von unserer Erde? Da"|von wie schön sie ist. Aber wusste er das nicht schon vor"|her? Oder hatte er es ver"|gessen?}
+
+\dialog{4.\ Schüler}{Ich glaube, er hatte es ver"|gessen. -- Er hat nicht gut von unserer Erde ge"|sprochen. Es war, als ob er Angst vor ihr hätte.}
+
+\dialog{Mond"|fee}{Oh ja, er hat Angst vor ihr. Angst vor der Erde, die so ein"|malig und schön ist -- eine Perle im All -- und da"|bei so fried"|los, be"|droht und zer"|brech"|lich.
+
+Ihr aber seid Kinder. Ihr habt ihm den Traum vom Regen"|bogen ge"|schenkt.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Den Traum vom Regen"|bogen?}
+
+\dialog{Mond"|fee}{Wisst ihr, der Regen"|bogen birgt nicht nur die Ein"|malig"|keit und die Schön"|heit der Erde in sich. Er ist viel mehr. Er ist eine Brücke. Eine Brücke, die sich über Länder, Meere und Kon"|tinente hin"|weg"|schwingt; eine Brücke, die keine Grenzen kennt. Der Regen"|bogen birgt die größte Sehn"|sucht des Menschen in sich -- die Sehn"|sucht nach Frieden. Erst wenn sich ein"|mal ein Regen"|bogen, eine Brücke des Friedens, von der Erde zum Mond schwingt, wird der Mond"|mann sein Bündel end"|gültig schnüren und zu euch zu"|rück"|kehren!}
+
+\dialog{2.\ Schüler}{Aber Mond"|fee, dann haben wir den Mond"|mann ja gar nicht richtig er"|löst, wenn er doch noch für un"|end"|lich lange hier auf dem Mond bleiben muss.}
+
+\dialog{Mond"|fee}{Aber natür"|lich ist er er"|löst! Er bleibt hier oben. Aber nicht mehr als ab"|schreckendes Bei"|spiel! Er ist ein Zeichen der Hoffnung ge"|worden: Einer ist da oben, der dar"|an glaubt, dass irgend"|wann ein"|mal eine Brücke des Friedens Menschen und Welten mit"|ein"|ander ver"|bindet. So"|lange lasst ihn hier oben träumen und ver"|gesst ihn nicht ganz!}
+
+\dialog{3.\ Schüler}{Aber Mond"|fee, wir ver"|gessen doch keinen, den wir ein"|mal er"|löst haben!}
+
+\dialog{4.\ Schüler}{Und wenn wir von der Erde aus sein Schatten"|bild sehen, winken wir ihm zu.}
+
+\dialog{1.\ Schüler}{Kommt, wir malen ihm zum Ab"|schied ein Bild: einen Regen"|bogen, ge"|rade so schön, wie er ihn sich er"|träumt.}
+
+\dialog{Lehrer}{Iris, Steffen, Toni, los, los, be"|eilt euch ge"|fälligst! Oder wollt ihr auf dem Mond Wurzeln schlagen? Dalli, dalli, Kinder, unser Mond"|schiff ist start"|be"|reit!}
+
+\dialog{Kapitän}{Habt ihr euch alle schön an"|ge"|schnallt? Die erste Rakete wird gleich ge"|zündet.}
+
+\dialog{Schüler}{Huch, mir wird schon wieder ganz schlecht. Ich bleibe lieber auf dem Mond.}
+
+\dialog{Lehrer}{Nichts da, marsch hier"|ge"|blieben! Schnell Kinder, schlotzt Anti"|schlecht"|werd"|medizin.}
+
+\begin{center}\large (Ge"|räusch: Raketen"|start)\end{center}
+
+Alle singen (Melodie: \glq{}Im Früh"|tau zu Berge\grq{}):
+
+\settowidth{\versewidth}{Dann weckt sie in uns Sehn"|sucht und es zieht uns wieder heim,}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Und glitzert die Erde in tief"|blauem Schein, \\
+Dann weckt sie in uns Sehn"|sucht und es zieht uns wieder heim, \\
+Schön ist es in der Ferne, im Welt"|all bei den Sternen, \\
+Doch schön ist es wieder in Kappel zu sein. \\!
+\end{verse}
+
+\section{}
+
+\dialog{Re"|porter}{Liebe Zu"|schauer und Zu"|hörer vor den Bild"|schirmen. So"|eben ist das Raum"|schiff Flieg"|ins"|all weich und sicher auf dem Mond"|start- und Rat"|haus"|platz Frei"|burg ge"|landet. Die Mütter unserer tapferen Welt"|raum"|fahrer haben Tränen in den Augen, die Väter schneuzen sich ge"|rührt die Nase. So"|eben ist es mir ge"|lungen, einen unserer tapferen Heim"|kehrer vor die Kamera zu be"|kommen. Wie heißt du, mein Junge?}
+
+\dialog{Schüler}{Ich bin immer noch der Markus.}
+
+\dialog{Re"|porter}{Sicher bist du sehr stolz dar"|auf, dass eure Klasse jetzt ins Guinness-Buch der Re"|korde ein"|ge"|tragen wird.}
+
+\dialog{Schüler}{Oh, Herr Re"|porter, da muss ich Sie leider ent"|täuschen.}
+
+\dialog{Re"|porter}{Aber ich bitte dich, mein Junge, was heißt das, "`da muss ich Sie leider ent"|täuschen"'? Ihr wart doch auf dem Mond, ihr kommt doch vom Mond. Und sicher habt ihr auf dem Mond die Flagge unserer Re"|publik ge"|hisst und eure Namen hinter"|legt.}
+
+\dialog{Schüler}{Das ist es ja eben. Wir haben weder die Flagge unserer Re"|publik ge"|hisst noch unsere Namen hinter"|legt.}
+
+\dialog{Re"|porter}{Sag nur, das habt ihr ver"|gessen!}
+
+\dialog{Schüler}{Glatt"|weg ver"|gessen! Wir hatten schließ"|lich Wichtigeres zu tun!}
+
+\dialog{Re"|porter}{Aber irgend"|et"|was müsst ihr doch auf dem Mond hinter"|lassen haben. Denk scharf nach, mein Junge!}
+
+\dialog{Schüler}{Klar, da fällt mir ein, eine an"|ge"|fangene Zeichnung. Wir wollten einen Regen"|bogen malen, aber wir sind da"|bei unter"|brochen worden. Nur der An"|fang ist uns ge"|lungen.}
+
+\dialog{Re"|porter}{Siehst du, das ist doch ein Be"|weis"|stück, dass ihr als erste Klasse der Welt auf dem Mond wart.}
+
+\dialog{Schüler}{Ein Be"|weis"|stück? Nein, das glaube ich nicht. Wenn je ein"|mal nach uns Kinder zum Mond fliegen, werden sie unseren an"|ge"|fangenen Regen"|bogen finden. Sie werden nicht wissen, ob ihn weiße, gelbe oder schwarze Kinder ge"|malt haben. Aber sie werden viel"|leicht dar"|an weiter"|malen. Wir glauben ein"|fach dar"|an, dass der Regen"|bogen eines Tages voll"|endet wird.}
+
+\dialog{Re"|porter}{Da"|mit ist unsere Sonder"|sendung be"|endet. Wir schalten zu"|rück zur Sende"|zentrale und wünschen Ihnen allen eine an"|ge"|nehme Nacht"|ruhe.}
+
+\begin{center}\large\textsc{(Euro"|visions"|zeichen)}\end{center}
+
+\play{Das tapfere Schneider"|lein}
+\titleformatscene
+
+\dialog{Alle singen}{
+\settowidth{\versewidth}{Schneidri, schneidra, schneidrum!}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Schneidri, schneidra, schneidrum!\footnote{Oma sagt, sie hätten zu Be"|ginn Strophen 1, 4 und dann 3 von \url{https://www.volksliederarchiv.de/ich-bin-der-meister-schneider/} ge"|sungen, al"|so gebe ich sie hier -- mit einer winzigen Änderung meiner Groß"|mutter -- wieder.} \\
+Schneidri, schneidra, schneidrum! \\
+Ich bin der Meister Schneider \\
+und näh' den Leuten Kleider \\
+im Lande weit her"|um, \\
+im Lande weit her"|um. \\!
+
+Spott' keins der Schneider mehr! \\
+Spott' keins der Schneider mehr! \\
+Man halte sie in Ehren! \\
+Wenn keine Schneider wären, \\
+wir liefen nackt her"|um. \\
+Schneidri, schneidra, schneidrum! \\!
+
+Ich sitz' und schau' mich um, \\
+ich sitz' und schau' mich um, \\
+als wenn ich Kaiser wäre. \\
+Mein Szepter ist die Schere, \\
+mein Tisch das Kaiser"|tum. \\
+Ich sitz' und schau' mich um. \\!
+\end{verse}
+}
+
+\section{Schneider und Mus"|frau}
+
+\dialog{Frau}{Mus feil! Gut Mus feil! Prima Marmelade zu ver"|kaufen! Erd"|beer-, Him"|beer-, Kirsch-, Pflaumen"|mus! Kauft Leute, kauft, denn ab morgen ist's 3~Pfennig billiger!}
+
+\dialog{Schneider}{Mm, was hören meine Ohren? Was riecht meine Nase? He, altes Weib"|lein, hier her"|auf, bei mir kriegt Ihr Euer Mus be"|stimmt los!}
+
+\dialog{Frau}{Oh, diese vielen Treppen! O jeh, o jeh, das tut meinem Hexen"|schuss aber be"|stimmt nicht gut! Da"|für krieg' ich aber be"|stimmt et"|liche Pfund los!}
+
+\dialog{Schneider}{Aha, da seid Ihr ja. Was habt Ihr denn Gutes mit"|ge"|bracht, liebe Frau? Mm, mm\ldots}
+
+\dialog{Frau}{Ja, da hab' ich Erd"|beer"|mus, das köst"|lichste, das je eine Nase er"|schnuppert hat!}
+
+\dialog{Schneider}{Peh, das soll Erd"|beer"|mus sein?! Das ist doch zu"|sammen"|ge"|quetschter Käse, schön rot ge"|färbt.}
+
+\dialog{Frau}{Na so was, das hat mir noch kein Kunde ge"|sagt! Aber guckt hier, Kirsch- und Him"|beer"|marmelade, hoffent"|lich trifft das Euren Ge"|schmack!}
+
+\dialog{Schneider}{Och, das riecht schon wesent"|lich besser! Aber was, Mus nennt Ihr das?! Ich schütt' mir doch keine rote Tinte auf's Brot.}
+
+\dialog{Frau}{Jetzt reicht mir's aber! Ich bin nur noch ge"|spannt, was Ihr an meinem Pflaumen"|mus aus"|setzen werdet!}
+
+\dialog{Schneider}{Pflaumen"|mus? Ihr habt Pflaumen"|mus? Ja, war"|um habt Ihr das denn nicht gleich ge"|sagt, gute Frau? Pflaumen"|mus, das ist doch meine Leib- und Magen"|speise. Na, dann gönn' dir mal 'was Gutes, Zwirn von Bind"|faden.}
+
+\dialog{Frau}{Na, wie's mich freut, end"|lich Euern Ge"|schmack ge"|troffen zu haben. Wie viel Gläser wünschen der Herr?}
+
+\dialog{Schneider}{Gläser? Wer sagt denn, dass ich Gläser fressen will? Pflaumen"|mus will ich und da"|von ein ganzes Viertel"|pfund!}
+
+\dialog{Frau}{Mir bleibt die Spucke weg -- ein Viertel"|pfund? Ihr wollt mich wohl ver"|äppeln?}
+
+\dialog{Schneider}{Aber reg Sie sich doch nicht so auf, gute Frau. Ein Viertel"|pfund, da"|von werd' ich doch ein halbes Jahr satt.}
+
+\dialog{Frau}{Oh, du elender Fleder"|wisch, du wagst es, mich mit meinem Rheuma, meinem Ischias, meinem Hexen"|schuss, die vielen Treppen 'r"|auf"|zu"|jagen und das alles für nur ein Viertel"|pfund! Du geiziger Ziegen"|bock. Da habt Ihr Euer Mus. Euch ver"|kauf' ich meiner Leb"|tag' nichts mehr, das schwör' ich!}
+
+\dialog{Schneider}{Na so was, der ist wohl eine Laus über die Leber ge"|krochen! Wor"|über sich die gute Frau wohl so auf"|regt? Was soll's?! Jetzt lass' ich mir erst mal ein feines Mus"|brot schmecken! Mm, wie das duftet, mir läuft ja schon das Wasser im Mund zu"|sammen!}
+
+\dialog{Fliegen}{sssss ssss ssssssss}
+
+\dialog{Schneider}{Weg da, das ist mein Mus"|brot! Weg mit euch, ver"|steht ihr wohl kein Deutsch, was fällt euch ein?}
+
+\dialog{Fliegen}{sssssssssssssssss}
+
+\dialog{Schneider}{Jetzt wird's mir aber wirk"|lich gleich zu dumm! Ich warne euch zum letzten Mal!}
+
+\dialog{Fliegen}{sssssssssssss}
+
+\dialog{Schneider}{Was sein muss, muss sein! Patsch!
+
+1, 2, 3, 4, 5, 6, 7\ldots
+
+Ja, ist's die Mög"|lich"|keit?! Gibt's denn so was? Siebene auf einen Streich! Zwirn von Bind"|faden, du bist ja ein Held! Das muss ich gleich den Nach"|barn ver"|künden! Zum Teufel mit den Nach"|barn -- die ganze Welt soll's er"|fahren. Siebene auf einen Streich! Das stick' ich mir auf diesen Gürtel hier -- und dann -- a"|dieu, Schneider"|tisch! Auf in die weite Welt!
+
+Au, den Käs' hier, den steck' ich mir als Pro"|viant ein! Und du, Piep"|matz, du sollst auch nicht all"|ein zu"|rück"|bleiben. Wo"|zu hab' ich denn Hosen"|taschen? Marsch, hin"|ein mit dir!}
+
+\section{}
+
+\dialog{Schneider}{Ver"|flixt und zu"|ge"|näht, was kommt denn da für ein Riesen"|kerl auf mich zu?! Herr"|je, herr"|je, da fällt mir ja mein Schneider"|herz in die Hosen. Jetzt heißt's auf"|schneiden, oder ich hab' aus"|ge"|schneidert! Wenn ich an dem vor"|bei"|kommen will, muss ich richtig groß tun! Dann Glück auf, Schneider!}
+
+\dialog{Wackel"|di"|wumm}{Was kommt denn da für ein Wicht? Ob der ess"|bar ist? Viel Pökel"|fleisch ist nicht d'r"|an! Aus dem Weg mit dir oder ich hänge dich als Wurm an meine Angel"|rute!}
+
+\dialog{Schneider}{Wurm an die Angel"|rute?! Dass ich nicht lache! Da bist du aber ge"|waltig auf dem Holz"|weg! Du hast wohl noch nicht ge"|merkt, dass es auf die Größe eines Kerls nicht an"|kommt! Ha, was red' ich viel? Gell, da fallen dir fast die Augen aus dem Kopf! Aber kannst du über"|haupt lesen?}
+
+\dialog{Wackel"|di"|wumm}{Siebene auf einen Streich! Peh, und du bildest dir ein, das glaub' ich dir? Na warte, Bürsch"|chen, die Stärke, die musst du mir erst be"|weisen!}
+
+\dialog{Schneider}{Ein"|ver"|standen! Ich schlage Kopf"|rechnen vor!}
+
+\dialog{Wackel"|di"|wumm}{Kopf"|rechnen, das ist doch keine Stärke, das können ja schon Dritt"|klässler. Nein, mein Lieber, ich will wissen, wer von uns beiden der Stärkere ist. Siehst du den Stein hier? Den kann ich so fest drücken, dass ein Wasser"|tropfen 'r"|aus"|kommt! Das mach mir erst mal nach!}
+
+\dialog{Schneider}{Na hör mal, wenn's weiter nichts ist! Guck, hier hab' ich einen Kalk"|stein! Wetten, dass ich viel mehr Wasser 'r"|aus"|kriege!}
+
+\stage{Schneider drückt auf Käse.}
+
+\dialog{Wackel"|di"|wumm}{Hm, nicht schlecht, nicht schlecht! Aber das Steine"|drücken ist auch nicht so wichtig! Die wahre Kunst ist das Werfen! Na, du Zwergen"|pinscher, das musst du mir erst mal nach"|machen!}
+
+\dialog{Schneider}{Gar nicht so übel, du langer Lulatsch! Aber dein Stein ist ja schließ"|lich wieder auf die Erde zu"|rück"|ge"|fallen. Ich werf' dir einen Stein so hoch, dass er wie eine Rakete auf Nimmer"|wieder"|sehen im Welt"|raum ver"|schwindet!}
+
+\stage{Schneider wirft Piep"|matz.}
+
+\dialog{Wackel"|di"|wumm}{Na ja, werfen kannst du ganz gut! Aber nun will ich sehen, ob du auch et"|was Ordent"|liches tragen kannst! Dort hab' ich einen mächtigen Eich"|baum ge"|fällt, den hilf mir tragen!}
+
+\dialog{Schneider}{Natür"|lich will ich dir helfen. Aber weißt du was? Nimm du nur den leichten Stamm auf die Schulter, dann will ich dir die vielen schweren Äste tragen mit den\ldots 4377~Blättern d'r"|an, ist dir das genug?}
+
+\stage{Schneider setzt sich auf den Stamm und lässt sich tragen.}
+
+\dialog{Wackel"|di"|wumm}{Pff, pff, och ist das heiß! Das wird bald ein mächtiges Ge"|witter geben. Es wird besser sein, wir lassen den Eich"|baum liegen und ver"|ziehen uns in meine Höhle.}
+
+\section{Ge"|spräch der Riesen}
+
+\dialog{1.\ Riese}{Guten Abend, Kumpels!}
+
+\dialog{2.\ Riese}{Guten Abend, Wackel"|di"|wumm, was für einen Fisch bringst du uns denn da zum Abend"|essen?}
+
+\dialog{3.\ Riese}{Da"|mit kann ich ja nicht mal meinen hohlen Zahn füllen!}
+
+\dialog{4.\ Riese}{Du willst mit dem Gras"|hüpfer wohl dein Hühner"|auge aus"|füllen, Wackel"|di"|wumm?}
+
+\dialog{1.\ Riese}{Psst, sei doch still, Humpe"|pumpel, ich bringe euch doch einen hohen Gast!}
+
+\dialog{2.\ Riese}{Ha, ha, der unser Gast, dass ich nicht lache!}
+
+\dialog{3.\ Riese}{Reichst du über"|haupt bis zur Tisch"|kante? Du musst ja auf eine Leiter klettern, Kleiner, wenn du mit uns essen willst.}
+
+\dialog{4.\ Riese}{Na, du spindeldürre Nähnadel, du bist doch sicher ein ganz hunds"|ge"|wöhn"|liches Schneider"|lein!}
+
+\dialog{1.\ Riese}{Kameraden, jetzt lasst mich doch end"|lich auch ein"|mal zu Wort kommen. Es stimmt, der Kleine sieht aus wie ein Gras"|hüpfer, wie ein ganz ge"|wöhn"|licher Schneider, in Wirk"|lich"|keit ist er aber der größte und stärkste aller Helden, die mir je be"|gegnet sind.}
+
+\dialog{Schneider}{Grüß Gott, ihr Prahl"|mäuler! Darf ich mich nicht selber vor"|stellen?! Ach was, lest doch ein"|fach, was auf meinem Gürtel steht! Gell, da staunt ihr! Hat's euch die Spucke ver"|schlagen?! Ja, es stimmt. Ich bin der, der Siebene auf einen Streich ge"|tötet hat\ldots Ich bin der mächtigste Held, der je in eurer Höhle zu Gast war!}
+
+\dialog{1.\ Riese}{O"|je, o"|je, Siebene auf einen Streich! Solch einem Kerl ist unser Ur"|groß"|vater noch nie be"|gegnet!}
+
+\dialog{2.\ Riese}{Mir schlottern ja alle Knochen im Leib! Hoffent"|lich schaffen wir uns den Kerl wieder gut vom Hals!}
+
+\dialog{3.\ Riese}{Uih, jetzt heißt's aber höf"|lich sein.}
+
+\dialog{4.\ Riese}{Aber bitte, willst du dich nicht zu uns setzen und mit uns zu Abend essen?}
+
+\dialog{Schneider}{Ha, ich hab' Hunger wie ein Riesen"|saurier.}
+
+\dialog{2.\ Riese}{Hier ver"|such mal, das ist eine aus"|ge"|zeichnete Wild"|schwein"|keule.}
+
+\dialog{Schneider}{Bei meiner Seel', ein gutes Mus"|brot wär' mir lieber! Ich glaub', das Wild"|schwein war schon sein eigener Groß"|vater! Das ist ja zäh wie Hosen"|leder.}
+
+\dialog{3.\ Riese}{Weißt du was, wir wollen dich ein biss"|chen unter"|halten.}
+
+\dialog{1.\ Riese}{Ellen"|lang, er"|zähl doch mal die Ge"|schichte von unserem Vetter Timpe"|tu.}
+
+\dialog{2.\ Riese}{Pst, ich weiß was, hör' mal zu\ldots}
+
+\begin{center}\ldots\end{center}
+
+\dialog{Schneider}{Wirk"|lich, die Ge"|schichte war prima! Aber nun, ihr Riesen, bietet mir lieber ein Bett an, sonst schlaf' ich noch im Stehen ein. Ich bin hunde"|müde!}
+
+\dialog{1.\ Riese}{Hier ist Ellen"|langs Bett. Es ist das weichste und größte!}
+
+\dialog{2.\ Riese}{Wir wünschen dir alle eine an"|ge"|nehme Nacht"|ruhe.}
+
+\dialog{3.\ Riese}{Wackel"|di"|wumm, wie konntest du uns nur diesen ge"|fähr"|lichen Burschen her"|schleppen?!}
+
+\dialog{4.\ Riese}{Mit dem zu"|sammen bleib' ich keinen Tag länger in unserer Höhle!}
+
+\dialog{2.\ Riese}{Da sind wir ja unseres Lebens nicht mehr sicher!}
+
+\dialog{3.\ Riese}{Ent"|weder du schaffst uns den Kerl wieder vom Hals oder ich ver"|schwinde auf Nimmer"|wieder"|sehen.}
+
+\dialog{1.\ Riese}{Pst, seid doch leise. Heute Nacht während der schläft, mach' ich ihm den Gar"|aus. Ich zer"|quetsch' ihn wie einen Floh. Aber jetzt lass uns erst mal schlafen, dass wir ihn nicht wieder auf"|wecken.}
+
+\dialog{Schneider}{Al"|so, in diesem Bett kann viel"|leicht ein Ochse schlafen, aber ich nicht. Ich komm' mir ja vor, als wär' ich eine Nuss"|schale auf dem Atlantischen Ozean. Nein, da leg' ich mich lieber da d'r"|üben in die Ecke. Och, bin ich müde.}
+
+\dialog{1.\ Riese}{Na, die kleine Maus ist er"|ledigt. Brüder, jetzt los an die Arbeit.}
+
+\dialog{2.\ Riese}{Wir müssen heute noch einen ganzen Wald fällen!}
+
+\dialog{3.\ Riese}{Heute wird ge"|arbeitet, Wackel"|di"|wumm, ver"|standen?! Lass dich ja nie wieder mit so einem ge"|fähr"|lichen Land"|streicher ein!}
+
+\dialog{4.\ Riese}{Bin ich froh, dass du ihm den Gar"|aus ge"|macht hast.}
+
+\dialog{1.\ Riese}{Hu, wer kommt denn da?}
+
+\dialog{2.\ Riese}{Ho, was seh' ich da?!}
+
+\dialog{3.\ Riese}{Hilfe, Hilfe, ein Ge"|spenst!}
+
+\dialog{4.\ Riese}{Rennt Brüder, flieht, er wird uns alle um"|bringen!}
+
+\section{Ge"|spräch der Bürger}
+
+\dialog{Josephin"|chen}{Ei, schönen guten Tag, Fräu"|lein Schnatter"|lin"|chen!}
+
+\dialog{Seraphin"|chen}{Nützen Sie auch den schönen Tag zu einem Spazier"|gang?}
+
+\dialog{Schnatter"|lin"|chen}{Natür"|lich! Den herr"|lichen Sonnen"|schein muss man ja ge"|nießen! Ein Glück, dass heute Sonn"|tag ist!}
+
+\dialog{Josephin"|chen}{Na, da hört sich doch alles auf. Ich sag's ja immer: Die Leute haben heut"|zu"|tag' kein Be"|nehmen mehr. Da sägt doch wahr"|haftig einer einen Baum"|stamm durch und das am heiligen Sonn"|tag!}
+
+\dialog{Seraphin"|chen}{Aber nein, Josephin"|chen, das ist doch keine Säge! Ich glaube, im könig"|lichen Schweine"|stall gibt es Nach"|wuchs. Hört ihr's nicht grunzen?}
+
+\dialog{Schnatter"|lin"|chen}{Bei Gott, ich würde schwören, das ist weder eine Säge noch ein Schwein, da schnarcht einer, als wär's mein eigener Mann!}
+
+\dialog{Seraphin"|chen}{Da schnarcht einer? Wahr"|haftig, jetzt kommt's mir auch so vor!}
+
+\dialog{Josephin"|chen}{Tat"|säch"|lich, da liegt ja je"|mand!}
+
+\dialog{Schnatter"|lin"|chen}{Na so was, der Kerl sieht ja aus, als wäre er ein leib"|haftiger Schneider!}
+
+\dialog{Seraphin"|chen}{Schaut mal, was für einen komischen Gürtel er trägt!}
+
+\dialog{Josephin"|chen}{Können Sie lesen, was dar"|auf steht, Fräu"|lein Schnatter"|lin"|chen?}
+
+\dialog{Schnatter"|lin"|chen}{Siebene auf einen Streich! Mein Gott, das ist kein Schneider. Das ist ein Kriegs"|held! Das müssen wir so"|fort unserem König melden!}
+
+\dialog{Ober"|hof"|mar"|schall}{He"|da, wer seid ihr?!}
+
+\dialog{Josephin"|chen}{Frag doch nicht so dumm! Du wirst doch schließ"|lich noch deine eigene Frau kennen!}
+
+\dialog{Ober"|hof"|mar"|schall}{Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Schließ"|lich ist das mein Be"|ruf! Ich darf keine un"|ge"|betenen Gäste zum König vor"|lassen.}
+
+\dialog{Josephin"|chen}{Papper"|la"|papp, mein Lieber! Wir sind doch keine un"|ge"|betenen Gäste! Wir müssen dem König doch eine lebens"|wichtige Mit"|teilung machen.}
+
+\dialog{Schnatter"|lin"|chen}{Ja"|wohl, Herr Ober"|hof"|mar"|schall, es handelt sich so"|zu"|sagen um ein wichtiges Staats"|ge"|heim"|nis.}
+
+\dialog{Ober"|hof"|mar"|schall}{Ha, das wird ein schönes Staats"|ge"|heim"|nis sein!}
+
+\dialog{Prinzessin}{Hurra, was hör' ich, ein Ge"|heim"|nis?}
+
+\dialog{König}{Ein Staats"|ge"|heim"|nis, da bin ich aber ge"|spannt.}
+
+\dialog{Seraphin"|chen}{Da d'r"|außen vor unserem König"|reich, da schläft ein Mann, der hat Siebene auf einen Streich um"|ge"|bracht.}
+
+\dialog{Josephin"|chen}{Ja"|wohl, auf seinem Gürtel steht's ge"|schrieben. Das muss ein Held sein, wie ihn unser König"|reich noch nie ge"|sehen hat!}
+
+\dialog{Prinzessin}{Vater, den müssen wir uns an"|seh'n. Wie wär's, wenn du ihn zum Obersten Kriegs"|minister er"|nennen würdest?}
+
+\dialog{König}{Beim Zeus, das ist gar keine so schlechte Idee! Kommt alle mit! Wir wollen ihn mit ge"|bührender Ehre in unserem König"|reich empfangen.}
+
+\vspace{1em}
+\begin{minipage}{0.9\textwidth}
+\begin{center}Be"|kannt"|machung\end{center}
+
+Ich -- König Hasen"|fuß, der Erste -- er"|nenne hier"|mit feier"|lich den Helden Zwirn von Bind"|faden zum neuen Kriegs"|minister. Ich hoffe, dass alle Soldaten meines Reiches ihm den ge"|bührenden Ge"|hor"|sam er"|weisen und dass unser König"|reich durch seine Hilfe auch weiter"|hin vor allen Ge"|fahren wie bissigen Hunden, toll"|wütigen Füchsen und stech"|wütigen Flöhen ge"|schützt werden möge!
+\end{minipage}
+
+\section{Die Soldaten}
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+\dialog{1.\ Soldat}{Bei meiner Ehr', habt ihr das ge"|hört?}
+
+\dialog{2.\ Soldat}{Ge"|hört? Das ist doch un"|er"|hört!}
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+\dialog{3.\ Soldat}{Unser Haupt"|mann ist dem König wohl nicht mehr gut ge"|nug!}
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+\dialog{Haupt"|mann}{Alles an"|treten! Was, ihr bleibt ein"|fach sitzen? Ihr ver"|weigert mir den Ge"|hor"|sam?}
+
+\dialog{4.\ Soldat}{Nein, Herr Haupt"|mann, der Un"|ge"|hor"|sam richtet sich nicht gegen Euch!}
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+\dialog{1.\ Soldat}{Aber glaubt Ihr denn, wir könnten dem König weiter"|hin dienen, wenn er einen Kriegs"|minister er"|nennt, vor dem wir alle zittern müssen?!}
+
+\dialog{2.\ Soldat}{Ein Schlag von seiner Hand und wir be"|gucken uns alle die Radies"|chen von unten!}
+
+\dialog{3.\ Soldat}{Ihr habt doch auch schon ge"|sehen, was auf seinem Gürtel steht!}
+
+\dialog{4.\ Soldat}{Ich bin doch noch nicht lebens"|müde!}
+
+\dialog{1.\ Soldat}{Bei aller Tapfer"|keit, das ist zu viel ver"|langt!}
+
+\dialog{2.\ Soldat}{Ent"|weder der Kerl wird ent"|lassen oder der König hat seine Soldaten zum letzten Mal ge"|sehen.}
+
+\dialog{Haupt"|mann}{Da bin ich ganz eurer Meinung, Kameraden! Ich werde den König gleich um unsere Ent"|lassung bitten!}
+
+\dialog{Alle Soldaten}{
+\settowidth{\versewidth}{du hast die größ'ren Stiefel an!}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Gang, Jocke"|le, gang du vor"|an, \\
+du hast die größ'ren Stiefel an!\footnote{Ur"|sprüng"|lich heißt es "`du hast Sporn und Stiefel an"' in "`Die 7 Schwaben"'.} \\!
+\end{verse}
+}
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+\section{}
+
+\dialog{König}{Da hast du mir ja 'was Schönes ein"|ge"|brockt, Prinzessin! Nun sind wir zwar so vor"|nehm und haben einen Kriegs"|minister, und nun wollen alle Soldaten ihren Ab"|schied nehmen. Könnt' ich den Kerl doch 1000~Meilen weit ins Nimmer"|leins"|land hexen!}
+
+\dialog{Prinzessin}{Weißt du was, Vater, stell' ihm doch ein"|fach eine Auf"|gabe, die er nicht lösen kann, dann werden wir ihn auf gute Art wieder los!}
+
+\dialog{König}{Ha Prinzess"|chen, dein Vor"|schlag ist aus"|ge"|zeichnet! Ober"|hof"|mar"|schall, ruf er mir so"|fort den neuen Kriegs"|minister!}
+
+\dialog{Schneider}{Hei, zu Be"|fehl, König Hasen"|fuß, wo brennt's denn?}
+
+\dialog{König}{Hör zu, Zwirn von Bind"|faden! Weil du so ein großer Kriegs"|held bist, will ich dir ein An"|ge"|bot machen: In einem Wald meines Landes hausen 2~Riesen, die mit Rauben und Morden großen Schaden stiften. Wenn du die 2~Riesen tötest, dann will ich dir meine Tochter zur Frau geben und das halbe König"|reich da"|zu. Auch sollen meine Soldaten mit dir ziehen und dir Bei"|stand leisten!}
+
+\dialog{Schneider}{Ha, alles klar! Die Riesen, die werde ich schon bändigen! Wer Siebene auf einen Streich trifft, braucht sich doch vor zweien nicht fürchten! Haupt"|mann, jetzt zeig' ich deinen Soldaten, was ich für ein Kerl bin!}
+
+\dialog{Haupt"|mann}{Gnade für meine Soldaten, Herr Kriegs"|minister! O"|je, die Riesen werden uns zu Schrot"|kugeln ver"|arbeiten.}
+
+\dialog{1.\ Soldat}{Heiliger Stroh"|sack, ich habe doch erst gestern ge"|heiratet und schon wird meine Frau wieder zur Witwe!}
+
+\dialog{2.\ Soldat}{Bei meiner Soldaten"|ehr', bei diesem Kampf stelle ich lieber das Schluss"|licht!}
+
+\dialog{3.\ Soldat}{Was, du willst das Schluss"|licht sein? Ich bin der Kleinste!!}
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+\dialog{4.\ Soldat}{Wenn ich wieder mal auf die Welt komme, werde ich alles, nur kein Soldat mehr!}
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+\dialog{Haupt"|mann}{Soldaten, fürchtet euch nicht! Seid tapfer! Denkt dar"|an: Der König braucht euch. Des"|halb heißt die Parole, wenn's brenz"|lig wird: Ab"|hauen! Ver"|standen?!}
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+\dialog{Schneider}{Was redet und schnattert ihr da hin und her? Glaubt ihr et"|wa, ich würde mit den Riesen nicht all"|ein fertig? Die Parole heißt: So"|fort ab"|sitzen! Karten spielen und nicht da"|bei mogeln! Spätestens in einer Stunde bin ich wieder bei euch!}
+
+\dialog{1.\ Soldat}{Der Herr Kriegs"|minister scheint ja gar nicht so übel, wie wir ge"|glaubt haben!}
+
+\dialog{2.\ Soldat}{Das ist der ver"|nünftigste Be"|fehl seit langem!}
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+\dialog{3.\ Soldat}{Herr Haupt"|mann, an dem könnt Ihr Euch ein Bei"|spiel nehmen!}
+
+\dialog{4.\ Soldat}{Ruhe jetzt, Kameraden! Wir werden den Be"|fehl so"|fort aus"|führen.}
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+\dialog{Haupt"|mann}{Aber ich mische die Karten, sonst mogelt ihr doch, ich kenn' euch doch, ihr Schlawiner!}
+
+\section{Streit der Riesen}
+
+\stage{Schneider sitzt auf Baum und wirft "`Steine"' ab"|wechselnd auf schlafende Riesen.}
+
+\dialog{1.\ Riese}{He, du, war"|um schlägst du mich?}
+
+\dialog{2.\ Riese}{Ich dich schlagen? Ich glaube, du spinnst! Ich hab' ja eben noch ganz fried"|lich ge"|schlafen!}
+
+\dialog{1.\ Riese}{Lass gut sein! Dann hab' ich mich eben ge"|täuscht.}
+
+\dialog{2.\ Riese}{Jetzt schlägt's aber~13! Bist du denn von allen guten Geistern ver"|lassen, mich so zu schucken?}
+
+\dialog{1.\ Riese}{Du hirn"|ver"|branntes Rind"|vieh, jetzt störst du mich schon wieder im Schlaf! Wahr"|schein"|lich hat dich im Traum eine Fliege an der Nase ge"|kitzelt!}
+
+\dialog{2.\ Riese}{So eine Un"|ver"|schämt"|heit! Jetzt reicht's mir aber! Du siediger Kraut"|salat, du! Gleich kleb' ich dir eine, dass du die Sterne im Himmel zählen kannst!}
+
+\dialog{1.\ Riese}{Selber siediger Kraut"|salat! Du Horn"|ochse!}
+
+\stage{Riesen prügeln sich.}
+
+\dialog{2.\ Riese}{Du un"|ge"|hobelter Esel!}
+
+\dialog{1.\ Riese}{Du aus"|ge"|franster Ziegen"|bart!}
+
+\dialog{2.\ Riese}{Ver"|maledeites Mond"|ge"|sicht!}
+
+\dialog{1.\ Riese}{Lausiges Rhino"|zerus!}
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+\dialog{2.\ Riese}{Huch, Hilfe! Ich fall' tot um!}
+
+\dialog{1.\ Riese}{Och je, Hilfe! Hilfe! Bums, ich auch!}
+
+\section{}
+
+\dialog{1.\ Soldat}{Wer hätte das ge"|dacht, dass der Zwirn von Bind"|faden die zwei Riesen wirk"|lich be"|siegen konnte!}
+
+\dialog{2.\ Soldat}{Potz Blitz und Kanonen"|rohr, der Kerl wird mir immer un"|heim"|licher!}
+
+\dialog{3.\ Soldat}{Aber nun hat ihm der König die Auf"|gabe ge"|stellt, das Wild"|schwein zu fangen, das in unseren Wäldern so großen Schaden an"|richtet.}
+
+\dialog{4.\ Soldat}{Auch soll der das Ein"|horn ge"|fangen nehmen.}
+
+\dialog{1.\ Soldat}{Nie und nimmer schafft er das.}
+
+\dialog{Haupt"|mann}{Des"|halb: Lustig an die Arbeit! Wie lautet die Parole? Würfel"|spielen! Jeder muss mindestens ein"|mal ge"|winnen!}
+
+\section{Schneider und Wild"|schwein}
+
+\dialog{Wild"|schwein}{Ch, ch, findet man in diesem ver"|dammten Wald denn nichts mehr zu fressen? Immer nur Eicheln und nie eine Delikatesse -- da wird doch das zahmste Wild"|schwein wütend! Hach, was riech' ich? Oh, ch, Menschen"|fleisch! Nein, leider, das riecht nicht nach Mensch; das riecht ganz ge"|wöhn"|lich nach Schere, Nadel und Finger"|hut! Bei meiner Wild"|schwein"|nase, das ist ja ein Schneider! Als Haupt"|mahl"|zeit zu wenig -- aber immer"|hin ein Nach"|tisch! Wart' Bursche, dich hab' ich gleich -- ch, ch.}
+
+\dialog{Schneider}{Hilfe! Zu Hilfe! Jetzt fällt mir doch glatt das Herz in die Hose! Na hör mal, Zwirn von Bind"|faden, bist du nun ein Held oder bist du ein Hasen"|fuß? Ach, was philosophier' ich lang?! Jetzt heißt die Parole ab"|hauen! Hau ab, Schneider, renn um dein Leben!}
+
+\dialog{Wild"|schwein}{Lang"|sam, lang"|sam, du aus"|ge"|hungerter Stroh"|halm, du mickriger Besen"|stiel, du lausiger Zahn"|stocher, gleich hab' ich dich!}
+
+\dialog{Schneider}{Herr"|jeh, herr"|je, mir hängt ja schon die Zunge aus dem Hals! Bald bin ich ver"|loren. -- Juch"|hu, ge"|rettet! Da steht ja eine Kapelle! Nichts wie 'r"|ein! Wetten, dass das dumme Wild"|schwein mir nach"|läuft.}
+
+\dialog{Wild"|schwein}{Ch, ch, dieser Horn"|ochse von Schneider! Jetzt hab' ich ihn!}
+
+\dialog{Schneider}{Haste ge"|dacht! Dass ich nicht lache! Spring doch auch durch das Fenster, du dickes Wal"|ross! Peng, die Tür ist zu! Sieh selber zu, wie du je im Leben hier wieder 'r"|aus"|kommst! So, das wäre ge"|schafft! Und jetzt er"|ledige ich das Ein"|horn auf die gleiche Weise und dann -- hurra, Zwirn von Bind"|faden -- dann hat's sich aus"|ge"|schneidert für alle Zeiten.
+
+Ha, das Ein"|horn! Mit dem spiel' ich Fangis. Ich hetz' das so"|lang bis es in einen Baum"|stamm rennt und mit dem Horn dar"|in stecken bleibt.}
+
+\section{}
+
+\dialog{König}{Prinzessin, hör end"|lich auf zu heulen! Nimm ein Taschen"|tuch und putz dir die Nase. Da ist keine Hilfe, jetzt wird ge"|heiratet, ver"|standen? Schließ"|lich hat Zwirn von Bind"|faden zwei Riesen be"|siegt, das Wild"|schwein ge"|fangen und das Ein"|horn er"|ledigt. Es gibt keine Auf"|gabe mehr, die er nicht lösen könnte. Ober"|hof"|mar"|schall, ge"|leite uns zu dem großen Helden!
+
+Hier"|mit über"|gebe ich dir meine Tochter und das halbe König"|reich!}
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+\dialog{Ober"|hof"|mar"|schall}{Es lebe unser junger König!}
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+\dialog{Alle}{Es lebe der König.}
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+\section{Im Schloss"|zimmer}
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+\dialog{Schneider}{Komm Schätz"|le, jetzt gehen wir ins Bett! Ich glaub', heut' Nacht schlaf' ich wie ein Murmel"|tier; das war ein an"|strengender Tag! Ein gut's Nächt'le!}
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+\dialog{Prinzessin}{Gute Nacht!}
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+\dialog{Schneider}{Hoppla Junge!}
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+\dialog{Prinzessin}{Um Himmels willen, was ist los, lieber Mann? -- Ach, er schläft, er spricht ja im Schlaf!}
+
+\dialog{Schneider}{Geh Junge, hol mir die Schere und flick mir das Wams oder ich schlage dir die Elle um die Ohren.}
+
+\dialog{Prinzessin}{Ach Gott, ein Schneider! Wirk"|lich und wahr"|haftig, mein Mann ist ein ganz hunds"|ge"|wöhn"|licher Schneider.
+
+Hu, hu, Vater, mein Mann ist ein ganz ge"|wöhn"|licher Schneider! Er hat sich im Schlaf selbst ver"|raten! Keinen Tag länger bleib' ich bei ihm! Ich glaub, am besten, ich fall' gleich in Ohn"|macht!}
+
+\dialog{König}{Halt Prinzessin, da"|zu ist jetzt keine Zeit. Geh gleich wieder zu deinem Mann und stell dich, als ob nichts ge"|schehen wäre. In"|zwischen lasse ich die Soldaten rufen. Sie werden vor eurem Zimmer Wache halten und so"|bald der junge König wieder fest schläft, ihn über"|wältigen und auf ein Schiff bringen, das 3~Meilen hinter's Ende der Welt segelt!}
+
+\dialog{Ober"|hof"|mar"|schall}{Herr König, Herr König, flieh er schnell! Es geht um Kopf und Kragen. Der König will euch im Schlaf über"|fallen und ent"|führen lassen, weil Ihr im Traum an"|geb"|lich wie ein Schneider ge"|redet habt!!}
+
+\dialog{Schneider}{Dank dir, mein treuer Ober"|hof"|mar"|schall! Aber mach dir nur keine Sorge um mich! Un"|kraut ver"|geht nicht!
+
+Hoppla, liebe Frau, wo stiefelst denn du mitten in der Nacht her"|um?}
+
+\dialog{Prinzessin}{Ich war nur da, wo selbst der König zu Fuß hin"|geht. Ach, bin ich müde.}
+
+\dialog{Schneider}{Dann lass uns mal weiter"|schlafen!}
+
+\dialog{Prinzessin}{Oh, er schläft! Jetzt hol' ich die Soldaten!}
+
+\dialog{Schneider}{Junge, hol mir die Schere und flick mir das Wams oder ich schlage dir die Elle um die Ohren. Ich habe 2~Riesen er"|schlagen, das Wild"|schwein be"|siegt, und da sollte ich nicht mit denen fertig werden, die d'r"|außen vor der Tür stehen?}
+
+\dialog{Alle}{Es lebe der junge König!}
+
+\dialog{Alle}{Und wenn sie nicht ge"|storben sind, dann leben sie noch heute!}
+
+\play{Der Teufel mit den drei goldenen Haaren}
+\titleformatscene
+
+\begin{flushright}
+Kl.\ 3 b\hspace{0.5cm} 1976
+\end{flushright}
+
+\section{1.\ Bild}
+
+\dialog{An"|sager}{Hallo, grüß Gott, ihr Leut'! Hier ist ja ein Krach, als wären wir in der Kappeler Turn"|halle! Habt ihr denn noch nicht ge"|merkt, dass ihr jetzt im König"|reich Irgend"|wo drei Meilen hinten rechts her"|um seid? Dort d'r"|üben liegt das Dörf"|chen Schnick"|schnack, und die Schnick"|schnacker Dorf"|weiber unter"|halten sich ge"|rade.}
+
+\dialog{1.\ Frau}{Ach, guten Tag, Frau Knob"|lauch"|duft, kommen Sie auch ge"|rade vom Ein"|kaufen?}
+
+\dialog{2.\ Frau}{Natür"|lich! Wissen Sie schon, dass es heute Essig und Hau"|mich"|blau im Sonder"|an"|ge"|bot gibt?}
+
+\dialog{3.\ Frau}{Ach Gott, ach Gott, wenn nur nicht alles so schreck"|lich teuer wäre. Für fünf Meter Kau"|gummi be"|zahlt man ja heut"|zu"|tag' schon glatte sechs Pfennig.}
+
+\dialog{2.\ Frau}{Wie geht's denn Ihrem Mann, Frau Jammer"|lies"|chen? Ich habe ge"|hört, er soll einen Un"|fall ge"|habt haben?}
+
+\dialog{3.\ Frau}{Ja, stellen Sie sich vor, er hat sich gestern beim Kegeln glatt den kleinen Zeh ge"|brochen. Und unser Fritz"|chen liegt mit Ziegen"|peter im Bett. Es ist schreck"|lich.}
+
+\dialog{1.\ Frau}{Guckt mal, wer kommt denn da? Ein Fremder! Den habe ich meiner Leb"|tag' noch nie in Schnick"|schnack ge"|sehen.}
+
+\dialog{2.\ Frau}{Er sieht aus wie ein Wanderer!}
+
+\dialog{3.\ Frau}{Ach was, er sieht aus wie ein her"|ge"|laufener Zottel"|bär.}
+
+\dialog{1.\ Frau}{Ich will nur wissen, was der in Schnick"|schnack zu suchen hat.}
+
+\dialog{An"|sager}{Ein her"|ge"|laufener Zottel"|bär? Da muss ich doch lachen! Wisst ihr, wer der fremde Mann ist? Wenn ihr's nie"|mandem weiter"|sagt, ver"|rate ich's euch! Es ist unser König Kar"|funkel"|stein! Er hat sich als Wanderer ver"|kleidet, dass ihn nie"|mand er"|kennt. So er"|fährt er am besten, wie's in seinem König"|reich zu"|geht, was die Leute über ihn reden und ob es 'was Neues gibt im Land.}
+
+\dialog{1.\ Frau}{Pst, guckt mal, der fremde Mann kommt g'rad"|wegs auf uns zu.}
+
+\dialog{Alle}{Grüß Gott, lieber Herr!}
+
+\dialog{König}{Guten Tag, ihr lieben Leute! Hier gibt's ja so viel hübsche Frauen wie Löwen"|zahn auf einer Wiese!}
+
+\dialog{2.\ Frau}{Oh, das ist ein netter Mann! Und so höf"|lich!}
+
+\dialog{1.\ Frau}{Ihr seid wohl ein Wanderer?}
+
+\dialog{König}{Ja, ich mache ge"|rade eine Wanderung durch Irgend"|wo, da wollte ich auch Schnick"|schnack be"|suchen und hören, was es bei euch Neues gibt und wie ihr von eurem König denkt!}
+
+\dialog{2.\ Frau}{Unser König, das soll ein guter Mann sein!}
+
+\dialog{Andrea}{Und so"|lange er uns in Ruhe lässt und wir ihn gar nicht kennen, lieben wir ihn alle sehr!}
+
+\dialog{3.\ Frau}{Und was es Neues gibt? Ja, wisst Ihr das denn wirk"|lich noch nicht? Gestern hat der Storch bei Müllers ein Kind vor die Tür ge"|legt, das ist mit einer Glücks"|haut auf die Welt ge"|kommen.}
+
+\dialog{König}{Was sagst du? Eine Glücks"|haut trägt dieses Neu"|ge"|borene? Was ist denn dar"|an so be"|sonders?}
+
+\dialog{2.\ Frau}{Was dar"|an so be"|sonders ist? Ja, lieber, guter Herr, dieses Kind wird doch später ein"|mal die Tochter unseres Königs zur Frau kriegen und dann werden wir Schnick"|schnacker be"|rühmt im ganzen König"|reich.}
+
+\dialog{König}{Potz Blitz und Donner"|schlag! Das hat mir ge"|rade noch ge"|fehlt. Ein ganz hunds"|ge"|wöhn"|licher Schnick"|schnacker soll mal meine Tochter, die Prinzessin zur Frau kriegen?! Da muss ich aber gleich ganz energisch et"|was da"|gegen unter"|nehmen.}
+
+\dialog{An"|sager}{O je"|mineh, jetzt ist unser König Kar"|funkel"|stein aber wütend! Na, da bin ich aber ge"|spannt, ob der König gegen eine Glücks"|haut et"|was unter"|nehmen kann!}
+
+\section{2.\ Bild}
+
+\poemtitle*{Lied:}
+\settowidth{\versewidth}{Du kriegst mal die Prinzessin zur Frau.}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Schlaf, Kind"|lein, schlaf! \\
+Sei artig jetzt und brav. \\
+Du kriegst mal die Prinzessin zur Frau. \\
+Wir alle wissen's ganz ge"|nau. \\!
+\end{verse}
+
+\dialog{Frau}{Vater, da klopft je"|mand!}
+
+\dialog{Mann}{Her"|ein, aber seid leise, unser Kleiner schläft!}
+
+\dialog{Frau}{Na"|nu, was kommt denn da für ein fremder Mann?}
+
+\dialog{König}{Guten Tag, ich habe ge"|hört, ihr hättet ein Kind mit einer Glücks"|haut ge"|kriegt. Da wollte ich euch gratulieren und fragen, ob ich's auch mal an"|gucken darf.}
+
+\dialog{Frau}{Ist es nicht ein hübsches Kind? Wir sind alle ganz stolz dar"|auf!}
+
+\dialog{König}{Wirk"|lich, es ist das hübscheste Baby, das ich je ge"|sehen habe! Gute Frau, ich mache euch einen Vor"|schlag! Ich gebe euch 500~Taler, und da"|für gebt ihr mir das Kind!}
+
+\dialog{Frau}{Nein, nein, mein Kind gebe ich nicht her!}
+
+\dialog{Mann}{Aber Mutter, zu über"|legen wär's doch. Unser Büb"|chen ist ja mit einer Glücks"|haut zur Welt ge"|kommen. Wer weiß, viel"|leicht ist es so"|gar gut, wenn wir's dem Herrn mit"|geben.}
+
+\dialog{Frau}{Nein, nein, Mann, das Kind bleibt bei mir!}
+
+\dialog{König}{Aber ich will's groß"|ziehen, als wär's mein eigener Sohn. So gut wie bei mir kann es das Kind bei euch ja gar nicht haben!}
+
+\dialog{Mann}{Ach je, und die 500~Taler könnten wir für unsere übrigen Kinder doch so gut ge"|brauchen. Mutter, dem Kleinen mit seiner Glücks"|haut wird's so oder so immer gut gehen.}
+
+\dialog{Frau}{Viel"|leicht hast du doch recht, Vater! Viel"|leicht kann der Herr wirk"|lich besser für das Kind sorgen als wir armen Leute!}
+
+\dialog{König}{Al"|so ab"|ge"|macht! Hier habt ihr das Geld und ich be"|komme das Kind.}
+
+\dialog{Frau}{Wartet, ich will's euch für die Reise schön warm ein"|packen. Passt nur gut dar"|auf auf und habt's immer lieb!}
+
+\dialog{König}{Ha, ha, die dummen Leute! Die hab' ich aber d'r"|an ge"|kriegt! Jetzt wird dir deine Glücks"|haut nichts mehr nützen, kleiner Kerl!}
+
+\dialog{An"|sager}{Habt Ihr je"|mals einen so bösen König ge"|sehen? Jetzt wirft er doch wahr"|haftig die Schachtel von der Brücke her"|unter in den tiefen Fluss. Armes, kleines Kind, jetzt musst du jämmer"|lich er"|trinken.}
+
+\section{3.\ Bild}
+
+\poemtitle*{Lied:}
+\settowidth{\versewidth}{Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach, klipp klapp.}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp klapp.\footnote{Den Lied"|text hat Oma nicht auf"|ge"|schrieben, des"|halb habe ich ihn von Wiki"|pedia über"|nommen.} \\
+Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach, klipp klapp. \\
+Er mahlet uns Korn zu dem kräftigen Brot, \\
+und haben wir solches, so hat's keine Not. \\
+Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp! \\!
+\end{verse}
+
+\dialog{An"|sager}{Herr"|je, was hat denn der Hans, unser Müllers"|bursch', da wieder mal aus dem Wasser ge"|fischt?}
+
+\dialog{Hans}{Juch"|hu, habt ihr schon mal einen schöneren Schlappen ge"|sehen? Heute ist ein Glücks"|tag für mich!}
+
+\dialog{An"|sager}{Ihr müsst wissen, unser Hans hat ein Hobby -- das Fischen! Nun glaubt nur nicht, er fischt wie ge"|wöhn"|liche Leute ge"|wöhn"|liche Fische -- Barsche, Forellen oder Aale! Nein, er fischt die tollsten Sachen.}
+
+\dialog{Hans}{Letzte Woche hab' ich doch wahr"|haftig einen zer"|beulten Topf ge"|angelt und vor"|gestern einen alten Fahr"|rad"|sattel. Ich hab' schon Schätze, sag' ich euch! -- Au, was kommt denn da ge"|schwommen? Eine Schachtel! Herr"|je, hoffent"|lich fall' ich nicht ins Wasser! Aber die Schachtel muss ich mir schnappen. Na"|nu, die ist aber schwer. Hilfe, hilfe, ein Geist! Hu, hu, Hiiilfe!}
+
+\dialog{Müllers"|frau}{Hans, Hans, was ist passiert? War"|um schreist du so ent"|setz"|lich? Bist du über"|ge"|schnappt?}
+
+\dialog{Hans}{Mir stehen die Haare zu Berg'. Alle guten Geister loben Gott den Herrn! Vor"|sicht, eine Geister"|schachtel! Ich habe eben mit eigenen Ohren ge"|hört, dass sie ge"|weint hat wie ein kleines Kind!}
+
+\dialog{Müllerin}{Du Dumm"|kopf, eine weinende Schachtel -- so 'was gibt's doch gar nicht. Bei Gott, nein so"|was! Das ist ja wirk"|lich un"|er"|hört! In der Schachtel ist ja wirk"|lich ein Baby! Ferdinand, Ferdinand? Komm schnell.}
+
+\dialog{Müller}{So ein hübsches Kind! Mutter, du kriegst einen Kuss! G'rad' so ein Büb"|chen haben wir uns doch schon lange ge"|wünscht!}
+
+\dialog{Müllerin}{Ach Ferdinand, ich könnte weinen vor Glück. Wir wollen das Kind wie unser eigenes halten, denn es ist uns ja richtig ge"|schenkt worden.}
+
+\dialog{Müller}{Hurra, nun hab' ich einen Sohn! Wir wollen ihn Find"|ling nennen, weil wir ihn hier ge"|funden haben.}
+
+\dialog{Müllerin}{Komm, kleiner Find"|ling, jetzt kriegst du 'was Gutes zu essen und ein trockenes, warmes Bett"|chen.}
+
+\pagebreak
+
+\begin{center}
+18~Jahre später
+\end{center}
+
+\poemtitle*{Lied:}
+\settowidth{\versewidth}{Hoffent"|lich, hoffent"|lich frisst mich kein wildes Schwein!}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Der König von Irgend"|wo ver"|irrte sich im Wald. \\
+Es war so finster und auch so bitter kalt. \\
+Herr"|jeh wo sind die Jäger, wo mögen sie nur sein? \\
+Hoffent"|lich, hoffent"|lich frisst mich kein wildes Schwein! \\!
+\end{verse}
+
+\section{}
+
+\dialog{1.\ Jäger und 2.\ Jäger}{Halli hallo, halli hallo, Herr König, Herr König, wo seid Ihr?}
+
+\dialog{1.\ Jäger}{Hu, in welches Dickicht sind wir denn da ge"|raten? Man sieht ja vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.}
+
+\dialog{3.\ Jäger}{He, Hubertus, Hubertus, hier sind wir! Hier ist eine schöne Lichtung. Be"|eilt euch doch end"|lich.}
+
+\dialog{2.\ Jäger}{Weid"|manns"|heil, jetzt haben wir doch glatt unseren König ver"|loren.}
+
+\dialog{1.\ Jäger}{Ich hab' nur noch ge"|sehen, wie er vor einem Hasen Reiß"|aus nahm und seit"|her ist's, als hätt' ihn der Kuckuck ge"|holt.}
+
+\dialog{5.\ Jäger}{Das ist eine schöne Be"|scherung! Da müssen wir wohl oder übel die Jagd ab"|blasen. Was wird die Königin sagen, wenn wir ohne den König heim"|kommen?}
+
+\dialog{4.\ Jäger}{Na, wer wird denn so schnell die Flinte ins Korn werfen?! Un"|kraut ver"|geht nicht. Irgend"|wann wird der König schon wieder auf"|kreuzen.}
+
+\dialog{Alle}{Halli hallo, halli hallo, Herr König, Herr König, wo seid Ihr?}
+
+\dialog{1.\ Jäger}{Ach hört doch mit der Schreierei auf, das führt doch zu nichts. Wir ver"|scheuchen uns da"|mit höchstens noch den letzten Mai"|käfer.}
+
+\dialog{2.\ Jäger}{Da hast du wirk"|lich recht da"|mit. Wisst ihr was? Wir machen uns ein Feuer, grillen Würste und spielen Karten. War"|um sollen wir uns graue Haare wachsen lassen, unserem König wird schon nichts passiert sein.}
+
+\dialog{3.\ Jäger}{Wie sagt meine Schwieger"|mutter immer: Ab"|warten und Tee trinken!}
+
+\dialog{4.\ Jäger}{Na hör mal, ein kühles Bier ist mir jetzt aber lieber.}
+
+\dialog{Alle}{Prost!}
+
+\dialog{5.\ Jäger}{Auf unseren König!}
+
+\dialog{Alle}{Es lebe der König!}
+
+\section{4.\ Bild}
+
+\dialog{An"|sager}{Ihr lieben Leut', wie schnell doch die Zeit ver"|fliegt. Wisst Ihr noch, heut' vor 18~Jahren haben die Müllers"|leut' dort d'r"|üben ihren Find"|ling ge"|funden. Ob sie den Fund je be"|reut haben? Aber nein! Seht Ihr nicht, wie zu"|frieden der Müller sein Pfeif"|chen raucht und was für ein netter Bursch' der Find"|ling ge"|worden ist?!
+
+Aber da sehe ich ja noch einen alten Be"|kannten! Oh weh, wenn das nur gut geht.}
+
+\dialog{König}{Pech muss der Mensch haben, sagte der Hase und kratzte sich am Bart. Jetzt hab' ich mich doch wahr"|haftig ver"|irrt! Meine könig"|lichen Jäger waren plötz"|lich wie vom Erd"|boden ver"|schwunden.}
+
+\dialog{Müllerin}{Wer klopft denn da? Immer her"|ein"|spaziert! Ferdinand, Ferdinand! Mein Gott, der König. Wer hätte das ge"|dacht, der König persön"|lich. Ach Gott, ach Gott, hätt' ich doch gestern die Fenster besser ge"|putzt!}
+
+\dialog{König}{Nur keine Um"|stände, gute Frau. Ich hab' auf der Jagd meine Jäger ver"|loren und einen Mords"|hunger.}
+
+\dialog{Müller und Find"|ling}{Herr König, welch große Ehre!}
+
+\dialog{Müller}{Herr"|je, ich bin ja ganz auf"|ge"|regt! Find"|ling, lauf schnell in den Keller und hol unseren besten Wein.}
+
+\dialog{König}{Einen hübschen Sohn habt Ihr. Wie alt ist er denn?}
+
+\dialog{Müller}{Auf den Tag ge"|nau wissen wir's nicht. Aber heut' feiern wir seinen 18.\ Ge"|burts"|tag.}
+
+\dialog{Müllerin}{Ja, heut' auf den Tag vor 18~Jahren ist er uns in einer Schachtel im Fluss zu"|ge"|schwommen, des"|halb haben wir ihn Find"|ling ge"|nannt.}
+
+\dialog{Müller}{Und wir lieben ihn wie unser eigenes Kind. All die Jahre hin"|durch hat er uns nur Glück ge"|bracht.}
+
+\dialog{An"|sager}{Je, oh je, wenn ihr jetzt in den Kopf des Königs gucken köntet. Wie schwarze Spinnen kribbeln und krabbeln böse Ge"|danken in seinem Kopf her"|um. Ich glaube, der denkt sich 'was ganz Schlimmes aus.}
+
+\dialog{König}{Ach Müller, wäre es nicht mög"|lich, dass Euer Sohn meiner Frau einen Brief über"|bringt? Ich will der Königin schreiben, dass es mir gut geht.}
+
+\dialog{Müller}{Selbst"|ver"|ständ"|lich! Auf unseren Find"|ling könnt Ihr Euch ver"|lassen, der bringt den Brief sicher zum Schloss!}
+
+\dialog{König}{Da"|mit er"|nenne ich dich zum könig"|lichen Brief"|träger, Find"|ling. Aber be"|eile dich, der Brief muss morgen schon in den Händen der Königin sein.}
+
+\section{5.\ Bild: Im Wald von Kappel}
+
+\dialog{Find"|ling}{Der Weg zum Schloss ist doch weiter, als ich ge"|dacht habe. Au -- es ist ja schon stock"|dunkel. Da steht ja ein Haus mitten im Wald. Hab' ich ein Glück, jetzt brauch' ich nicht auf dem Wald"|boden zu über"|nachten.}
+
+\stage{Klopft an die Haus"|tür.}
+
+\dialog{Räuber"|opa}{Pech, Zement, Stock"|schwere"|not, her"|ein"|spaziert. Ich werd' dir schon den Pelz über die Ohren ziehen! Wer immer du bist, her"|ein"|spaziert!}
+
+\dialog{Find"|ling}{Das ist ja ein komischer Empfang.}
+
+\dialog{Räuber"|opa}{Ha, das ist ja auch schließ"|lich ein Räuber"|haus und ich bin der Räuber"|groß"|vater! Du Grün"|schnabel, gleich zieh' ich dir die Ohren lang, was suchst du denn hier?}
+
+\dialog{Find"|ling}{Och Opa, nun sei mal nicht so. Es wird nichts so heiß ge"|gessen, wie's ge"|trunken wird. Haah, ich bin hunde"|müde. Habt ihr 'ne prima Ofen"|bank. Ein gut's Nächt"|le.}
+
+\dialog{Räuber"|opa}{Also Mut hat der Kerl, legt sich ein"|fach im Räuber"|haus auf die Ofen"|bank und schnarcht, als wollte er einen ganzen Wald um"|sägen. Hoffent"|lich treiben's meine Räuber"|söhne heut' Nacht nicht gar zu toll mit ihm.}
+
+\poemtitle*{Lied:}
+\settowidth{\versewidth}{In Kappel in dem Walde, da haust ein Räuber"|pack.}
+\begin{verse}[\versewidth]
+In Kappel in dem Walde, da haust ein Räuber"|pack. \\
+Schneddereng peng peng, [\ldots]\footnote{Laut den Jahres"|an"|gaben auf \url{https://www.kindergarten-ideen.de/natfur-pur/wald-kindergarten-themen/im-walde-von-toulouse/} ist das Original dieses Liedes noch immer ur"|heber"|recht"|lich ge"|schützt, da"|her fehlen hier der Rest vom Re"|frain so"|wie Strophen 2 und 3 von dort, die Oma ohne Re"|frain "`Schneddereng\ldots"' auch noch folgen ließ.} \\!
+Es sind ja ihrer fünf"|zig, [\ldots]\\!
+\end{verse}
+
+\dialog{Räuber"|opa}{Aha, da kommen sie.}
+
+\dialog{1.\ Räuber}{Uih, Groß"|vater, bist du über"|ge"|schnappt? Wen hast du denn da ins Haus ge"|schleppt?}
+
+\dialog{Räuber"|opa}{Sachte, sachte, macht doch nicht immer gleich so einen Heiden"|krach!}
+
+\dialog{2.\ Räuber}{Dass ich nicht lache, Horo"|dapp,\footnote{Horo"|dapp ist der 1.\ Räuber.} dem Bürsch"|chen werden wir gleich den Gar"|aus machen.}
+
+\dialog{3.\ Räuber}{Ach, lasst ihn doch in Ruhe, es ist ja nur ein könig"|licher Brief"|träger!}
+
+\dialog{4.\ Räuber}{Ha, nur ein könig"|licher Brief"|träger. Wahr"|haftig, du hast recht, Lang"|fing, er trägt einen könig"|lichen Brief bei sich.}
+
+\dialog{1.\ Räuber}{Einen Brief hat er? Lass sehen!}
+
+\dialog{2.\ Räuber}{Lang"|fing, lies doch mal vor, was d'r"|in steht!}
+
+\dialog{3.\ Räuber}{Ich wollt' es ja gern lesen, aber als die Buch"|staben in der Schule durch"|ge"|nommen wurden, war ich ge"|rade an Faulenzia er"|krankt.}
+
+\dialog{4.\ Räuber}{Horo"|dapp, lies du doch den Brief vor!}
+
+\dialog{1.\ Räuber}{Ver"|flixt, ihr wisst doch, dass ich ohne Brille nicht lesen kann.}
+
+\dialog{Räuber"|opa}{Ihr Hunde"|söhne, hätt' ich euch doch als ihr klein wart zu Frau Tritschler in die Kappeler Schule ge"|schickt. Dort wär' euch das Lesen schon bei"|ge"|bracht worden!}
+
+\dialog{2.\ Räuber}{Nun sei mal fried"|lich, Groß"|vater. Du kannst doch wahr"|haftig stolz auf uns sein! Schließ"|lich sind wir die schreck"|lichsten Räuber im ganzen König"|reich Irgend"|wo!}
+
+\dialog{3.\ Räuber}{Groß"|vater, wenn du uns den Brief vor"|liest, stehlen wir dir morgen beim Maier"|bur\footnote{Bauern"|hof in Kappel.}
+das fetteste Huhn!}
+
+\dialog{Räuber"|opa}{Na so was, das ist doch die Höhe!}
+
+\dialog{4.\ Räuber}{Uih, machst du es aber spannend!}
+
+\dialog{Räuber"|opa}{Wisst ihr, was da steht:}
+
+\begin{minipage}{0.9\textwidth}
+Liebe Königin!
+
+Den Boten, der dir diesen Brief über"|reicht, musst du auf meinen könig"|lichen Be"|fehl hin so"|fort nach Über"|gabe dieses Briefes ohne Rück"|fahr"|karte per Rakete zum Mond be"|fördern lassen.
+
+Unter"|zeichnet: Dein Dich liebender König Kar"|funkel"|stein.
+
+P.S.\ Ver"|giss nicht, meine Socken zu waschen.
+\end{minipage}
+
+\dialog{1.\ Räuber}{Das bricht dem Fass den Boden aus!}
+
+\dialog{2.\ Räuber}{Groß"|vater, du musst so"|fort einen anderen Brief schreiben.}
+
+\dialog{Räuber"|opa}{Au, Schreiben, zum Teufel, das ist ja noch schwerer als Lesen. Da"|von habt ihr Teufels"|brut natür"|lich keine Ahnung!}
+
+\dialog{2.\ Räuber}{Groß"|vater, zier dich nicht so.}
+
+\dialog{3.\ Räuber}{Du kriegst da"|für nicht nur das fetteste Huhn, wir stehlen dir auch noch auf der Kappeler Vieh"|weide die fetteste Kuh da"|zu.}
+
+\dialog{4.\ Räuber}{Außer"|dem diktieren wir dir den Brief. Das Schreiben ist da"|gegen ein Kinder"|spiel.}
+
+\dialog{1.\ Räuber}{Juhu, das wird ein Heiden"|spaß, wenn die Königin diesen Brief liest!}
+
+\section{6.\ Bild}
+
+\stage{Melodie: Hänsel und Gretel}
+
+\poemtitle*{Lied:}
+\settowidth{\versewidth}{Ver"|flixt und zu"|ge"|näht, er ist doch hübsch und jung.}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Oben im Schlosse, da ist der Teufel los \\
+Ver"|flixt und zu"|ge"|näht, was hat der König bloß? \\
+Den Schwieger"|sohn will er nicht haben, \\
+ein Müllers"|bursch', das ist zu dumm. \\
+Ver"|flixt und zu"|ge"|näht, er ist doch hübsch und jung. \\!
+\end{verse}
+
+\dialog{Hof"|narr}{Auwa, auwa, meine Ohren! Ich bin zwar ein könig"|licher Narr, aber diese Narre"|tei ist so"|gar mir zu schlimm. Der König tobt wie ein Irrer, und keiner weiß war"|um -- und dieser Ge"|stank -- ooh, meine arme Narren"|nase. Köpf"|chen, Köpf"|chen, jetzt hab ich's, der König muss total über"|ge"|schnappt sein!}
+
+\dialog{Königin}{Huhu, jetzt hast du das ganze könig"|liche Ge"|schirr zer"|deppert.}
+
+\dialog{Hof"|narr}{Oh, das ist noch lange nicht das Schlimmste. Wir alle haben ge"|hört, dass er zu der Königin "`dumme Gans"' ge"|sagt hat. Igitt, igitt und das zu einer Königin!}
+
+\dialog{König}{Oh, ich hab' eine Wut im Bauch, eine Wut, sag' ich dir. Kaum ist man mal 14~Tage weg, stellst du das ganze König"|reich auf die Nase. Eine dümmere Gans gibt's wirk"|lich nicht in ganz Irgend"|wo!}
+
+\dialog{Prinzessin}{Huhu, Vater, eine Gans darf wenigstens schnattern, und du hast die Mutter noch gar nicht zu Wort kommen lassen. Da"|bei haben wir nur ge"|tan, was du in deinem Brief be"|fohlen hast.}
+
+\dialog{Königin}{Ach Gott, ach Gott, ich muss mir ja auch dauernd die Nase zu"|halten und da"|bei war doch die Hoch"|zeit so lustig!}
+
+\dialog{König}{Hoch"|zeit -- sagst du?! Wer zum Teufel hat hier ge"|heiratet?}
+
+\dialog{Prinzessin}{Stell dich doch nicht so dumm an, Vater! Ich muss mir ja auch die Nase zu"|halten, aber ich bin ja sooo glück"|lich. Mutter, lies Vater doch noch"|mal seinen Brief vor.}
+
+\dialog{Hof"|narr}{Zum Kuckuck, das ist eine gute Idee! Der König soll end"|lich ein"|sehen, dass er an allem schuld ist!}
+
+\dialog{Königin}{Siehst du, diesen Brief von dir hat mir der Find"|ling vor einer Woche über"|geben:}
+
+\begin{minipage}{0.9\textwidth}
+Liebe Königin!
+
+Der Über"|bringer dieses Briefes soll so"|fort unsere Tochter heiraten. Die Hoch"|zeit soll noch vor meiner Heim"|kehr sehr lustig und fröh"|lich ge"|feiert werden. Auch unsere lieben Räuber musst du da"|zu ein"|laden und be"|sonders höf"|lich be"|wirten.
+
+Immer Dein Dich liebender König Kar"|funkel"|stein von Irgend"|wo.
+
+P.S.\ Ver"|giss nicht, am Tag meiner Heim"|kehr 3~große Kessel voll Knob"|lauch zu kochen.
+\end{minipage}
+
+\dialog{Hof"|narr}{Ich lach' mich schief. Das haut doch den stärksten Mann um. Der König ist in eine könig"|liche Ohn"|macht ge"|fallen.}
+
+\dialog{An"|sager}{Wie's weiter"|geht? Dem König wird schon 'was ein"|fallen, wenn er wieder zu sich kommt. Aber ein biss"|chen über"|trieben haben die Räuber doch. Findet Ihr nicht auch?}
+
+\section{7.\ Bild}
+
+\dialog{Find"|ling}{So 'was nennt man nun Flitter"|wochen! Statt mich bei meiner jungen Frau zu lassen, schickte mich der König g'rad"|wegs zur Hölle. Wie"|so er nur auf diese Idee ge"|kommen ist? Ich soll ihm 3~goldene Haare des Teufels be"|sorgen!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Seit wann bist du so höf"|lich, Teufel, und klopfst an? Marsch, her"|ein mit dir. Was -- ja ist's die Mög"|lich"|keit -- ein Mensch? Wie hast denn du den Weg zur Hölle ge"|funden?}
+
+\dialog{Find"|ling}{Der Weg zur Hölle, der ist doch ein"|fach! Immer der Nase nach g'rad"|aus!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Der Teufel wird dir ja alle Knochen im Leib zer"|quetschen, wenn er dich hier findet.}
+
+\dialog{Find"|ling}{Immer mit der Ruhe fährt der Vater in die Schuhe! Ich schlaf' mich erst mal in Ruhe aus und der"|weil be"|sorgst du mir vom Teufel 3~goldene Haare! Ach, bei"|nah' hätt' ich's ver"|gessen. Unter"|wegs habe ich 2~Nacht"|wächter und einen Fähr"|mann ge"|troffen, die haben mir so komische Fragen ge"|stellt. Wenn ich sie auf dem Heim"|weg be"|ant"|worten kann, be"|komme ich von jedem einen Sack voll Gold. Hier hab' ich mir die Fragen auf"|ge"|schrieben.}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Na, gib mal den Zettel! Du ge"|fällst mir, und ich will sehen, ob ich dir helfen kann. Ich werde dich in eine Ameise ver"|wandeln, dass dich der Teufel nicht finden kann!}
+
+\dialog{Teufel}{Kruzi"|türken, sack"|zement, hier stinkt's nach Mensch!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Selbst"|ver"|ständ"|lich stinkt's, wenn du dich dauernd in der Welt her"|um"|treibst. Schnuppere nur mal an dir selber!}
+
+\dialog{Teufel}{Du bist heut' so patzig, Groß"|mutter. Ist dir eine Laus über die Leber ge"|laufen? Was gibt's zum Essen? Sind die Kappler schon gar?}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Die Kappler? Wie oft hab' ich dir schon ge"|sagt, zum Himmel mit den Kapplern. Die sind doch zäh wie Hosen"|leder und das stärkste Höllen"|feuer kriegt sie nicht weich.}
+
+\dialog{Teufel}{War"|um schimpfst du mich aus? Groß"|mutter, da ist doch nur das Fräu"|lein Maria\footnote{Das Stück wurde bei der Ver"|ab"|schiedung von Fräu"|lein Maria (mit kurz ge"|sprochenem a), einer Kollegin, auf"|ge"|führt.}
+ d'r"|an schuld. Sie orgelt sonn"|tags ein"|fach zu schön, des"|wegen haben die Kappler beim Petrus einen be"|sonderen Stein im Brett. Au, und mein Magen knurrt so.}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Schlaf dich erst mal aus. Dann probieren wir's mit einem aus der Stadt! Die sind besser als Höllen"|braten ge"|eignet!}
+
+\section{}
+
+\poemtitle*{Lied:}
+\settowidth{\versewidth}{Doch die Groß"|mutter rief auf der Stell': Oh weih, ein Kappler G'sell!}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Es wollt' ein Kappler wandern am Mon"|tag in der Früh'; \\
+be"|gegnet ihm der Teufel, der rief dem Kappler zu: \\
+He, he, du Kappler G'sell, du musst mit mir in d'Höll, \\
+wir brauchen ein paar Kappler, es gehe, wie es wöll! \\!
+
+Und als sie in die Höll' 'r"|ein"|kamen, war da ein Höllen"|feuer. \\
+Der Kappler schmort' und schwitzte sehr, er schwitzte un"|ge"|heuer! \\
+Doch die Groß"|mutter rief auf der Stell': Oh weih, ein Kappler G'sell! \\
+Die Kappler werden doch nicht gar, es gehe, wie es wöll! \\!
+
+Da ärgert sich der Teufel am Mon"|tag in der Früh'. \\
+Das Fräu"|lein Maria ist d'r"|an schuld, wenn ich ver"|hungern tu! \\
+He, he, du Kappler G'sell, scher dich nur aus der Höll'. \\
+Wir brauchen keine Kappler, es geh halt, wie es wöll! \\!
+\end{verse}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Dem Satan sei Dank, er schläft! End"|lich kann ich ihm die 3~Haare aus"|rupfen.}
+
+\dialog{Teufel}{Au"|watsch, bist du ver"|rückt ge"|worden, du reißt mir ja den ganzen Kopf ab!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Eh was, ich hab' nur schlecht ge"|träumt. Aber denk dir, ich hab' im Traum gleich mit"|ge"|schrieben.}
+
+\dialog{Teufel}{Was, im Traum einen Traum mit"|ge"|schrieben? Das musst du mir gleich vor"|lesen.}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Al"|so -- 12~Meilen von hier steht ein Dorf. Das hat einen Brunnen, aus dem floss immer Wein. Jetzt plötz"|lich kommt nicht mal mehr Wasser 'r"|aus.}
+
+\dialog{Teufel}{He, so"|was, das war ja direkt ein Wahr"|traum. Im Brunnen"|rohr sitzt eine dicke, fette Kröte. Die müsste man töten, dann würde gleich wieder Wasser aus dem Brunnen fließen.}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Mensch, ich bin ja ganz stolz auf dich! Aber nun schlaf weiter.}
+
+\dialog{Teufel}{Au ver"|dammt, du ab"|scheu"|liche Hexe! Jetzt hast du mich schon wieder an den Haaren ge"|zogen!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Was kann ich da"|für, dass ich so schreck"|lich träume! Wart, ich les' dir den Traum gleich vor:
+
+6~Meilen von hier liegt ein Dorf. Im Dorf steht ein Baum, der trug immer goldene Äpfel. Plötz"|lich hängen nur noch ver"|trocknete Blätter d'r"|an. Wor"|an das nur liegen mag?}
+
+\dialog{Teufel}{Ha, du Krone aller Groß"|mütter! Beim Satan, schon wieder ein Wahr"|traum! Haha, man bräuchte doch nur die Maus töten, die an der Wurzel nagt, und schon wär' der Baum wieder in Ordnung. Aber wirk"|lich, wenn du noch ein"|mal träumst und mich da"|bei so an den Haaren zerrst, dann schmeiß' ich deine schönste Perücke ins Höllen"|feuer!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{Hoffent"|lich schläft er dieses Mal fester!}
+
+\dialog{Teufel}{Oh, oh, mein armer Kopf! Himmel, Arsch und Ziegen"|käs', was zu viel ist, ist zu viel. Jetzt mach' ich Brenn"|holz aus dir!}
+
+\dialog{Groß"|mutter}{So, und wer kocht dir dann deinen Teufels"|braten und wer poliert dir deinen Pferde"|fuß, he? Kann ich 'was für meine dumme Träumerei? Al"|so -- vor der Hölle fließt ein Fluss. Ein Fähr"|mann muss immer"|zu, immer"|zu hin- und her-, hin- und her"|fahren. Er klebt wie mit Uhu an seinem Fähr"|schiff fest. Sag mal, muss das so sein?}
+
+\dialog{Teufel}{Aber natür"|lich nicht, Groß"|mutter. Wenn mal einer kommt und er drückt dem das Ruder in die Hand, so ist der Fähr"|mann frei und der andere klebt fest in Ewig"|keit. Hi, hi, hi, das wär' ein teuflischer Spaß!}
+
+\section{8.\ Bild}
+
+\dialog{An"|sager}{So ge"|schah es, dass unser Find"|ling mit den 3~goldenen Haaren des Teufels, aber auch mit drei Säcken voller Gold heim"|kam.}
+
+\dialog{König}{Geh Find"|ling, bitte ver"|rat mir doch, wo"|her du das viele Gold hast?}
+
+\dialog{Find"|ling}{Schwieger"|papa, du darfst's nie"|mand ver"|raten. Immer der Nase nach kommst du an einen breiten Fluss. Ein Fähr"|mann setzt dich über. Dort am anderen Ufer, da liegt das Gold wie Sand am Meer.}
+
+\dialog{An"|sager}{Und nun hört, was unser Ge"|schichts"|schreiber Euch er"|zählt.}
+
+\dialog{Ge"|schichts"|schreiber}{Jedes ordent"|lich ge"|führte König"|reich hat natür"|lich seinen Ge"|schichts"|schreiber, der alles auf"|schreibt, was im König"|reich passiert. Aber was ich dieses Jahr auf"|schreiben musste -- herr"|je"|mineh, et"|was Schreck"|licheres und Ge"|heim"|nis"|volleres ist in unserem König"|reich noch nie vor"|ge"|kommen.
+
+3~Tage nach"|dem unser Find"|ling glück"|lich aus der Hölle zu"|rück"|kam, ließ unser ge"|liebter König Kar"|funkel"|stein plötz"|lich 10~Esel mit je 10~Säcken be"|laden und be"|gab sich mutter"|seelen"|all"|ein auf eine ge"|fähr"|liche, streng ge"|heime Ex"|pedition.
+
+Da ich der Ge"|schichts"|schreiber bin, habe ich ihm mit dem Fern"|rohr nach"|ge"|schaut, bis er kleiner und kleiner, pünkt"|chen"|klein wurde. Unser ge"|liebter König löste sich so"|zu"|sagen in Luft auf.}
+
+\poemtitle*{Lied:}
+\settowidth{\versewidth}{Fähr"|mann, Fähr"|mann, komm und hol über über,}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Wer holt uns über ans andere Ufer: \\
+Fähr"|mann, Fähr"|mann, komm und hol über über, \\
+über, über. \\!
+\end{verse}
+
+\dialog{Fähr"|mann}{Mein Herz hüpft wie ein Lämmer"|schwanz vor Freude. Da will doch wahr"|haftig einer über"|ge"|setzt werden. Hoffent"|lich, hoffent"|lich stimmt's, was mir der Find"|ling ge"|sagt hat.}
+
+\poemtitle*{Lied:}
+\settowidth{\versewidth}{Fähr"|mann, Fähr"|mann, komm und hol mich über,}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Wer holt mich über ans andere Ufer: \\
+Fähr"|mann, Fähr"|mann, komm und hol über über, \\
+über, über. \\!
+\end{verse}
+
+\dialog{Fähr"|mann}{Hier"|her, guter Freund, hier"|her!}
+
+\dialog{König}{Bin ich hier richtig am Höllen"|fluss?}
+
+\dialog{Fähr"|mann}{Natür"|lich, König, willst du nicht ein"|steigen?}
+
+\dialog{König}{Ha, ha, ha, wenn ich zu"|rück"|komme, bin ich der reichste Mann der Welt; dann sollst du auch 10~Taler kriegen für die Über"|fahrt.}
+
+\dialog{Fähr"|mann}{Och, das ist nicht nötig! Wenn du mir einen Augen"|blick das Ruder hälst, kriegst du die Fahrt so"|gar kosten"|los.}
+
+\dialog{König}{Kosten"|los? Aber selbst"|ver"|ständ"|lich, lieber Fähr"|mann! Immer her da"|mit!}
+
+\dialog{Fähr"|mann}{Juch"|hu, juch"|hu, ich bin frei! Juch"|hu, juch"|hu, ich bin ein freier Mann!}
+
+\dialog{König}{Hiilfe, hilfe, ich klebe. Hilfe, hilfe, kommt mir denn keiner zu Hilfe?}
+
+\dialog{Ge"|schichts"|schreiber}{So kam es, dass noch im selben Jahr unser ge"|liebter Find"|ling zum König er"|nannt wurde. Am Tage der Krönung war schul"|frei und jeder Bürger unseres Landes be"|kam vom König höchst"|persön"|lich den Mohren"|kopf"|orden über"|reicht! Dem Find"|ling machte das Regieren viel Spaß.}
+
+\dialog{Alle}{Und wenn er nicht ge"|storben ist, dann lebt er heute noch.}
+
+\play{Wie Eulen"|spiegel die Kranken heilte}
+\titleformatscene
+
+\begin{flushright}
+E.P.\ 88 \\ 4.\ Sch"|j.
+\end{flushright}
+
+\section{}
+
+\dialog{Till}{
+Till haben mich meine Eltern ge"|nannt; \\
+als Eulen"|spiegel bin ich be"|kannt. \\
+Die Leute sagen, ich sei ein Be"|trüger, ein Narr so"|gar, \\
+glaubt mir, kein Wort da"|von ist wahr!
+}\moredialog{
+Je nun, lasst sie schwatzen, \\
+was kümmert's mich -- \\
+Aber mein Magen knurrt plötz"|lich so fürchter"|lich! \\
+Je nun, ist's mög"|lich? Mein Geld"|beutel ist leer! \\
+Und mein Bauch schreit: Eine Wurst muss her! \\
+Wie kann ich sie be"|zahlen?
+}\moredialog{
+Du dummer Magen! Hör end"|lich auf, \\
+deinen Herrn zu plagen. \\
+Er knurrt ein"|fach weiter, der dumme Hund! \\
+Wie krieg' ich meinen Geld"|beutel wieder ge"|sund? \\
+Ha, ha, natür"|lich, ein Doktor muss her! \\
+Wie wär's, wenn ich selber der Doktor wär'?
+}\moredialog{
+Ein Doktor sein, schwer ist das nicht: \\
+Zu"|erst muss eine Brille ins Ge"|sicht, \\
+ein Höhr"|rohr ins Ohr, eine Perücke auf's Hirn, -- \\
+He, nicht so eilig, kleine Dirn! \\
+Bist du krank? Plagt dich das Zipper"|lein? \\
+Ich, der Doktor, werd' dich von allem be"|frei'n!
+}
+
+\dialog{Mäd"|chen}{Seid Ihr wirk"|lich ein Doktor?}
+
+\dialog{Till}{He nun, sieh mich an!}
+
+\stage{Till ver"|beugt sich.}
+
+\dialog{Till}{
+Doktor Tillius Spiegel, ein hoch"|be"|rühmter Mann! \\
+Ich, Tillius Spiegel, bin wie Doktor Eisen"|bart, \\
+kann alle Kranken heilen, weiß jedem einen Rat.
+}
+
+\dialog{Alle}{
+\settowidth{\versewidth}{Kann machen, dass die Blinden geh'n,}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Er ist wie Doktor Eisen"|bart,\footnote{Ab"|ge"|sehen von Omas An"|passungen habe ich den zu"|vor nicht nieder"|ge"|schriebenen Text von Wiki"|pedia über"|nommen: \\\url{https://de.wikipedia.org/wiki/Ich_bin_der_Doktor_Eisenbart}.} \\
+wide"|wide"|witt, bum, bum, \\
+kuriert die Leut' auf seine Art, \\
+wide"|wide"|witt, bum, bum. \\!
+Kann machen, dass die Blinden geh'n, \\
+wide"|wide"|witt, juch"|hei"|sassa, \\
+und dass die Lahmen wieder seh'n, \\
+wide"|wide"|witt, bum, bum. \\!
+\end{verse}
+}
+
+\section{}
+
+Ein Mann, der seine Backe zu"|ge"|bunden hat und jammert:
+
+\dialog{Mann}{
+Au weia, meine Backe, wie schlimm bin ich d'r"|an, \\
+oh, helft mir doch, Doktor, au! Helft mir, guter Mann!
+}
+
+\dialog{Till}{Mund auf, hier sitzt das Übel. Es ist der Weis"|heits"|zahn!}
+
+\dialog{Mann}{Ich fühl' mich gar nicht weise, dass Weis"|heit so plagen kann!}
+
+\dialog{Till}{
+Einen Taler musst du mir schon be"|rappen. \\
+Gleich werd' ich den Zahn mit der Zange packen. \\
+Die Narkose ist gratis, guter Mann --
+}
+
+\stage{Papier"|hammer.}
+
+\dialog{Till}{
+Gleich, gleich ist er d'r"|außen-- Ei, sieh mal an, \\
+jetzt hab' ich wahr"|haftig den falschen er"|wischt, \\
+nichts wie ab hier, eh ihm die Narkose ent"|wischt.
+}
+
+\section{}
+
+\dialog{Ver"|walter}{
+Wo"|hin so eilig? Halt ein, halt ein! \\
+Sind Sie nicht der Doktor?
+}
+
+\dialog{Till}{
+Ich werd' es wohl sein! \\
+Dr.\ Tillius Spiegel, heiß' ich, lieber Mann. \\
+Welche Krank"|heit plagt Euch? \\
+Ver"|traut sie mir ruhig an!
+}
+
+\dialog{Ver"|walter}{
+\textsc{Nicht} eine einzelne Krank"|heit -- \\
+Krank"|heiten ohne Zahl! \\
+Ihr seht in mir den Ver"|walter, \\
+den Ver"|walter vom Hospital! \\
+Dort liegen die Kranken schon kreuz und quer, \\
+alle schrei'n: Der neue Doktor muss her!
+}
+
+\dialog{Till}{
+Aber Herr Ver"|walter, sieh doch meinen Kalender an, \\
+Termine, Termine, Termine, ob ich da noch Zeit finden kann?
+}
+
+\dialog{Ver"|walter}{Oh Doktor, Doktor, lasst uns nicht im Stich!}
+
+\dialog{Till}{
+Na ja, weil du so schön jammerst, er"|barm' ich mich. \\
+Für 100~Taler heil' ich dir deine Kranken, alle auf's Mal. \\
+Morgen schon kannst du schließen dein Hospital.
+}\moredialog{
+Quatsch, was heißt hier morgen? Schon heut' werd' ich's be"|sorgen. \\
+Gib mir 200~Taler und ich wett': \\
+Schon heute abend ist leer jedes Bett.
+}
+
+\dialog{Ver"|walter}{Zwei"|hundert Taler! Das ist un"|ge"|heuer!}
+
+\dialog{Till}{Ja, mein Lieber, Be"|rühmt"|heit ist teuer!}
+
+\dialog{Ver"|walter}{
+200~Taler! Da ist ja meine ganze Kasse ge"|leert! \\
+Doch sei's d'r"|um! Meine Kranken sind mir das wert!
+}
+
+\section{Im Hospital}
+
+\dialog{Till}{
+Komm, streck ein"|mal die Zunge 'r"|aus. \\
+Herr"|je"|mineh, wie sieht die aus?!
+}
+
+\dialog{1.\ Kranker}{Ach, Herr Doktor, ist es so schlimm?}
+
+\dialog{Till}{Was heißt hier schlimm, du bist bald hin!}
+
+\dialog{Alle}{
+Oh Schreck, oh Graus, oh Schreck, oh Graus, \\
+treib bitte unsere Krank"|heit aus!
+}
+
+\dialog{Till}{Was ist mit deinem Bein bloß los?}
+
+\dialog{2.\ Kranker}{Ich stolperte über einen Kloß.}
+
+\dialog{Till}{Mm, Knödel aus Kartoffeln, mir wässert der Mund.}
+
+\dialog{2.\ Kranker}{Sagt, Doktor, wann werd' ich wieder ge"|sund?}
+
+\dialog{Alle}{
+Oh Schreck, oh Graus, oh Schreck, oh Graus, \\
+treib bitte unsere Krank"|heit aus!
+}
+
+\dialog{Till}{Was tickt dein Puls so un"|ge"|stüm?}
+
+\dialog{3.\ Kranker}{Ach, Doktor, meine Pumpe ist hin!}
+
+\dialog{Till}{
+Die Pumpe? Fehlt ihr et"|wa der Schwengel? \\
+Wer hat ihn ge"|stohlen, welcher lausige Bengel?
+}
+
+\dialog{Alle}{
+Oh Schreck, oh Graus, oh Schreck, oh Graus, \\
+treib bitte unsere Krank"|heit aus!
+}
+
+\dialog{Till}{
+Seid still, seid still, hört auf zu klagen. \\
+Bald wird euch keine Krank"|heit mehr plagen. \\
+Ich habe ein Ge"|heim"|re"|zept, \\
+erst kürz"|lich hab' ich es ent"|deckt.
+}\moredialog{
+Doch flüstere ich es euch lieber ins Ohr, \\
+denn leider kommt es mir so vor, \\
+es könnte mir's einer klauen. \\
+Du sollst keinem Apo"|theker trauen.
+}
+
+\stage{Till flüstert den Kranken ins Ohr.}
+
+\dialog{1.\ Kranker}{
+Ach Doktor, mir wird's so wunder"|lich. \\
+So krank, so krank bin ich doch nicht. \\
+Ich will lieber wieder nach Hause geh'n. \\
+Ich muss dort nach dem Rechten seh'n.
+}
+
+\dialog{2.\ Kranker}{
+Ach, au, wenn ich auch nur humpeln kann, \\
+bin ich doch kein kranker Mann.
+}
+
+\dialog{3.\ Kranker}{
+So schwindelig ist's mir, das ist wahr, \\
+aber ge"|sund bin ich -- für"|wahr!
+}
+
+\dialog{Ver"|walter}{
+-- sonder"|bar. Ich seh' sie alle nach Hause geh'n! \\
+Wahr"|haftig, ein Wunder ist ge"|scheh'n!
+}
+
+\dialog{Till}{
+Nun, schnell, die zwei"|hundert Taler her. \\
+Der Ab"|schied fällt mir zwar sehr schwer\ldots
+}
+
+\dialog{Ver"|walter}{
+Ich ver"|steh': Ein so be"|rühmter Mann \\
+nicht lang am Orte weilen kann.
+}
+
+\dialog{Till}{
+Ade, mein Lieber, präg dir gut ein: \\
+Böses muss mit Bösem ver"|trieben sein.
+}
+
+\section{}
+
+\stage{Die Kranken kommen wieder an"|ge"|humpelt.}
+
+\dialog{1.\ Kranker}{
+Hilf Himmel, ach lasst mich wieder her"|ein. \\
+Wie schmerzt mein Kopf, wie zwickt das Bein.
+}
+
+\dialog{2.\ Kranker}{
+O"|je, mir ist's schwindlig gar so sehr. \\
+Schnell, mein Bett im Spital muss her!
+}
+
+\dialog{3.\ Kranker}{
+Mein Kreuz, mein Kreuz, ach, tut das weh! \\
+Wie froh bin ich, wenn ich mein Bett wieder seh'.
+}
+
+\dialog{Ver"|walter}{
+Aber ihr seid doch ge"|sund, liebe Leut'. \\
+Dr.\ Tillius hat euch doch vom Übel be"|freit!
+}
+
+\dialog{1.\ Kranker}{
+Willst du dich über uns lustig machen?!
+Glaubst du, wir wollten uns zer"|mahlen lassen?!
+}
+
+\dialog{Ver"|walter}{Zer"|mahlen lassen? Bist du nicht ge"|scheit?}
+
+\dialog{2.\ Kranker}{Frei"|lich! Doch keiner war da"|zu be"|reit!}
+
+\dialog{3.\ Kranker}{
+Aus dem Pulver des Kränksten, sagte Till, \\
+er jeden Kranken ge"|sund machen will!
+}
+
+\dialog{1.\ Kranker}{
+Doch keiner wollte der Kränkste sein! \\
+Ins Himmel"|reich wollte noch keiner hin"|ein!
+}
+
+\dialog{2.\ Kranker}{
+So sagte Till: Wo ist der Mann, \\
+den ich zu Pulver zer"|mahlen kann? \\
+Aus Leber, Milz, den Ein"|ge"|weiden \\
+will ich eine Medizin be"|reiten!
+}
+
+\dialog{1.\ Kranker}{
+Sein letztes Stünd"|lein hätt' doch bald ge"|schlagen! \\
+Da kann es nichts schaden, \\
+wenn er sich für euch zu Pulver zer"|mahlen lässt.
+Denn eins steht fest:
+}
+
+\dialog{2.\ Kranker}{
+Ist das Pulver gallen"|bitter, \\
+reinigt es Herz und Darm wie ein Ge"|witter! \\
+Und ich wett', binnen einer Stund' \\
+seid ihr ge"|sund.
+}
+
+\dialog{3.\ Kranker}{
+Aber keiner ließ sich durch den Fleisch"|wolf pressen. \\
+Keiner wollte dies Pulver essen.
+}
+
+\dialog{Ver"|walter}{
+Hilf Himmel, wie hat mich der Doktor ge"|prellt, \\
+um 200~Taler -- um so viel Geld! \\
+Hilf Himmel, jetzt wird es mir sonnen"|klar, \\
+dass der Doktor Till Eulen"|spiegel war.
+}
+
+\dialog{Alle}{
+Kommt er je"|mals wieder in die Stadt, \\
+so wird es ihn reuen! \\
+Wir werden ihn alle schreck"|lich ver"|bleuen!
+}
+
+\dialog{Mann}{
+Mir tut ja jetzt noch die Wange weh. \\
+In jedem Traum ich die Zange vor mir seh'!
+}
+
+\dialog{Alle}{
+Oh Till, wie viel Prügel wär' dir ge"|wiss, \\
+wenn einer nur wüsste, wo du bist!
+}
+
+\section{}
+
+\dialog{Till}{
+Hier bin ich! \\
+Nein hier! \\
+Ein"|mal hier, ein"|mal da\ldots \\
+Mich schimpft einen Narren die Narren"|schar?
+}\moredialog{
+Die Leute können alles er"|tragen: \\
+Weh"|weh"|chen, Faul"|heit, einen knurrenden Magen, \\
+nur ihre eigene Dumm"|heit nicht! \\
+Dar"|in sind sie zimper"|lich! \\
+Zeigst du ihnen ihre Dumm"|heit im Spiegel, \\
+be"|ziehst du Prügel!
+}\moredialog{
+Je nun, d'r"|um lass' ich die närrischen Leut' hier steh'n \\
+und will schleunigst nach Nirgend"|wo gehen. \\
+Denn ich, der Schelm, kann alles er"|tragen: \\
+Narretei, Dumm"|heit, selbst den knurrenden Magen. \\
+Nur Prügel, ei, die mag ich nicht. \\
+Tschüss, ihr Lieben, dar"|um empfehl' ich mich.
+}
+
+\play{Das erste Weih"|nachts"|lied}
+
+Zu Weih"|nachten~1992 organisierte Oma eine Auf"|führung dieses Liedes durch Zweit"|klässler mit Orff"|schen In"|strumenten. Der Text des Liedes stammt von Franz Pelz, meinem Groß"|vater.
+
+\poemtitle*{Das erste Weih"|nachts"|lied}
+\settowidth{\versewidth}{und träumen: Das kann nur das Christus"|kind sein.}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Müde sitz' ich bei meiner Kuh, \\
+ein magerer Esel lahmt da"|zu. \\
+Ziegen und Schafe blöken leise \\
+die alt"|be"|kannte Hirten"|weise. \\!
+
+Die Sterne glitzern silber"|hell. \\
+Sie sind des Nachts stets unser Ge"|sell. \\
+Mein Gott, am Himmel ein Feuer"|schwanz, \\
+ein Lauser hopst einen ver"|rückten Tanz. \\!
+
+Er blinkt fort und blinkt her"|nieder, \\
+springt weg und kehrt zu"|rück bald wieder. \\
+Er glüht hin und er glüht her \\
+und meint wohl: Dort, da ist doch wer! \\!
+
+Lara, der Hund, piepst ganz ver"|prellt, \\
+weil die Nacht sich selt"|sam er"|hellt. \\
+Die Kuh zieht mich an ihrem Strick, \\
+und Mensch und Viecher rennen mit. \\!
+\end{verse}
+\begin{verse}[\versewidth]
+Ein Stall, ein Stall, oh nein, oh nein, \\
+so et"|was kann nicht mög"|lich sein. \\
+Dar"|innen plärrt vor Hunger ein Kind, \\
+die Mutter gibt ihm zu trinken ge"|schwind. \\!
+
+Muh, muh; mäh, mäh; wau wau, ih--ah, \\
+mit er"|staunten Zungen rufen wir da \\
+und be"|ginnen zu singen dem Kind ein Lied, \\
+das frei"|lich ein biss"|chen da"|neben ge"|riet, \\!
+
+bis ein Engel von oben gibt an den Takt, \\
+so hat tat"|säch"|lich der Chor noch ge"|klappt. \\
+Je"|doch bald müde schlafen wir ein \\
+und träumen: Das kann nur das Christus"|kind sein. \\!
+
+Papa Josef fließen die Tränen nieder, \\
+als er hört der Hirten und Tiere Lieder. \\
+Er gibt auch ver"|nehm"|lich sein' Teil da"|zu \\
+und schnarcht den Bass zur himmlischen Ruh'. \\!
+\end{verse}
+
+\renewcommand{\nameofplay}{}
+\appendix
+
+\chapter{Voll"|text der CC-BY-SA 4.0}
+\thispagestyle{empty}
+\label{ccbysa-text}
+
+Es folgt eine Kopie des Voll"|textes der CC-BY-SA-4.0-Lizenz. Im \hyperref[vorwort]{Vor"|wort} be"|findet sich eine Er"|klärung da"|zu.
+
+{\small
+\begin{adjustwidth}{-0.5cm}{-0.5cm}
+\raggedbottom
+\begin{verbatim}
+
+Creative Commons Namensnennung-Share Alike 4.0 International Public
+License
+
+Durch die Ausübung der lizenzierten Rechte (wie unten definiert)
+erklären Sie sich rechtsverbindlich mit den Bedingungen dieser Creative
+Commons Namensnennung – Share Alike 4.0 International Public License
+(“Public License”) einverstanden. Soweit die vorliegende Public License
+als Lizenzvertrag anzusehen ist, gewährt Ihnen der Lizenzgeber die in
+der Public License genannten lizenzierten Rechte im Gegenzug dafür, dass
+Sie die Lizenzbedingungen akzeptieren, und gewährt Ihnen die
+entsprechenden Rechte in Hinblick auf Vorteile, die der Lizenzgeber
+durch das Verfügbarmachen des lizenzierten Materials unter diesen
+Bedingungen hat.
+
+Abschnitt 1 – Definitionen
+
+a. Abgewandeltes Material bezeichnet Material, welches durch
+ Urheberrechte oder ähnliche Rechte geschützt ist und vom lizenzierten
+ Material abgeleitet ist oder darauf aufbaut und in welchem das
+ lizenzierte Material übersetzt, verändert, umarrangiert, umgestaltet
+ oder anderweitig modifiziert in einer Weise enthalten ist, die
+ aufgrund des Urheberrechts oder ähnlicher Rechte des Lizenzgebers
+ eine Zustimmung erfordert. Im Sinne der vorliegenden Public License
+ entsteht immer abgewandeltes Material, wenn das lizenzierte Material
+ ein Musikwerk, eine Darbietung oder eine Tonaufnahme ist und zur
+ Vertonung von Bewegtbildern verwendet wird.
+b. Abwandlungslizenz bezeichnet die Lizenz, die Sie in Bezug auf Ihr
+ Urheberrecht oder ähnliche Rechte an Ihren Beiträgen zum
+ abgewandelten Material in Übereinstimmng mit den Bedingungen der
+ vorliegenden Public License erteilen.
+c. BY-SA-kompatible Lizenz bezeichnet eine unter
+ creativecommons.org/compatiblelicenses genannte Lizenz, die Creative
+ Commons als der vorliegenden Public License im Wesentlichen
+ gleichwertig anerkannt hat.
+d. Urheberrecht und ähnliche Rechte bezeichnet das Urheberrecht und/oder
+ ähnliche, dem Urheberrecht eng verwandte Rechte, einschließlich
+ insbesondere des Rechts des ausübenden Künstlers, des Rechts zur
+ Sendung, zur Tonaufnahme und des Sui-generis-Datenbankrechts,
+ unabhängig davon, wie diese Rechte genannt oder kategorisiert
+ werden. Im Sinne der vorliegenden Public License werden die in
+ Abschnitt 2(b)(1)-(2) aufgeführten Rechte nicht als Urheberrecht und
+ ähnliche Rechte angesehen.
+e. Wirksame technische Schutzmaßnahmen bezeichnet solche Maßnahmen, die
+ gemäß gesetzlichen Regelungen auf der Basis des Artikels 11 des WIPO
+ Copyright Treaty vom 20. Dezember 1996 und/oder ähnlicher
+ internationaler Vereinbarungen ohne entsprechende Erlaubnis nicht
+ umgangen werden dürfen.
+f. Ausnahmen und Beschränkungen bezeichnet Fair Use, Fair Dealing
+ und/oder jegliche andere Ausnahme oder Beschränkung des Urheberrechts
+ oder ähnlicher Rechte, die auf Ihre Nutzung des lizenzierten
+ Materials Anwendung findet.
+g. Lizenzelemente bezeichnet die Lizenzeigenschaften, die in der
+ Bezeichnung einer Creative Commons Public License aufgeführt
+ werden. Die Lizenzelemente der vorliegenden Public License sind
+ Namensnennung und Share Alike.
+h. Lizenziertes Material bezeichnet das Werk der Literatur oder Kunst,
+ die Datenbank oder das sonstige Material, welches der Lizenzgeber
+ unter die vorliegende Public License gestellt hat.
+i. Lizenzierte Rechte bezeichnet die Ihnen unter den Bedingungen der
+ vorliegenden Public License gewährten Rechte, welche auf solche
+ Urheberrechte und ähnlichen Rechte beschränkt sind, die Ihre Nutzung
+ des lizenzierten Materials betreffen und die der Lizenzgeber zu
+ lizenzieren berechtigt ist.
+j. Lizenzgeber bezeichnet die natürliche(n) oder juristische(n)
+ Person(en), die unter der vorliegenden Public License Rechte gewährt
+ (oder gewähren).
+k. Weitergabe meint, Material der Öffentlichkeit bereitzustellen durch
+ beliebige Mittel oder Verfahren, die gemäß der lizenzierten Rechte
+ Zustimmung erfordern, wie zum Beispiel Vervielfältigung, öffentliche
+ Vorführung, öffentliche Darbietung, Vertrieb, Verbreitung, Wiedergabe
+ oder Übernahme und öffentliche Zugänglichmachung
+ bzw. Verfügbarmachung in solcher Weise, dass Mitglieder der
+ Öffentlichkeit auf das Material von Orten und zu Zeiten ihrer Wahl
+ zugreifen können.
+l. Sui-generis Datenbankrechte bezeichnet Rechte, die keine
+ Urheberrechte sind, sondern gegründet sind auf die Richtlinie 96/9/EG
+ des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 1996 über den
+ rechtlichen Schutz von Datenbanken in der jeweils gültigen Fassung
+ bzw. deren Nachfolgeregelungen, sowie andere im Wesentlichen
+ funktionsgleiche Rechte anderswo auf der Welt.
+m. Sie bezeichnet die natürliche oder juristische Person, die von
+ lizenzierten Rechten unter der vorliegenden Public License Gebrauch
+ macht. Ihr bzw. Ihre hat die entsprechende Bedeutung.
+
+Abschnitt 2 – Umfang
+
+a. Lizenzgewährung
+
+ 1 Unter den Bedingungen der vorliegenden Public License gewährt der
+ Lizenzgeber Ihnen eine weltweite, vergütungsfreie, nicht
+ unterlizenzierbare, nicht-ausschließliche, unwiderrufliche Lizenz
+ zur Ausübung der lizenzierten Rechte am lizenzierten Material, um:
+
+ A. das lizenzierte Material ganz oder in Teilen zu vervielfältigen
+ und weiterzugeben; und
+ B. abgewandeltes Material zu erstellen, zu vervielfältigen und
+ weiterzugeben.
+
+ 2 Ausnahmen und Beschränkungen. Es sei klargestellt, dass, wo immer
+ gesetzliche Ausnahmen und Beschränkungen auf Ihre Nutzung Anwendung
+ finden, die vorliegende Public License nicht anwendbar ist und Sie
+ insoweit ihre Bedingungen nicht einhalten müssen.
+ 3 Laufzeit. Die Laufzeit der vorliegenden Public License wird in
+ Abschnitt 6(a) geregelt.
+ 4 Medien und Formate; Gestattung technischer Modifikationen. Der
+ Lizenzgeber erlaubt Ihnen, die lizenzierten Rechte in allen
+ bekannten und zukünftig entstehenden Medien und Formaten auszuüben
+ und die dafür notwendigen technischen Modifikationen
+ vorzunehmen. Der Lizenzgeber verzichtet auf jegliche und/oder
+ versichert die Nichtausübung jeglicher Rechte und Befugnisse, Ihnen
+ zu verbieten, technische Modifikationen vorzunehmen, die notwendig
+ sind, um die lizenzierten Rechte ausüben zu können, einschließlich
+ solcher, die zur Umgehung wirksamer technischer Schutzmaßnahmen
+ erforderlich sind. Im Sinne der vorliegenden Public License
+ entsteht kein abgewandeltes Material, soweit lediglich
+ Modifikationen vorgenommen werden, die nach diesem Abschnitt
+ 2(a)(4) zulässig sind.
+ 5 Nachfolgende Empfänger
+
+ A. Angebot des Lizenzgebers – Lizenziertes Material. Jeder
+ Empfänger des lizenzierten Materials erhält automatisch ein
+ Angebot des Lizenzgebers, die lizenzierten Rechte unter den
+ Bedingungen der vorliegenden Public License auzuüben.
+ B. Zusätzliches Angebot des Lizenzgebers – Abgewandeltes
+ Material. Jeder, der abgewandeltes Material von Ihnen erhält,
+ erhält automatisch vom Lizenzgeber ein Angebot, die lizenzierten
+ Rechte am abgewandelten Material unter den Bedingungen der durch
+ Sie vergebenen Abwandlungslizenz auszuüben.
+ C. Keine Beschränkungen für nachfolgende Empfänger. Sie dürfen
+ keine zusätzlichen oder abweichenden Bedingungen fordern oder
+ das lizenzierte Material mit solchen belegen oder darauf
+ wirksame technische Maßnahmen anwenden, sofern dadurch die
+ Ausübung der lizenzierten Rechte durch Empfänger des
+ lizenzierten Materials eingeschränkt wird.
+
+ 6 Inhaltliche Indifferenz. Die vorliegende Public License begründet
+ nicht die Erlaubnis, zu behaupten oder den Eindruck zu erwecken,
+ dass Sie oder Ihre Nutzung des lizenzierten Materials mit dem
+ Lizenzgeber oder den Zuschreibungsempfängern gemäß Abschnitt
+ 3(a)(1)(A)(i) in Verbindung stehen oder durch ihn gefördert,
+ gutgeheißen oder offiziell anerkannt werden.
+
+b. Sonstige Rechte
+
+ 1 Urheberpersönlichkeitsrechte, wie etwa zum Schutz vor
+ Werkentstellungen, werden durch die vorliegende Public License
+ ebenso wenig mitlizenziert wie das Recht auf Privatheit, auf
+ Datenschutz und/oder ähnliche Persönlichkeitsrechte; gleichwohl
+ verzichtet der Lizenzgeber auf derlei Rechte bzw. ihre
+ Durchsetzung, soweit dies für Ihre Ausübung der lizenzierten Rechte
+ erforderlich und möglich ist, jedoch nicht darüber hinaus.
+ 2 Patent- und Kennzeichenrechte werden durch die vorliegende Public
+ License nicht lizenziert.
+ 3 Soweit wie möglich verzichtet der Lizenzgeber auf Vergütung durch
+ Sie für die Ausübung der lizenzierten Rechte, sowohl direkt als
+ auch durch eine Verwertungsgesellschaft unter welchem freiwilligen
+ oder abdingbaren gesetzlichen oder Pflichtlizenzmechanismus auch
+ immer eingezogen. In allen übrigen Fällen behält sich der
+ Lizenzgeber ausdrücklich jedes Recht vor, Vergütungen zu fordern.
+
+Abschnitt 3 – Lizenzbedingungen
+
+Ihre Ausübung der lizenzierten Rechte unterliegt ausdrücklich folgenden
+Bedingungen
+
+a. Namensnennung
+
+ 1 Wenn Sie das lizenzierte Material weitergeben (auch in veränderter
+ Form), müssen Sie:
+
+ A. die folgenden Angaben beibehalten, soweit sie vom Lizenzgeber
+ dem lizenzierten Material beigefügt wurden:
+
+ i. die Bezeichnung der/des Ersteller(s) des lizenzierten
+ Materials und anderer, die für eine Namensnennung
+ vorgesehen sind (auch durch Pseudonym, falls angegeben), in
+ jeder durch den Lizenzgeber verlangten Form, die angemessen
+ ist;
+ ii. einen Copyright-Vermerk;
+ iii. einen Hinweis auf die vorliegende Public License;
+ iv. einen Hinweis auf den Haftungsausschluss;
+ v. soweit vernünftigerweise praktikabel einen URI oder
+ Hyperlink zum lizenzierten Material;
+
+ B. angeben, ob Sie das lizenzierte Material verändert haben, und
+ alle vorherigen Änderungsangaben beibehalten; und
+ C. angeben, dass das lizenzierte Material unter der vorliegenden
+ Public License steht, und deren Text oder URI oder einen
+ Hyperlink darauf beifügen.
+
+ 2 Sie dürfen die Bedingungen des Abschnitts 3(a)(1) in jeder
+ angemessenen Form erfüllen, je nach Medium, Mittel und Kontext in
+ bzw. mit dem Sie das lizenzierte Material weitergeben. Es kann zum
+ Beispiel angemessen sein, die Bedingungen durch Angabe eines URI
+ oder Hyperlinks auf eine Quelle zu erfüllen, die die erforderlichen
+ Informationen enthält.
+ 3 Falls der Lizenzgeber es verlangt, müssen Sie die gemäß Abschnitt
+ 3(a)(1)(A) erforderlichen Informationen entfernen, soweit dies
+ vernünftigerweise praktikabel ist.
+
+b. Share Alike
+
+ Zusätzlich zu den Bedingungen in Abschnitt 3(a) gelten die folgenden
+ Bedingungen, falls Sie abgewandeltes Material weitergeben, welches
+ Sie selbst erstellt haben.
+
+ 1 Die Abwandlungslizenz, die Sie vergeben, muss eine
+ Creative-Commons-Lizenz der vorliegenden oder einer späteren
+ Version mit den gleichen Lizenzelementen oder eine BY-SA-kompatible
+ Lizenz sein.
+ 2 Sie müssen den Text oder einen URI oder Hyperlink auf die von Ihnen
+ gewählte Abwandlungslizenz beifügen. Diese Bedingung dürfen Sie in
+ jeder angemessenen Form erfüllen, je nach Medium, Mittel und
+ Kontext in bzw. mit dem Sie abgewandeltes Material weitergeben.
+ 3 Sie dürfen keine zusätzlichen oder abweichenden Bedingungen
+ anbieten oder das abgewandelte Material mit solchen belegen oder
+ darauf wirksame technische Maßnahmen anwenden, sofern dadurch die
+ Ausübung der Rechte am abgewandelten Material eingeschränkt wird,
+ die Sie unter der Abwandlungslizenz gewähren.
+
+Abschnitt 4 – Sui-generis-Datenbankrechte
+
+Soweit die lizenzierten Rechte Sui-generis-Datenbankrechte beinhalten,
+die auf Ihre Nutzung des lizenzierten Materials Anwendung finden, gilt:
+
+a. es sei klargestellt, dass Abschnitt 2(a)(1) Ihnen das Recht gewährt,
+ die gesamten Inhalte der Datenbank oder wesentliche Teile davon zu
+ entnehmen, weiterzuverwenden, zu vervielfältigen und weiterzugeben;
+b. sofern Sie alle Inhalte der Datenbank oder wesentliche Teile davon in
+ eine Datenbank aufnehmen, an der Sie Sui-generis-Datenbankrechte
+ haben, dann gilt die Datenbank, an der Sie
+ Sui-generis-Datenbankrechte haben (aber nicht ihre einzelnen Inhalte)
+ als abgewandeltes Material, insbesondere in Bezug auf Abschnitt 3(b);
+ und
+c. Sie müssen die Bedingungen des Abschnitts 3(a) einhalten, wenn sie
+ alle Datenbankinhalte oder wesentliche Teile davon weitergeben.
+
+Es sei ferner klargestellt, dass dieser Abschnitt 4 Ihre Verpflichtungen
+aus der vorliegenden Public License nur ergänzt und nicht ersetzt,
+soweit die lizenzierten Rechte andere Urheberrechte oder ähnliche Rechte
+enthalten.
+
+Abschnitt 5 – Gewährleistungsausschluss und Haftungsbeschränkung
+
+a. Sofern der Lizenzgeber nicht separat anderes erklärt und so weit wie
+ möglich, bietet der Lizenzgeber das lizenzierte Material so wie es
+ ist und verfügbar ist an und sagt in Bezug auf das lizenzierte
+ Material keine bestimmten Eigenschaften zu, weder ausdrücklich noch
+ konkludent oder anderweitig, und schließt jegliche Gewährleistung
+ aus, einschließlich der gesetzlichen. Dies umfasst insbesondere das
+ Freisein von Rechtsmängeln, Verkehrsfähigkeit, Eignung für einen
+ bestimmten Zweck, Wahrung der Rechte Dritter, Freisein von (auch
+ verdeckten) Sachmängeln, Richtigkeit und das Vorliegen oder
+ Nichtvorliegen von Irrtümern, gleichviel ob sie bekannt, unbekannt
+ oder erkennbar sind. Dort, wo Gewährleistungsausschlüsse ganz oder
+ teilweise unzulässig sind, gilt der vorliegende Ausschluss
+ möglicherweise für Sie nicht.
+b. Soweit wie möglich, haftet der Lizenzgeber Ihnen gegenüber nach
+ keinem rechtlichen Konstrukt (einschließlich insbesondere
+ Fahrlässigkeit) oder anderweitig für irgendwelche direkten,
+ speziellen, indirekten, zufälligen, Folge-, Straf- exemplarischen
+ oder anderen Verluste, Kosten, Aufwendungen oder Schäden, die sich
+ aus der vorliegenden Public License oder der Nutzung des lizenzierten
+ Materials ergeben, selbst wenn der Lizenzgeber auf die Möglichkeit
+ solcher Verluste, Kosten, Aufwendungen oder Schäden hingewiesen
+ wurde. Dort, wo Haftungsbeschränkungen ganz oder teilweise unzulässig
+ sind, gilt die vorliegende Beschränkung möglicherweise für Sie nicht.
+c. Der Gewährleistungsausschluss und die Haftungsbeschränkung oben
+ sollen so ausgelegt werden, dass sie soweit wie möglich einem
+ absoluten Haftungs- und Gewährleistungsausschluss nahe kommen.
+
+Abschnitt 6 – Laufzeit und Beendigung
+
+a. Die vorliegende Public License gilt bis zum Ablauf der Schutzfrist
+ des Urheberrechts und der ähnlichen Rechte, die hiermit lizenziert
+ werden. Gleichwohl erlöschen Ihre Rechte aus dieser Public License
+ automatisch, wenn Sie die Bestimmungen dieser Public License nicht
+ einhalten.
+b. Soweit Ihr Recht, das lizenzierte Material zu nutzen, gemäß Abschnitt
+ 6(a) erloschen ist, lebt es wieder auf:
+
+ 1 automatisch zu dem Zeitpunkt, an welchem die Verletzung abgestellt
+ ist, sofern dies innerhalb von 30 Tagen seit Ihrer Kenntnis der
+ Verletzung geschieht; oder
+ 2 durch ausdrückliche Wiedereinsetzung durch den Lizenzgeber.
+
+ Es sei klargestellt, dass dieser Abschnitt 6(b) die Rechte des
+ Lizenzgebers, Ausgleich für Ihre Verletzung der vorliegenden Public
+ License zu verlangen, nicht einschränkt.
+c. Es sei klargestellt, dass der Lizenzgeber das lizenzierte Material
+ auch unter anderen Bedingungen anbieten oder den Vertrieb des
+ lizenzierten Materials jederzeit einstellen darf; gleichwohl erlischt
+ dadurch die vorliegende Public License nicht.
+d. Die Abschnitte 1, 5, 6, 7 und 8 gelten auch nach Erlöschen der
+ vorliegenden Public License fort.
+
+Abschnitt 7 – Sonstige Bedingungen
+
+a. Der Lizenzgeber ist nicht an durch Sie gestellte zusätzliche oder
+ abweichende Bedingungen gebunden, wenn diese nicht ausdrücklich
+ vereinbart wurden.
+b. Jedwede das lizenzierte Material betreffenden und hier nicht
+ genannten Umstände, Annahmen oder Vereinbarungen sind getrennt und
+ unabhängig von den Bedingungen der vorliegenden Public License.
+
+Abschnitt 8 – Auslegung
+
+a. Es sei klargestellt, dass die vorliegende Public License weder
+ besagen noch dahingehend ausgelegt werden soll, dass sie solche
+ Nutzungen des lizenzierten Materials verringert, begrenzt,
+ einschränkt oder mit Bedingungen belegt, die ohne eine Erlaubnis aus
+ dieser Public License zulässig sind.
+b. Soweit wie möglich soll, falls eine Klausel der vorliegenden Public
+ License als nicht durchsetzbar anzusehen ist, diese Klausel
+ automatisch im geringst erforderlichen Maße angepasst werden, um sie
+ durchsetzbar zu machen. Falls die Klausel nicht anpassbar ist, soll
+ sie von der vorliegenden Public License abgeschieden werden, ohne
+ dass die Durchsetzbarkeit der verbleibenden Bedingungen tangiert
+ wird.
+c. Auf keine Bedingung der vorliegenden Public License wird verzichtet
+ und kein Verstoß dagegen soll als hingenommen gelten, außer der
+ Lizenzgeber hat sich damit ausdrücklich einverstanden erklärt.
+d. Nichts in der vorliegenden Public License soll zu einer Beschränkung
+ oder Aufhebung von Privilegien und Immunitäten führen, die dem
+ Lizenzgeber oder Ihnen insbesondere aufgrund rechtlicher Regelungen
+ irgendeiner Rechtsordnung oder Rechtsposition zustehen, oder
+ dahingehend interpretiert werden.
+
+\end{verbatim}
+\end{adjustwidth}
+}
+
+\end{document}